Bei den Leibeigenen der Union

Der Leipziger Parteitag der Union verlief ohne Überraschungen. Was wurde im Vorfeld auf Facebook getrommelt und was wurden für pathetische Reden auf Stammtischen geschwungen. Jetzt, ja jetzt würde man es Merkel zeigen, Merz würde kommen und alle retten, wenn er die Kanzlerfrage stellen würde. Und wenn nicht Merz, dann doch Söder, der bayrische Löwe aus dem Süden, der die Erlösung von AKK bringen würde. WerteUnionisten und ihre Sympathistanten innerhalb der CDU/CSU scheinen durch die Bank weg mit wenigen Ausnahmen alle an wahnhaften Fieberträumen zu leiden, in denen sich ihre innigsten Träume und Hoffnungen verwirklichen. Mit der Realität haben sie jedoch nie etwas zu tun. Tatsächlich verschließen sie jederzeit und bei jeder Gelegenheit die Augen vor Entwicklungen, die konträr zu ihren Wunschträumen verlaufen. Wir haben es auf diesem Blog so oft zum Thema gemacht, dass man mittlerweile entweder jeden Leser aus der WerteUnion vergrault haben müsste oder aber hoffentlich dafür gesorgt hat, dass auch diesen treuen Leibeigenen endlich aufgeht, dass die Fehler ihrer Partei systemimmanent sind und sich nicht mehr durch die Wahl des einen oder anderen Schaustellers lösen lassen. Dass auch die AfD kein unbedingtes Heilmittel sein mag, steht auf einem anderen Blatt.

Nicht nur gab es kaum Widerworte gegen die ewige Kanzlerin, sondern es gab auch keine echten Impulse. Bestandskonservativsmus, der von Menschen betrieben wird, die nur Kraft haben ihren Besitz und ihren Status wahren zu wollen. Eine Kurskorrektur wurde nicht einmal formuliert, noch grundlegend etwas vorgeschlagen, was große Wellen hätte schlagen können. Das durchschnittliche Mitglied der CDU und der durchschnittliche Delegierte sind in ihrem Stand vergleichbar mit den Leibeigenen im Mittelalter, die aufgrund großer Frömmigkeit und im Glauben an das Himmelreich ihren Sklavendienst mit einem Lächeln oder zumindest stoischer Emotionslosigkeit verrichten können. Vom adipösen Kuban und  seinem Vorgänger Paul Ziemiak kam kaum mehr als ein furchtsames Miau, das im Applaus der Lehnsmänner untergehen musste. Aber was will man auch von einem leicht faltigen Mitte 30 Jährigen erwarten, der die Ausstrahlung eines industriellen Hefegemischs verstrahlt und erst behauptet, dass man in der CDU aufgrund der geringen Meinungstoleranz eine «Gleichschaltung» habe, aber sofort zurückruderte und sich entschuldigte, nachdem eben diese Gleichschaltung wieder ihre Wirkung entfaltete? Vom Studienabbrecher und dem Mann ohne jede Bildung und Ausbildung, Paul Ziemiak, der zwar menschlich nicht unsympathisch ist, darf man auch nichts erwarten. Das hat vielleicht weniger mit seiner Haltung zu tun, sondern mehr mit seiner Vita. Ein Mann mit einem solchen Lebenslauf muss unaufällig bleiben und hoffen, dass er durch das Parteiensystem durchgefüttert wird.



Durchhalteparolen und die Beschwörung von imaginären Wunderwaffen halten die Herde der Union mal wieder bei der Stange. Derweil verhinderte Berlin (Merkel) die Einsetzung Rainer Wendts, einem von manchen Medien als “umstrittenenen” Polizeigewerkschafter bezeichneten Mannes als Staatsekretär in Sachsen-Anhalt. Gut für unsere AfD, schlecht für die ganzen Treudoofen in der CDU, die in den Stunden nach der Bekanntgabe seiner Einstellung auf Facebook und in allen anderen sozialen Medien schon den Endsieg verkündet haben. #KonservativeWende

Wendt selbst, der immerhin hier und da ein wahres Wort spricht, kann sich trotz Zorn über seine Abberufung einen unnötigen Tritt in Richtung AfD nicht verkneifen. Wen er eigentlich anpöbeln sollte, wäre die eigene Partei und ihre Führung. Dafür fehlt ihm jedoch der Mut, um den letzten und richtigen Schritt zu tun. In der Union ist eben nur Platz für die Halbgaren und Lauwarmen.

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