Warum ich den Kittel wieder anziehe

Hallo liebe Leser, hallo lieber MAD,

in der Vergangenheit habe ich verkündet, dass ich den Kittel ganz an den Nagel hänge. Ich habe den Bürokratismus und die ganzen dummen Politikspielchen im Umgang mit der Bundeswehr sowie den angeordneten Organisationen  (z.B. BAPersBw, VdRBw) absolut satt gehabt. Am Ende habe ich mich nur noch mit Leuten angelegt, die mir doof kamen. Habe Leuten Duellen angekündigt, die mir üble Aussagen andichteten. Habe Bekleidungskammerangestellte am Telefon angeschrien, da sie sich nicht an Zusagen hielten (erfolgreich, kann die Methode ernsthaft empfehlen!). Eine Zeit lang habe ich fantasiert, dass ich so lange inaktiv bleibe, bis die Bundeswehr die Ausrüstung zurückfordert. Ich weiß nicht, ob ich in einem solchen Fall verpflichtet wäre, die Ausrüstung selbstständig auf eigene Kosten die dutzende Kilometer zu meiner SVS zu verbringen. Ich hätte dem faulen Apparat sicher nicht in meiner Freizeit den Arsch nachgetragen.



Nun hat sich es aber eine einmalige Konstellation ergeben, bei der sich für die hiesigen Reservisten erstklassige Trainingsmöglichkeiten ergeben. Dies nicht nur, um für eventuelle stürmische Zeiten jeder Art gewachsen zu sein, sondern auch für den Kopf im normalen zivilen Alltag. In einer durchfeminisierten Welt, in der man oft hoch pädagogisch, schwammig und politisch korrekt agieren muss, tut es einfach gut in Kategorien zu denken, die nicht eindeutiger und nicht kompromissloser sein können. Man kann nicht aus einem Busch heraus Jemandem ein Bisschen durch den Hirnstamm schießen und ein verkopftes Zaudern einer Schießaufsicht kann schnell lebensgefährlich werden. Zumindest in der Ausbildung gibt es (zumeist) klare, sinnvolle Aufgaben, Strukturen und Vorgaben. Schneidigkeit und Eindeutigkeit sind gefragt. Verkopftheit, Schwammigkeit, unnötige Komplexität und Feigheit werden weggefegt. Sozusagen die kleine rosa Erdbeerwelt in einer Welt voll Scheiße, in der inhaltsleeres, aber gehaltvoll klingendes Gewäsch und Vermeiden einer eindeutigen Position Trumpf ist.

Diese kleine Schlammzonenerdbeerwelt endet allerdings schon im Alltag unserer Dienststelle. Diese führt Veranstaltungen jenseits Altmännerausflügen nur widerwillig durch, obwohl es ganz klar gemäß Befehlslage ihr Auftrag ist. Die Durchführung dieser kampfkraftstiftender Veranstaltung ist das Produkt endloser, hassbasierter Arbeit (vor Allem juristisch-politischer Art) zweier unermüdlicher und höchst sachverständiger Idealisten im System Bundeswehr. Ich würde in diesem Sumpf aus Faulheit, Feigheit, Hinterfotzigkeit und Paragraphenreiterei untergehen.

Wenn man in der Kampftruppe aber etwas lernen kann, dann ist es ein schier unendliches Ausblendungsvermögen. Ich bin da außen vor, stehe nur Gewehr bei Fuß wenn ich glaube, dass mein Handeln einen Wert hat. Falls die Politiker und Bürokraten in unserer Dienststelle wieder Herr der Lage werden sollten, dürfen sie sich gerne wieder selbst bespaßen beziehungsweise ihren Arsch breithocken, ob nun im Büro oder daheim (KzH lässt grüßen). Bis dahin arbeite ich wieder im System und unterstütze es auch mit meinem Zutun. Leistung muss belohnt werden.

MkG

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