Das grüne Klima-Narrativ – ein Wahlsieg der Angst

Gastbeitrag von Armin:

Die Grünen haben in Deutschland einen nie dagewesenen Höhenflug: mehr als 20 Prozent bei der EU-Wahl, 36 Prozent Stimmanteil unter Erstwählern und in einer aktuellen Forsa-Umfrage zur Bundestagswahl sogar erstmals auf Platz 1 – ein Schock für viele Patrioten. Rückblickend erweisen sich die vergangenen Monate als ein besonderes Lehrstück über die Macht der Metapolitik und die Möglichkeiten der Massenmanipulation.



Die Erzählung von der Erderwärmung und dem menschengemachten Klimawandel ist nicht ganz neu, aber erst in diesem Jahr wurde die Sache so richtig aufgedreht. Dank der weltweiten Fridays-for-Future-Proteste beherrscht das Thema endgültig alle Medien und politischen Diskussionen. Erste deutsche Städte haben den „Klimanotstand“ ausgerufen – was auch immer das bedeutet. Die Vorgänge tragen längst Züge einer Hysterie, die mitverantwortlich für die Wahlerfolge der Grünen ist.

Wie kam es dazu? Während uns erzählt wird, dass ein sechzehnjähriges Mädchen aus Schweden die Protestbewegung ins Leben gerufen habe, hat die „Junge Freiheit“ in ihrer Ausgabe vom 10.05.19 das einflussreiche Netzwerk hinter den scheinbar plötzlich entstandenen „Schülerprotesten“ aufgezeigt: Das Spendenkonto, auf das die Fridays-for-Future-Initiative verweist, gehört „Plant-for-the-Planet“, einer von UN-Mitarbeitern gegründeten Organisation. Der Vorstandsvorsitzende von „Plant-for-the-Planet“ ist Frithjof Finkbeiner, der unter anderem auch der „Stiftung Weltvertrag“ vorsteht und zufällig auch noch Vizepräsent des „Club of Rome“ ist. Die „Stiftung Weltvertrag“ wiederum koordiniert den „Global Marshall Plan“, ein von George Soros und anderen mächtigen Globalisten nach dem Ende des Kalten Krieges initiiertes Megaprojekt.

Die Hauptorganisatorin der Fridays-for-Future-Demonstrationen in Deutschland, Luisa Neubauer, ist Mitglied der Grünen. Ein Schelm, wer vor einer Wahl Böses dabei denkt. In Kooperation mit Medien, die das Klima-Narrativ nicht nur nicht hinterfragen, sondern größtenteils ganz offen damit sympathisieren, ergibt sich eine immense metapolitische Wirkung. Das Thema ist in aller Munde und insbesondere junge Leute werden für die Politik einer bestimmten Partei gewonnen. Mehr noch: Das gigantische nichtstaatliche Netzwerk hinter dem Narrativ treibt inzwischen sämtliche Parteien vor sich her. Kurz nach der EU-Wahl haben sowohl SPD- als auch CDU-Vertreter lautstark beklagt, dass sich ihre Parteien des Themas „Klimaschutz“ stärker hätten annehmen sollen, dass die große Bedeutung des Themas verkannt worden sei usw. – politische Parteien richten sich nach der metapolitischen Hegemonie aus.

Etwa eine Woche vor der Wahl erhielt das Thema noch einmal einen ungeahnten Aufmerksamkeitsschub: Der Youtuber „Rezo“ veröffentlichte ein Video mit dem Titel „Die Zerstörung der CDU“, das innerhalb weniger Tage bereits einige Millionen Aufrufe zählte und ein enormes Medienecho auslöste – ein Einfluss, von dem patriotische Kanäle bisher nur träumen können. Der bei Jugendlichen beliebte Youtuber, der bisher hauptsächlich mit Videothemen wie „Schockball Challenge mit Julia Beautx“ und „Helium Challenge mit Wasser Bestrafung“ hervorgetreten ist, wird hier plötzlich ungewohnt politisch und warnt eindringlich vor der drohenden Klima-Apokalypse. Insbesondere die CDU habe bisher alle notwendigen politischen Maßnahmen blockiert, ihre Vertreter seien außerdem inkompetent und würden sich mit den wissenschaftlichen Fakten überhaupt nicht auskennen.

Nun, amtierende Darsteller im Politbetrieb der Inkompetenz zu überführen, ist nicht allzu schwierig. Hier steckt offensichtlich mehr dahinter als der Frust eines Jugendlichen über Politikerversagen. So mündet Rezos indirekte Wahlempfehlung für die Grünen schließlich in ein totalitäres Klima-Regime: «Und das ist keine übertriebene Parole, sondern das nüchterne Ergebnis von tausenden wissenschaftlichen Untersuchungen und die Einschätzung von zigtausenden Experten. Das heißt, es geht hier nicht um verschiedene legitime politische Meinungen, sondern es gibt nur eine legitime Einstellung, und zwar dafür zu sorgen, dass es so schnell wie möglich einen drastischen Kurswechsel gibt – sonst sind wir faktisch gefickt.» (Zitat aus dem Video „Die Zerstörung der CDU“) Geht es nach Leuten wie Rezo, könnten Kritiker des offiziellen Klima-Narrativs also zukünftig wie Kriminelle behandelt werden. Da kann es einem schon mal kalt den Rücken herunterlaufen.

