Männer im Westen

Kürzlich geschah in Berlin etwas, das am besten in der Perspektive eines Beobachters erklärt werden sollte. Ein junger Mann, nennen wir ihn mal Fritz*, befindet sich in der voll besetzten Bahn in Berlin in Begleitung einer jungen, attraktiven Frau. Fritz selbst ist militärisch gut geschult, körperlich in Topform und von der Geisteshaltung alles nur kein Joko. Wie das im Berlin des Jahres 2019 so ist, fängt ein mittelalter, orientalischer Mann an zunächst die Begleitung von Fritz anzumachen und versucht dann sogar handgreiflich zu werden. Fritz geht selbstverständlich dazwischen, während die lethargische Masse ringsherum versucht so zu tun, als würden sie alle von dem sich entwickelnden Streit nichts mitbekommen. Der junge Fritz kann den Belästiger noch mit Worten in Schach halten. Aber dieser testet die Grenzen des Machbaren immer weiter aus, unterläuft die kritische persönliche Distanz und spekuliert darauf, dass ihm der deutsch sozialisierte Fritz schon nichts tun wird. Er greift mit der Hand an Fritz vorbei, um zumindest einen Grapscher bei der Dame hinter ihm anzudeuten.

In diesem Moment war für besagten Fritz eigentlich der Rubikon überschritten worden. In seinem Kopf zuckten bereits die Abläufe eines schnellen und brutalen Eingriffs herum, die das Gezappel des Belästigers beenden würden. Er wusste, dass er die Fähigkeiten und die Kraft hatte, um diese Fantasie der Gewalt auch umsetzen zu können. Angst vor einer möglichen Gegenwehr des anderen Mannes hatte er nicht. Und während er sich, treu seiner Ausbildung und Lebensschulung entsprechend auf diesen Angriff vorbereitete, sagte eine andere Stimme in seinem Kopf, dass er auf gar keinen Fall das umsetzen sollte, was eigentlich geboten wäre. Er dürfte auf keinen Fall Gegengewalt anwenden. Denn gerade in der Bundesrepublik und in Berlin ganz besonders war allgemein bekannt, dass das linksgrüne Justizsystem beim Thema Notwehr zu sehr abstrusen Urteilen in der Lage war, die den sich verteidigenden, meist Biodeutschen, benachteiligten. Ihm kam auch der Gedanke, dass jede Eskalation zur Beendigung des tätlichen Angriffs, der ja stattfand, soziale Konsequenzen haben würde. So wie die Dinge lagen, würde man aus diesem Vorfall ein Politikum machen, wenn ein Deutscher einen Ausländer, und sei es in Notwehr bzw. Nothilfe, körperlich angreifen würde. Schnell würde man gerade wegen  der politischen Zugehörigkeit von Fritz und seiner sozialen Stellung innerhalb jener Gemeinschaft auf die Idee kommen, daraus einen “rechtsextremen” Angriff zu machen. Wahrheit und Recht spielten hier und heute keine Rolle mehr. Auch wusste Fritz, dass er dann seinen Job verlieren könnte, auf den er wegen seiner unbedingten Versorgungspflicht gegenüber seiner Familie angewiesen war. All diese Gedanken kamen Fritz während den wenigen Sekunden, die die Konfrontation andauerte, ehe er sich entschied das zu tun, was völlig wider seiner Natur war und jedem Instinkt widersprach, der in ihm pochte. Fritz deeskalierte, beschwichtigte den Belästiger und führte seine weibliche Begleitung bei der nächsten Gelegenheit, sich schützend vor sie stellend, hinaus und trat quasi die Flucht an, während die Bahnfahrenden weiter so taten, als seien sie unsichtbar. Hilfe war sowieso nicht zu erwarten.



Fritz fühlte sich in diesem Moment so dermaßen entmannt und ausgelutscht, wie nie zuvor. Er hatte rationalisiert und den Schwanz eingezogen, statt dem Übeltäter vor den entsetzten Augen der Fahrgäste Schmerzen zuzufügen, um zu zeigen, dass es Grenzen gibt und er als Mann eine Schutzpflicht gegenüber bestimmten Personen in seinem Umfeld hat. Wahrscheinlich wären die Fahrgäste über die Gegenwehr wesentlich empörter gewesen, als sie es über die Handlungen des Belästigers waren. Fritz hätte gekonnt und gewollt, entschied sich aber aus Gründen der sozialen Ächtung und dem drohenden Stellungsverlust gegen eine Eskalation, die eigentlich angebrachter gewesen wäre. Im Land der Herkunft des Täters hätte es eine solche Auseinandersetzung so nicht gegeben. Einer, Fritz oder der Platinmensch aus dem Morgenland, wären tot oder wenigstens kampfunfähig liegen geblieben.

