Wenn der letzte Beisitzer von Hintertopfingen Facebook nutzt

Ich meine, dass die auf Kurzschlussreaktionen im Hirn basierte Nutzung von Twitter und Facebook der AfD bisher mehr geschadet als genutzt hat. Sie wird trotz ihrer permanenten Entgleisungen gewählt, nicht wegen. Politisch unkorrekt Sachverhalte anzusprechen ist eine Sache, sich in jedes Fettnäpfchen zu stürzen eine andere. Einige lokale und überregionale Vertreter der Partei scheinen es sich zum Hobby gemacht zu haben genau das Bild vom Rechten zu erfüllen, das die Medien gerne zeichnen.

Im Fall Benigna Munsi, dem diesjährigen Christkind in Nürnberg, liegt der Verdacht einer politisch korrekten Wahl natürlich nahe. Ein Blick auf die Mitbewerberinnen zeigt, daß hier durchaus auch anders hätte gewählt werden können. Ein Verwalter der Facebookpräsenz eines AfD Kreises nahm die Wahl zum Anlass, um die ethnische Verdrängung der deutschen Bevölkerung im eigenen Land zu thematisieren. “Bald geht es uns wie den Indianern.”



Daran mag viel Wahres sein. Immerhin schenkt der Migrationsfan Herbert Brückner uns allen reinen Wein ein, wenn er von der baldigen Zusammensetzung der deutschen Gesellschaft spricht. Bald schon würde jeder Dritte und dann jeder Zweite einen sogenannten Migrationshintergrund haben. Dieser schwammige Term ist jedoch ein schlechter Gradmesser für tatsächliche Überfremdung und ethnisch-kulturelle Verdrängung. Diese ist real, eine echte Gefahr und darf nicht leichtfertig abgetan werden, nur weil ein Beisitzer von Hintertopfingen sie glaubt in Munsi erkennen. Einem Mädchen mit einem einheimischen und einem ausländischen Elternteil, das noch katholisch ist und zudem einen Brauch repräsentieren will, der Jahrhunderte alt ist und zur deutschen und christlichen Identität gehört.

Die Marginalisierung der einheimischen, weißen Deutschen ist eine echte Gefahr, die mancherorts zur Realität wird. Aber wer glaubt in Munsi eine Vertreterin dieser Verdrängung zu sehen, sollte nochmals in sich gehen und sich fragen, ob er nicht maßlos übertreibt.

Hat dir der Beitrag gefallen?

Spendier uns eine Kleinigkeit, um den Blog zu unterstützen:

5,00
Zahlungsmethode auswählen
Persönliche Informationen

Spendensumme: €5,00

Bild: Pixabay

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.