Deutschlands wirtschaftlicher Abstieg ist keine temporäre Krise

Autor: Daniel von der Ruhr

Vor einigen Tagen schenkte Laurence Boon, Chefökonomin der OECD, den Deutschen gegen ihren Willen reinen Wein ein. Während Schulz, Merkel und Altmaeier sich darauf beschränken die aktuelle Lage zu beschönigen, sieht man im Ausland die Dinge wesentlich klarer. Als ITler in einer Branche, die gerade von China und den USA dominiert wird, spreche ich aus Erfahrung. Tech-Giganten wie Tencent (China) sind die großen Spieler auf dem Weltmarkt geworden, wo die USA vor einigen Jahren noch glaubten, dass sie unangefochten an der Spitze stehen bleiben würden. Deutsche Unternehmen spielen hier keine oder höchstens eine untergeordnete Rolle. In Sachen Digitalisierung und Industire 4.0 hinkt die Bundesrepublik Ländern wie Estland, China, Südkorea, Japan und USA um etwa zehn Jahre hinterher. Ein Vorsprung, den wir kaum mehr aufholen können, selbst wenn der politische Wille existieren würde.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Deutschland muss sich nach Ansicht der OECD auf eine längere Wirtschaftsflaute einstellen. “Das, was zunächst wie ein zeitlich begrenzter Abschwung aussah, wird nun wohl doch länger anhalten”, sagte Laurence Boone, Chefökonomin der Industrieländerorganisation OECD, dem “Handelsblatt” (Mittwochausgabe. ” Es ist ein sehr tiefgreifender Wandel für die Autoindustrie, und das ist auch einer der Gründe für unsere verhaltene Wachstumsprognose für Deutschland”, sagte sie.  – WJ


40% der App-Downloads werden auf dem chinesischen Markt getätigt. Der Skandal rund um Blizzard hat nochmals verdeutlicht, dass im Reich der Mitte die Musik spielt. Hier ist für Hollywood und das Sillycon Valley noch viel Geld zu machen, während man in Hong Kong Europa nur noch als Urlaubsgebiet und Absatzmarkt versteht. Die Zeiten, in denen die Ostasiaten neidisch nach Westeuropa geschaut haben, um sich dort inspirieren zu lassen, sind vorbei. Auf dem Feld der künstlichen Intelligenz liefern sich China und Nordamerika ein wettrennen, während man in Europa die Atommeiler und Kohlekraftwerke abstellt und schaut, dass man bis 2045 ökologisch einwandfrei mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt und das Getreide mit der Steinkeule mahlt, um dann Dinkelbrot zu produzieren.

In vielen Bereichen bei der Digitalisierung hängt Deutschland der Weltspitze hinterher. Das geht aus einer Rangliste des Weltwirtschaftsforums (WEF) zur Wettbewerbsfähigkeit hervor. Bei Internetverbindungen über Glasfaserkabel landet Deutschland auf Platz 72, bei mobilen Breitbandanschlüssen auf Platz 58.

In der gesamten Kategorie der Informations- und Kommunikationstechnologie schneidet Deutschland auf Platz 36 ab und liegt damit hinter Ländern wie Rumänien (32), Malaysia (33) und nur einen Platz vor Kuwait (37). – BUSINESS INSIDER

Deutschlands Abstieg ist keine kurzfristige Rezession, sondern ist bedingt durch einen langfristigen Abbau der Grundlagen seines bisherigen Wohlstands und dem Versäumnis in die Zukunft zu investieren. Egal ob Bildung der Kinder, Infrastruktur der Regionen oder Förderung neuer Technologien – nur unser guter Ruf in der Welt hält uns noch über Wasser. Das und die Fähigkeit der Politik mit dem Drucken von Geld die Krise immer weiter hinaus zu zögern.

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