Der gute (Partei)Soldat

von Ignatius, Akademiker in Theologie und Geschichte, Rheinländer, früher Afghanistan-Urlauber in Flecktarn.

Soldaten, vor allem die Offiziere, sind strukturbewusst und wissen, wo und wie sie Karriere machen können. Friedrich Merz könnte Recht haben, wenn er glaubt, dass es innerhalb der Bundeswehr viele Sympathisanten mit der AfD gibt. Jeder, der sein Vaterland liebt, kann nur schwerlich den Anblick seines Niedergangs ertragen.



Generalmajor Zudrop, Kommandeur im Zentrum für Innere Führung, hat die Grundsätze der Inneren Führung vermutlich nicht verletzt. Zu diesem Ergebnis könnte die interne Ermittlung kommen, die herausfinden soll, ob der Herr General mit seiner Schimpftirade auf die AfD das Neutralitätsgebot der Bundeswehr verletzt hat oder nicht. Viel wahrscheinlicher ist, dass man zu dem Schluss kommen wird, dass Herr Generalmajor mit guten Intentionen handelte, die Revolution, pardon, die Demokratie verteidigte und sich klassenbewusst verhielt. Was keiner aussprechen will ist, dass Herr Generalmajor wie viele Offiziere und Beamte lediglich strukturbewusst handelt. Im Dritten Reich unterstützten etliche die Nazis, vorher die Monarchie und bis heute ist eben normal für einen Offizier, wenn er bei einer der drei Parteien der alten Bundesrepublik ein Parteibuch hat. Ich selbst hatte bis vor wenigen Jahren eines der SPD und war auch aktives Mitglied in Amt und Würden im Kreisverband.

Herr Generalmajor weiß schlichtweg, dass er sich als noch dienender General nur erlauben kann in die Richtung zu schlagen, die ihm vom Dienstherren vorgegeben ist. Das von der Union geführte BmVg wird einen Teufel tun und ihren eigenen General, der für sie eine Lanze gebrochen hat, ans Messer liefern. Die interne Ermittlung wird zu keinem Ergebnis kommen, das Herrn Generalmajor dauerhaft Schaden zufügt. Denn er tat es schließlich aus der korrekten, ideologischen bzw. karrierepolitischen Überzeugung.

Sozialistische, eher linke und grün angehauchte, mehrheitlich nur strukturbewusste und stromlinienförmige Soldaten sind die neue Normalität in der Bundeswehr. Gute (Partei)Soldaten gibt es dort zur Genüge. Ich muss es wissen, denn ich war auch einer. Nur war ich nicht angepasst genug, um es dauerhaft bleiben zu können.

Ein junger Offizier mit dem Parteibuch der AfD kann in der Bundeswehr nichts werden – er wird höchstens ein junger Zivilist. Die Soldaten, die die AfD jetzt hat, sind ehemalige, altgediente oder solche, die aus politischen Gründen entsorgt wurden oder aus eben diesen Gründen nicht weiter als über einen Unteroffizierdienstgrad hinauskommen würden. Das BA-Pers(Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr) wird dafür sorgen, dass es so bleibt.

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PS: Der Soldat im Bild ist ein Kadett der US Akademie Westpoint. Er flog als Kommunist auf und wurde entlassen.

 

 

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