 

Wenden wir uns von Fritz ab und reden über den großen Zusammenhang der Dinge. Ich persönliche glaube zu verstehen, warum viele Männer in der Kölner Silvesternacht ihre Frauen nicht verteidigt haben. Dieses Leid haben ja selbst Feministinnen schon in der EMMA geklagt und darüber wurde hier und dort diskutiert. Natürlich spielte zahlenmäßige Unterlegenheit und mangelnde körperliche Befähigung eine Rolle. Auch der Wille mag hier und da nicht vorhanden gewesen sein. Allerdings mag das Wissen um die Gefährlichkeit der Verteidigung und dem Einsetzen von Gewalt zu diesem Zwecke auch eine Rolle gespielt haben. Die Männer, die ihre Frauen nicht verteidigt haben oder sich selbst bei anderen Gelegenheiten vorführen lassen, wissen, dass sie einen sozialen Stand in der Gesellschaft zu verlieren haben. Gewalttätigkeit, egal zu welchem Zweck, ist im Westen gesellschaftlich geächtet. Das sieht man bereits an der Grenzproblematik und der Debatte rund um den nicht vorhandenen Schutz eben dieser Grenzen. Was vor 50 Jahren noch an körperlichen Zwang bei der Polizei möglich war, wäre heute nahezu undenkbar.

Der Mann im Westen ist entmännlicht und verhält sich wie der (vulgär) Beischlafbettler, für den ihn die Neueuropäer halten, wenn sie ihn sehen. Nur hat die moderne Zivilisation und Erziehung ihn zu dem gemacht, was er heute darstellt. Er weiß unterbewusst immer, dass seine evolutionären Instinkte nicht geduldet werden und auf kein Verständnis bei seinen Mitmenschen stoßen. Die gesamte westliche Zivilisation mit wenigen Ausnahmen (USA in Teilen, Polen, Russland usw.), hat sich vom Gewaltaspekt der Männlichkeit völlig verabschiedet. Dabei hat er Berechtigung, fußt auf evolutionären Tatsachen und legt das Fundament für das Bestehen und Überleben von Menschengruppen. Ohne die Verteidiger der eigenen Gruppe, die gegen die Widerstände einer harten Welt bereit sind auch zu kämpfen, kann es kein Überleben geben. In Deutschland und den meisten anderen Industrieländern Europas ist der Wehrwille quasi nicht mehr vorhanden, weil er sozial weder erwünscht ist noch gefördert wird. Wer in der Öffentlichkeit seine «Beherrschung» verliert, wird zum Ausgestoßenen. Ähnlich geht es aber auch den professionellen Zwangausübenden, namentlich den Soldaten und Polizisten. Ihre Berufsprofile sind so weit abgeschliffen und geglättet worden, dass die meisten von ihnen mehr Ähnlichkeit mit Dienstleistern in Großraumbüros haben, die apathisch auf ihren Drehstühlen siechen, während die wahre Natur ihrer Tätigkeit mit Euphemismen verschleiert und mit bewusst schädlicher Politik verwässert wird. Der Angriff auf die letzten männlichen Institutionen, nämlich Militär und Polizei (Sportschützenvereine usw), kommen nicht zufällig. Der letzte Angriff wurde von der SPD und Olaf Scholz gefahren, während die Erosion dieser Organisationen weiter fortschreitet.

Krieger sind im Westen gar nicht gewollt. KSK-Soldaten, GSG9-Polizisten und all die anderen zum Töten ausgebildeten Kämpfer sind, wenn überhaupt, geduldete, statt gefeierte Gruppierungen. Gerade solche Männerbünde, deren alleiniger Zweck der gemeinsame Verteidigungskampf für die größere Gruppe ist, sind ein soziales Auslaufmodell im Westen. Nicht etwa, weil man sie nicht brauchen würde. Aber weil die postmoderne, hedonistische und gleichgültige Massenzivilisation nicht überzeugt davon ist, dass man ihrer Dienste WIRKLICH bedarf.

Nur die, die es auch so fühlen, können mich verstehen. Glücklicherweise gibt es noch ein paar in meinem Umfeld, deren heroischer Akt am Morgen nicht darin besteht aus der Kompanietasse/Abschnittstasse Kaffee zu schlürfen, den Bildschirm mit ihrem Mauszeiger zu belästigen und Akten zu sortieren, während sie die Sterne auf ihrer Schulter zählen.

 

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