Helmut Kind, Hans-Dietrich Genscher und Arno Esch – Für ein freies Deutschland

Die «Liberal-Demokratische Partei Deutschlands», gegründet noch im Juli 1945, war der Versuch freiheitsliebender Menschen sich innerhalb des starren Regimes der von der UDSSR besetzten Zone (später DDR) politisch zu organisieren. Von Anfang an standen ihre ideenpolitischen Grundsätze im Konflikt mit denen der kommunistischen Führung. Bereits Anfang der 50er Jahre beendete die junge DDR den Spuk rund um die LDPD, die sich nicht nur für den Erhalt von Privateigentum aussprach, sondern auch den Stalinismus/Kommunismus ablehnte und an der Idee eines geeinten Deutschlands festhielt. 1948 hatte sie fast 200.000 Mitglieder und stand bereits kurz nach der Gründung in direkter Opposition zu dem Gesellschaftsmodell, das den Sozialisten und Parteifunktionären in Moskau in Berlin vorschwebte. Viele junge Menschen, vor allem Schüler und Studenten, engagierten sich in der Partei. Helmut Kind, Hans-Dietrich Genscher und Arno Esch waren drei von ihnen.

Das Anwachsen der freiheitlichen und konservativen Oppositionsparteien LDPD und CDU in der sowjetisch besetzten Zone wurde von den Kommunisten nur für kurze Zeit toleriert, ehe dem “konterrevolutionären” Treiben ein Ende gesetzt wurde. Bereits im November 1948 begannen die ersten Verhaftungswellen gegen Parteifunktionäre und Mitglieder dieser Parteien. Zuchthaus und Arbeitslager erwarteten die Glücklicheren unter ihnen. Andere, wie der junge Student Arno Esch, wurde 1949 verhaftet und zwei Jahre später in Moskau für sein Engagement für ein freies Deutschland hingerichtet. Wieder anderen, wie Hans Dietrich Genscher (FDP Politiker und Bundesminister), gelang nach den Repressionen und dem Enthauptungsschlag gegen die Bewegung die Überssiedlung bzw. Flucht in die Bundesrepublik Deutschland.



Helmut Kind, 1922 geboren, wurde der Vorwurf gemacht eine «bürgerliche Oppositionspartei» gründen zu wollen, obwohl er zu diesem Zeitpunkt bereits Mitglied der LDPD und diese offiziell zugelassen war. Und ohne jemals rechtkräftig verurteilt worden zu sein, verbrachte er insgesamt fünf Jahre in Haft im Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen und im ehemaligen KZ-Sachsenhausen, das von den Kommunisten weiter als Gefangenenlager genutzt wurde. Sein Verbrechen – Widerstand gegen den Sozialismus und der Wunsch nach einem freien und selbstbestimmten Deutschland.

Nach 1950 wurden alle Parteien in der DDR mit der SED gleichgeschaltet und der Anschein eines vielfältigen Parteienspektrums fallen gelassen. Mit den Verhaftungswellen und nach dem Volksaufstand der DDR-Bevölkerung, wurden die Daumenschrauben gegenüber der politischen Opposition angezogen. Das Paradies für Arbeiter und Bauern, wie es angepriesen wurde, wurde zur zweiten Diktatur auf deutschem Boden im 20. Jahrhundert.

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