Der Erzketzer der Union

Herr Hans Georg Maaßen ist nur ein ehemaliger Bundesbeamter. Aber eben ein korrekter. Nicht politisch korrekter, sondern nur einer, der seinen Job einigermaßen gewissenhaft ausführen will. Dass ihm dieser Dienst durch die unverantwortlich handelnde Bundesregierung schwerer gemacht wurde, erlaubte er sich zu kritisieren. Monate nach den Lügenmärchen um Chemnitz ist auch klar, dass es nicht nur keine Hetzjagden gab, sondern auch einer der prominent gewordenen Hitlergrüßer ein linker Agent Provocateur war.

Annegret Kramp Karrenbauer will den Erzketzer nun aus seiner eigenen Partei entfernen. Er wird zum Sarrazin der CDU, weil er bei unumstößlichen Wahrheiten bleiben will, die durch den gesunden Menschenverstand gedeckt werden, statt sich blind zu einer neuen Ideologie zu bekennen, die seit Merkels Amtszeit immer mehr Menschen bekehrt hat. Warum eigentlich? Weil jede Veranstaltung, wo sich Maaßen ähnlich denkende der Union versammeln, immer komplett ausgebucht ist, während Auftritte von AKK und Konsorten langweilige Klatschveranstaltungen mit Menschenattrappen sind? Ist es der Neid auf den Ruhm diesen Dissidenten der alten Ordnung, der einfach seine ketzerischen Wahrheiten nicht widerrufen will?



Sie selbst behauptet, dass Hans Georg Maaßen, ähnlich wird es auch Max Otte vorgeworfen, keinerlei Bezug zur Union mehr habe. Das mag wohl richtig sein, weil sich die Union inhaltlich entkernt, ihren konservativen Markenkern abgestreift und eine sozialdemokratische bzw. grüne Politik adaptiert hat. Nicht Maaßen hat die CDU verlassen, sondern die CDU den Herrn Maaßen und alle anderen, die heute woanders ihr Kreuz machen oder den Hut nahmen und gegangen sind. Nachtrauern sollte man dieser Entwicklung der Union nicht mehr, sondern sie als gegeben und unausweichlich betrachten. Die Funktionärskaste der Feiglinge und Widerlinge hat übernommen und steuert das Schiff der CDU/CSU zielsicher in den Abgrund. Dass ein erheblicher Teil der Bundesrepublik Deutschland dabei auch dran glauben muss, ist jetzt gottgegebene Tatsache.

Das Problem von Herrn Maaßen und anderen Dissidenten innerhalb der Union ist vielmehr, dass es ihnen unmöglich scheint nach zwanzig oder mehr Jahren in der Partei noch die Haut zu wechseln. Sie glauben ihre eigenen Lügen, die sie sich nachts vor dem Schlafengehen erzählen. Nämlich, dass sich die CDU/CSU eines Tages wieder zu ihrem konservativ-liberalen Markenkern bekennen wird, um dann die Rückeroberung der verlorenen Wählerschichten anzutreten. Die Kämpfer der WerteUnion sind seltsam loyal (passend zum deutschen Charakter). Sie glauben an Wunderwaffen und Siege, wo kein Sieg mehr errungen werden kann. Sie würden sich selbst und ihren Anliegen mehr helfen, wenn sie zur Wahl der AfD aufrufen würden. Mehr ist gar nicht nötig, um die politische Schallmauer zu durchbrechen und letzten Zögernden in der Union zu signalisieren, dass die Schlacht verloren ist und man lieber schauen sollte, ob nicht ein Rückzugsgefecht mit einer anderen Partei mehr Sinn machen würde.

Den Linksdrall der Union kann man nicht mehr aufhalten. In den Startlöchern der Jungen Union warten, bis auf wenige Ausnahmen, die gleichen Charaktertypen, die den jetzigen Kurs vollumfänglich für gut befinden. Vielmehr sollten geneigte Wähler, die noch halbwegs bei wachem Verstand sind, endlich erkennen, dass diesem Niedergang etwas Gutes abzugewinnen ist. In der Causa Maaßen, Otte und Co. zeigt die CDU, wessen Geistes Kind sie wirklich ist. Wer die Union wählt, bekommt eben grüne Politik mit allen Konsequenzen und soll sich in zehn Jahren nicht erniedrigen, wenn er meint, dass er doch von nichts gewusst habe.

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Bild: Bundesministerium des Innern/Sandy Thieme / CC BY-SA 3.0 DE

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