Ohne Kampfgeist, kann auch eine High-Tech Armee nicht siegen

Seit 2015 tobt der Krieg im Jemen. Die arabische Koalition, angeführt von Saudi-Arabien und den anderen Golfstaaten wie Kuwait, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten, kann sich gegen die vom Iran unterstützten Huthi-Milizen nicht durchsetzen. Im Internet kursieren etliche Videoaufnahmen von Bombardements durch die Arabische Koalition. Dabei trifft man vor allem Zivilpersonen, was den Gegner bisher nicht zermürbt hat, sondern eher dazu führte, dass der Widerstandsgeist der Stämme in Jemen und der Regierungsmilizen nur gestärkt wurde.

Die saudische Armee gilt als gut gerüstet. Sie ist eine der modernsten im Orient und zumindest auf dem Papier mit den allerbesten ausgestattet, was NATO und Nicht-NATO-Länder zu bieten haben. Aber ähnlich wie im Golfkrieg vor einigen Jahrzehnten zeigt sich, dass die Saudi-arabische Armee nur eine Schaustellertruppe von priviligierten Söhnen ist, die ihren Militärdienst als eine Art Hobby verstehen. Ihr Ruf in Kreisen westlicher Staaten, die mit ihnen bereits zusammenarbeiten mussten, war noch nie gut. Die Houthi-Rebellen und anderen Milizen haben mittlerweile mehrfach bewiesen, dass sie ihrem technologisch überlegenen Feind im Kampf trotz Unterzahl und schlechterer Waffensysteme mehr als nur gewachsen sind. Immer wieder dringen Meldungen auch zu Al Jazeera durch, die die Amateuraufnahmen und Blogberichte von Krisenreportern stützen. Überall wo die Saudis in einem offenen Kampf ihren Feinden begegnen mussten, wurden sie vernichtend geschlagen. Die Opferzahlen gehen womöglich schon in den vierstelligen Bereich – von den Verwundeten ganz zu schweigen.



 

Houthis published footage of the second phase of the operation on the Jizan front. Lots of trophies and some ATGM shots. from YemeniCrisis

All die überlegene Technik hilft nicht, wenn die Soldaten keinen Kampfgeist haben. Die saudischen Truppen gelten als unmotiviert. Sie mögen einigermaßen gut in ihren Waffensystem ausgebildet sein. Auch ein arabischer Wüstenkrieger kann lernen, wie man eine TOW und ein Gewehr bedient, wie man funkt und wie man Koordinaten an die Artillerie weitergibt. Aber gegen einen entschlossenen Gegner, der sein angestammtes Heimatland verteidigt und hochmotiviert auch schwere Verluste wegstecken kann, ohne dass sich seine Einheit auflöst, kommen ein paar Wohlstandsverwahrloste aus Riad eben nicht an. Der israelische Militärhistoriker Martin van Crefeld hat in seinem Buch “Wir Weicheier” zwar vor allem westliche Länder als verweichlicht und wenig kampfbereit beschrieben, würde aber sicher zustimmen, wenn man auch die Saudis in den Kreis dieser Erniedrigten aufnehmen würde.

Bezüglich den Rufen nach «mehr Geld» für unsere Bundeswehr und die Streitkräfte in Europa heißt das natürlich, dass Geld an sich die Probleme des Militärs hier nicht lösen wird. Es reicht nicht einen gut gebildeten Diplom-Wirtschaftsingenieur in eine Uniform zu stecken, ihm einen guten Sold zu zahlen und dann zu erwarten, dass er mit einigermaßen guten Wirkmitteln zu einem guten Kämpfer wird. Er braucht zwar die Technik – aber Technik allein hilft ihm nicht, wenn die Fähigkeit, Motivation und der Wille zum Töten fehlen. Wenn er nicht bereit ist bis zum Äußersten zu gehen und über das Menschliche hinaus zu opfern, um zu siegen. Wenn er im Herzen kein Kämpfer(Killer) ist, braucht er gar nicht auf dem Schlachtfeld erscheinen. Ein entschlossener Feind, sei er noch so primitiv, könnte ihn trotzdem besiegen.

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