Im Falle eines Blackouts – was wirklich passieren kann

Die Polizei ist abgeschnitten von ihrer übergeordneten Führung. Beamte schaffen es nicht an ihre Dienststelle, die Feuerwehr kann ihre elektronisch gesicherten Tore nicht öffnen. Notfallgerät fällt aus, streikt und auf den Straßen brennt kein Licht.

 



Im Jahr 2022 sollen alle deutschen Kernkraftwerke abgeschaltet sein. Bis 2038 sollen dann die Kohlekraftwerke gefolgt sein. Und mit jedem abgeschalteten Kraftwerk steigt nun die Gefahr eines sogenannten Blackouts – eines landesweiten Stromausfalls, der mehrere Tage andauern kann. Bürger der untergegangenen DDR mögen sich noch daran erinnern.

In Ländern wie Venezuela kann man sehen was passiert, wenn es wirklich zum Blackout kommt. Halten diese Stromausfälle länger als 48 Stunden an, sind Plünderungen und Gewalt auf den Straßen sehr wahrscheinlich. Die Soldaten und die Polizei Venezuelas mussten die Ordnung mit Panzern und Waffengewalt durchsetzen, plündernde Mobs wurden verhaftet. Aber irgendwann kommen auch die relativ autarken Kräfte der Armee an ihre Grenzen. Die meisten Plünderungen konnten nicht verhindert werden. Die verzweifelten Menschen holen sich das, was sie glauben zu brauchen, um zu überleben. Nach 48 Stunden ohne fließend Wasser, Heizungswärme und Strom wäre ein Blackout in einem deutschen Winter für viele Menschen eine Notlage, die jedes Mittel rechtfertigt. Nach zwei Tagen werden Wohnungen mehr und mehr unbewohnbar, wenn die Spülung nicht funktioniert und die Kälte durch die Fenster dringt.

Der öffentliche Nahverkehr kommt zum Erliegen. Ärzte können keine Patienten mehr behandeln. Läden sind abgedunkelt, Sicherheitskameras sind ohne Strom. Keine Heizung, kein Warmwasser und die Kraftstoffreserven der Notstromaggregate in Krankenhäusern sind erschöpft. Tausende, akut zu behandelnde Patienten, schweben in Lebensgefahr. Einige werden sterben.

Babynahrung geht aus. Verzweifelte Mütter werden jetzt auf Suche gehen oder ihren Männern den Auftrag geben für das Überleben des Kindes zu sorgen. Der Druck steigt. Überall. Die Polizei ist sowieso unterbesetzt und läuft jetzt völlig auf dem Zahnfleisch. Öffentliche Ordnung wird dort zusammenbrechen, wo man heute schon urbane Brennpunkte hat. Ländliche Regionen werden sich länger durch nachbarschaftliche Solidarität am Leben erhalten können.

Vom dritten bis zum fünften Tag gehen bei den meisten Menschen Wasser und Nahrung aus. Jetzt beginnt die kritische Phase. Wenn keine Ordnung wiederhergestellt wurde, ist sich jeder selbst der nächste. Kluge und enthemmtere Leute werden sich bereits in Gruppen zusammengeschlossen haben, um selektiv zu plündern und ggf. andere Formen von Gewalt auszuüben. Das kann von Raub bis Raubmord reichen. Diese werden, wenn der Zustand noch länger als zwei Wochen anhält, ihr Überleben zu sichern wissen.

Die heilige Kuh der Zivilisation hört auf zu existieren. Es herrscht das Recht des Stärkeren.  In Deutschland muss man jedoch nicht damit rechnen, dass ein Blackout länger als drei Tage anhält. Vielleicht reicht ein derartiger, kurzzeitiger Schock ja, um einige Leute hier aufwachen zu lassen.

Energiesicherheit wächst nicht auf den Bäumen.

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