Ist der Große Austausch eine Verschwörungstheorie?

Gastbeitrag von Armin:

Das Konzept der Identitären Bewegung vom “Großen Austausch” – ursprünglich geprägt vom französischen Schriftsteller Renaud Camus – beschreibt die in Europa ablaufende Ersetzungseinwanderung: Die angestammten europäischen Völker werden zunächst zu Minderheiten in ihren eigenen Ländern und schließlich immer mehr durch eine multiethnische Menschenmasse ausgetauscht. Dies ist zunächst einfach die extrapolierende Beschreibung eines augenfälligen demographischen Prozesses, mehr nicht. Die Neue Zürcher Zeitung hat z.B. im Juli dieses Jahres darauf hingewiesen, dass in mehreren deutschen Städten bereits heute keine Mehrheitsgesellschaft mehr existiert. [1] Die Annahme, dass dahinter ein planvolles Handeln globalistischer Akteure steht, scheint über die bloße Beschreibung eines Vorgangs hinauszugehen und wird deshalb oft als Verschwörungstheorie abgetan.



Der Begriff Verschwörungstheorie bezeichnet laut Wikipedia den Versuch, „einen Zustand, ein Ereignis oder eine Entwicklung durch eine Verschwörung zu erklären, also durch das zielgerichtete, konspirative Wirken einer meist kleinen Gruppe von Akteuren zu einem meist illegalen oder illegitimen Zweck“. Zum Wesen einer solchen Verschwörung (als Konspiration verstanden) wiederum gehört es, dass sie im Geheimen erfolgt. Sonst hätte sie wenig Sinn. Kann es so etwas wie eine offene Verschwörung geben? Angewandt auf das Konzept des Großen Austauschs, unterstellt der Begriff der Verschwörungstheorie also, dass die IB nicht nur ein planvolles Handeln bestimmter Akteure annimmt, sondern auch behauptet, diese Pläne seien unter Ausschluss der Öffentlichkeit geschmiedet worden.

Vor ziemlich genau einem Jahr rief Martin Sellner die identitäre Aufklärungskampagne zum UN-Migrationspakt ins Leben. [2] Einige Wochen später war das Thema in aller Munde; selbst Mainstreammedien konnten es nicht länger ausblenden. Die Diskussion über den Migrationspakt schien für viele aus dem Nichts zu kommen, weil die Machenschaften auf der Ebene der Vereinten Nationen bis zum Jahr 2018 auch von alternativen Medien kaum aufgegriffen worden waren. Sogar etliche Mitglieder der Regierungsparteien waren von den vollendeten Tatsachen völlig überrumpelt worden.

Dabei waren die Pläne der UN zur Etablierung einer Ersetzungseinwanderung in Europa nicht geheim, und immer mehr Leute begriffen plötzlich, dass auch der Migrationspakt eine lange Vorgeschichte hat. Auf offiziellen Internetseiten sind dazu viele Informationen abrufbar und frei zugänglich. [3] Für eine „Verschwörung“ genügt es also vollkommen, dass kaum jemand darüber berichtet. Denn was von der medialen Öffentlichkeit nicht abgebildet wird, findet verständlicherweise für die allermeisten Bürger nicht statt.

Im Jahr 2000 stellte die UNO-Abteilung für Bevölkerungsfragen umfangreiche Überlegungen zur Notwendigkeit einer „Replacement Migration“, also einer Ersetzungseinwanderung (im Deutschen verschleiernd „Bestandserhaltungsmigration“ genannt), für mehrere europäische Länder, aber auch für Russland, Japan und die Republik Korea an. [4] Ausgehend von der problematischen demographischen Situation dieser Länder, werden in der entsprechenden Studie fünf Szenarien bis zum Jahr 2050 durchgespielt. Geradezu alarmistisch wird vor einem „Bevölkerungsrückgang“ gewarnt. Suggeriert wird, dass jedes Land den „Bestand der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter“ um jeden Preis erhalten müsse und dass eine massenhafte Zuwanderung die einzige Lösung dafür sei.

„Die Wanderungsströme, die notwendig wären, um die Bevölkerungsalterung auszugleichen (d. h. um das potenzielle Unterstützungsverhältnis aufrechtzuerhalten) sind extrem groß, und es müssten in allen Fällen weitaus höhere Einwanderungszahlen als in der Vergangenheit erreicht werden.“ [5]

 

Für Deutschland wird eine jährliche Zuwanderungsrate von mindestens 6.000 Personen pro 1 Million Einwohner empfohlen. Kein Wort davon, dass in Hochtechnologieländern mittel- und langfristig immer weniger Arbeitskräfte gebraucht werden; kein Wort davon, dass eine zurückgehende Bevölkerungszahl in einem sehr dicht besiedelten Gebiet wie Deutschland eine Entlastung in vielen Bereichen bedeuten würde; kein Wort davon, dass eine „Bestandserhaltung“ auch über politische Maßnahmen zur Hebung der autochthonen Geburtenraten erreicht werden könnte; kein Wort davon, dass immer mehr Deutsche ihre Heimat verlassen und mit welchen Maßnahmen die Abwanderung einzudämmen wäre.

Dieses UN-Dokument lag bereits im Jahr 2000 vor – ein Dokument, das im englischen Original den Titel „Replacement Migration“ trägt. Wer hat je davon erfahren? Welches nationale Parlament hat sich je damit befasst? Die Pläne für ein konkretes Abkommen zur „Regelung“ der weltweiten Migrationsströme reichen mindestens bis ins Jahr 2006 zurück, erwähnt der Migrationspakt von 2018 doch unter Punkt 3 selbst „die Fortschritte, die im Rahmen der Dialoge der Vereinten Nationen auf hoher Ebene über internationale Migration und Entwicklung 2006 und 2013 erzielt wurden“. [6] Die Verschwörung ist offen dokumentiert. Es reicht, dass kaum je darüber berichtet wurde und dass sich der Normalbürger nicht damit befasst. Insofern stimmt es zwar, dass diese Pläne unter Ausschluss der Öffentlichkeit geschmiedet wurden, aber geheim ist das alles nicht. Der Große Austausch ist keine Theorie, sondern längst gängige Praxis.

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[1] https://www.nzz.ch/international/in-deutschen-staedten-geht-die-mehrheitsgesellschaft-zu-ende-ld.1492568

[2] https://www.youtube.com/watch?v=VK6h14l3A60

[3 https://www.un.org/Depts/german/de/index.html

[4] https://www.un.org/en/development/desa/population/publications/ageing/replacement-migration.asp

[5] https://www.un.org/en/development/desa/population/publications/pdf/ageing/replacement-es-d.pdf (hier Seite 5)

[6] https://www.un.org/Depts/german/gv-73/band1/ar73195.pdf (hier Seite 3)

Bild: Pixabay

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