1989 und die globalistische Wende

Gastbeitrag von Armin 

30 Jahre Mauerfall – dieser Tage finden die offiziellen Veranstaltungen und Feierlichkeiten zur Erinnerung an den 9. November 1989 statt. Doch unsere heutige Regierung feiert nicht das Ende eines Unrechtsstaates oder gar die Wiedervereinigung des deutschen Volkes, sondern die totale Entfesselung der Globalisierung und die endlich in Reichweite gerückte Auflösung der demokratisch verfassten Nationalstaaten.



Der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 war für die DDR-Führung ein frühes Trauma. Die Angst vor einer Wiederholung hatte sich bei hohen Funktionären des SED-Staates tief eingegraben. Erich Mielke ließ das erkennen, als er am 31. August 1989 in einer wichtigen Dienstbesprechung im Ministerium für Staatssicherheit die Nerven verlor und seine Offiziere fragte: „Ist es so, dass morgen der 17. Juni ausbricht?“ [1]

Mielkes Furcht vor dem Willen des Volkes war nicht unberechtigt. Die Lage im Land war unruhig und angespannt: Immer mehr DDR-Bürger flohen oder wollten ausreisen, Oppositionsgruppen organisierten Friedensgebete und Kundgebungen in Leipzig, Behördenwillkür wurde zunehmend angeprangert, Forderungen nach Freiheit und Bürgerrechten wurden lauter.

Was kann die Führung tun, wenn das Volk trotz aller Propaganda und Umerziehung die Politik des Regimes mehrheitlich ablehnt? Niemand Geringeres als Bertolt Brecht hatte den Machthabern bereits kurz nach dem 17. Juni 1953 erklärt, wie dieses Problem zu lösen sei. Sein tatsächlich mit „Die Lösung“ betiteltes Gedicht lautet:

Nach dem Aufstand des 17. Juni

Ließ der Sekretär des Schriftstellerverbands

In der Stalinallee Flugblätter verteilen

Auf denen zu lesen war, daß das Volk

Das Vertrauen der Regierung verscherzt habe

Und es nur durch verdoppelte Arbeitzurückerobern könne.

Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung

Löste das Volk auf und

Wählte ein anderes?

Das Volk auflösen – das war damals natürlich ironisch gemeint. Brecht kann nicht im Entferntesten geahnt haben, dass seine Pointe später zur Anleitung und realen Zielsetzung werden könnte. Der Erfolg der friedlichen Revolution vom November 1989 bedeutete nicht nur das Ende für das bereits schwer angeschlagene DDR-Regime und den Zusammenbruch des Ostblocks, sondern muss zugleich auch ein Menetekel für die westlichen globalistischen Eliten gewesen sein. Man kann sich lebhaft vorstellen, dass führende Globalisten vor 30 Jahren eine Art Schwur geleistet haben: So etwas darf sich niemals mehr wiederholen; Völker dürfen uns mit Aufständen oder Mehrheitsentscheidungen niemals mehr aus den Sätteln heben, nirgendwo.

Deshalb galt es, ein System zu etablieren, das nicht nur subtilere Steuerungsmechanismen bietet, sondern das vor allem das Volk als Gemeinschaft, die zu Mehrheitsentscheidungen und einem Volkswillen fähig ist, fragmentiert und auflöst. Der Aktivist Martin Sellner hat das in einem Videogespräch so ausgedrückt: „Wenn du ein Volk hast, das kein Volk mehr ist, sondern ein Gangland aus 30, 40 verschiedenen Nationen, die sich nurmehr streiten und kämpfen um die Bezirke und um die Städte und in verschiedenen Demonstrationen auf der Straße befeuern, dann kannst du das Land von oben herab regieren, dann kann sich kein Mehrheitswille mehr bilden, da wird’s keine Wende geben wie 1989, da kann keiner mehr rufen ‚Wir sind das Volk!‘, weil es kein Volk mehr gibt.“ [2]

Das ist das Ziel des Großen Austausches – sicherlich nicht sein einziges Ziel, aber vielleicht das zentrale. In Ländern, die kein Staatsvolk mehr haben, werden friedliche Revolutionen unmöglich, und das Phänomen der ethnischen Wahl verhindert ab einem bestimmten Zeitpunkt, dass die Politik des Bevölkerungsaustauschs noch per Abstimmung aufgehalten werden kann. [3] Es werden einfach Fakten geschaffen, die dem Volk die Entscheidungsmöglichkeit nehmen. Die Demokratie wird ausgehebelt. Die jüngsten Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen haben zwar gezeigt, dass die Globalisten ihr Ziel noch nicht ganz erreicht haben, aber Kommentare wie die von Christian Bangel (ZEIT online) lassen an der Marschrichtung überhaupt keinen Zweifel:

„Wer den Osten dauerhaft stabilisieren will, der muss vor allem für eines kämpfen: Zuwanderung. Massiv und am besten ab sofort. Zuwanderung aus dem Westen, Binnenzuwanderung aus den großen Städten in die ländlichen Räume, und ja, auch gezielte Migration aus dem Ausland.“ [4]

Das Volk hat es doch tatsächlich noch ein letztes Mal gewagt, nicht nach den Vorstellungen der globalistischen Eliten abzustimmen. Es hat sich das „Vertrauen der Regierung verscherzt“ und muss deshalb aufgelöst werden. Bei Brechts Worten, die 1953 noch ausschließlich ironisch gemeint sein konnten, bleibt einem ein halbes Jahrhundert später angesichts unseres heutigen Überlebenskampfes das Lachen im Halse stecken.

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Quellen:

[1] https://jungefreiheit.de/wissen/geschichte/2019/eine-frage-der-deutungshoheit/

[2] https://www.youtube.com/watch?v=FJxeLsoduP0 (42:41–43:07)

[3] Vgl. hierzu: https://sezession.de/60002/die-ethnische-wahl

[4] https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-10/landtagswahlen-ostdeutschland-thueringen-afd-sachsen-brandenburg/komplettansicht

 

Bild: Bundesarchiv, Bild 183-1990-0116-013 / CC-BY-SA 3.0

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