Der große Enttäuscher und seine Getreuen

Mit großem Getöse hatte man vor dem Leipziger Parteitag den Einzug des Tigers, Friedrich Merz, auch bekannt als “Goldjunge”, beworben. Unter CDUlern mit Wahrnehmungsschwäche gilt der einstige Vorzeigemann einer rechteren CDU als Wunderwaffe, die alle Probleme lösen wird. Voller heißblütiger Erwartung starrte man auf die Bühne, wo Merz die Machtfrage stellen könnte – so oder so ähnlich haben es zumindest seine Getreuen angekündigt. Aber nichts kam. Nichts außer ein mäßig harten Worten und einem Loyalitätsbekenntnis zur momentanen Führung. Merz großes Brüllen wurde zu einem sanften Schnurren. Wer in ihm die große konservative Erneuerung der CDU gesehen hat, wurde enttäuscht.

Wenige Tage später setzte Merz sogar noch einen drauf und ruderte zurück. Seine ursprünglich harte formulierte Kritik an Merkel und der CDU-Elite war gar nicht so gemeint. Eigentlich meinte er beinahe das Gegenteil! Mittlerweile darf man doch als Ex-CDUler die Frage stellen, wie oft sich die ehemaligen Parteikollegen mit einem konservativen Weltbild noch treten und demütigen lassen wollen, ehe sie verstehen, dass ihre Liebe zur Union eine reine Missbrauchsbeziehung möglich macht?



Die CDU ist nach 14 Jahren Merkel soweit nach links gerückt, dass es mittlerweile auf dem linken Ende des politischen Koordinatensystem sehr eng wird. Die SPD wird diesen Umbruch vermutlich nicht überleben, da sich die Kanzlerin als bessere Sozialdemokratin und Grüne erweist. Egal wohin man schaut, ist die Union zum Steigbügelhalter linker Politiker geworden – zum Erfüllungsgehilfen linksradikaler Politik. In Sachsen-Anhalt knickten Ministerpräsident Reiner Haseloff( CDU) und Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) nach einem kurzen Kampf mit SPD, Grünen und Merkel ein. Rainer Wendt wurde nichts Staatssekretär und die Union bewies wieder einmal, dass all ihr Brüllen und Trommeln bloße Show sind. Obwohl sie sich mit bundesweiten knapp 27% noch Volkspartei nennen darf, benimmt sie wie der Junior-Partner einer linksgrünen Einheitspartei. In Sachsen und Thüringen zeigt sich letztendlich das gleiche Bild. Wo die meisten Menschen  zumindest auf dem Papier konservativ gewählt haben, kriegen sie doch rot-grün-schwarz oder rot-rot-grün mit schwarzer Duldung. Die CDU unter Kretschmer in Sachsen lässt alles mit sich machen, vergibt Ressorts an die neuen Koalitionspartner der SPD und Grünen, um diese zu befrieden. Sachsen wird sich trotz oder gerade wegen des starken Abschneidens der AfD politisch nach links bewegen, weil die Union unfähig ist über ihren Schatten zu springen. Lieber macht man gemeinsame Sache mit Kommunisten, Klimajüngern und Deutschlandhassern.

Über die Witzfigur Mike Mohring aus Thüringen sollte man derweil nicht zu viele Worte verlieren. Es reicht zu wissen, dass er weiter versagen wird und aller Welt aufzeigt, was aus der Partei geworden ist.

Und wie die Partei sich auf Landesebene verhält, so tut sie es auch auf Bundesebene. Ein Zusammenbrechen der GroKo würde ihr nur neue Möglichkeiten eröffnen und endlich den Weg für eine Schwarz-Grüne-Gelbe Koalition freimachen. Einige WerteUnionisten sollten ehrlich mal in sich gehen und sich fragen, ob ihr Fahneneid gegenüber einer schlechten Führung nicht in unheiliger Tradition steht und überdacht werden sollte.

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Bild: Eilmeldung / CC BY-SA 3.0

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