Youtuber und die CDU

Rezo selbst ist nur ein Produkt, ein Werbeträger. Sein Kanal gehört zum Management von „TubeOne“, dem Influencer-Marketing des Großunternehmens Ströer, das mit einem Umsatz von 1,6 Milliarden Euro (2018) Marktführer in Deutschland sein dürfte. Youtuber, die mit ihren Videos Millionen junger Menschen erreichen, sind für Unternehmen wie Ströer natürlich Gold wert. Über ihre Kanäle können nicht nur Produkte beworben, sondern eben auch metapolitische Kampagnen gefahren werden, ohne dass die Zielgruppe bemerkt, dass sie gerade heftig manipuliert und gelenkt wird. Wer das Rezo-CDU-Video in Auftrag gegeben hat, ist unklar; die Grünen haben bereits dementiert. Betrachtet man das Netzwerk hinter „Fridays for Future“, ist das Dementi auch nicht völlig unglaubwürdig. Es gibt mehrere Akteure, die ein Interesse an der Verbreitung des Klima-Narrativs haben.

Die bedeutendste wissenschaftliche Instanz, die von der Klima-Lobby und eben auch von den Medien immer wieder angeführt wird, ist der „Weltklimarat“ (Intergovernmental Panel on Climate Change, abgekürzt: IPCC). Diese bereits 1988 gegründete Organisation besteht allerdings längst nicht nur aus Wissenschaftlern, sondern vor allem aus Vertretern von 195 Regierungen sowie von mehr als 100 NGOs, die dort knallharte Lobbyarbeit betreiben. Es handelt sich also weniger um ein wissenschaftliches als vielmehr um ein politisches Gremium. Dass der „Weltklimarat“ im Jahr 2009 in die Kritik geriet, als über geleakte E-Mails bekannt wurde, wie manipulativ führende IPCC-„Forscher“ vorgehen, haben die Mainstreammedien längst wieder vergessen. Oliver Janich schrieb damals für „Focus Online“ (12.12.2009): „In den E-Mails unterhalten sich prominente Klimaforscher darüber, wie sie mit Kritikern umgehen, wie Datensätze so verändert werden, dass sie zur offiziellen Theorie passen, und wie kritische Journalisten boykottiert werden sollen.“

Das Hauptargument, das auch in Rezos Video bemüht wird, ist die Alle-sind-sich-einig-Behauptung: Nahezu 100 Prozent aller seriösen Wissenschaftler würden die Annahmen und Prognosen des IPCC teilen. Der Meinungsforscher Hans Mathias Kepplinger von der Universität Mainz kam noch 2006 zu dem Ergebnis, dass dies auf nur etwa 30 Prozent der deutschen Klimaforscher zutrifft. Die „Zustimmung“ könnte seitdem durchaus gewachsen sein, weil Kritiker zunehmend mundtot gemacht werden oder einfach keine Aufträge mehr erhalten.

Man muss dem Gegner lassen: Das alles ist metapolitisch sehr, sehr gut gemacht. Dadurch, dass immer wieder auf „das nüchterne Ergebnis von tausenden wissenschaftlichen Untersuchungen und die Einschätzung von zigtausenden Experten“ (Rezo) verwiesen wird, haben die meisten Bürger nicht den Eindruck einer Diktatur, während sie auf die Akzeptanz drastischer politischer Maßnahmen vorbereitet werden. Jugendlichen wird mit den Schulstreiks sogar noch die Möglichkeit geboten, einen rebellischen Habitus im Einklang mit dem Mainstream auszuleben. Eine stromlinienförmige Rebellion. Die jungen Leute dürfen sich als wichtige Akteure und Umweltaktivisten fühlen, obwohl sie kein persönliches Risiko eingehen und lediglich als Werkzeug eines globalistischen Netzwerks fungieren – ebenso perfide wie genial.

Warum die Globalisten den europäischen Ländern, insbesondere Deutschland, das Klima-Narrativ aufzwingen, während sich Staaten wie China, Russland und die USA kaum für das hysterische Geschrei interessieren, ist mir noch nicht vollständig klar. Ein mittelfristiges Ziel – das hat die Anti-Diesel-Kampagne gezeigt – scheint die Deindustrialisierung Deutschlands zu sein. Josefine Barthel erklärte dazu im Compact-Magazin („Klimawandel – Fakten gegen Hysterie“) ganz trocken, warum dies in die Steinzeit führt: «Dabei hat man ein klein bisschen übersehen, dass man nur mit grüner Energietechnik nicht einmal grüne Energietechnik herstellen kann. Schon allein die Herstellung von modernen Windrädern lässt sich mit Windkraft und Co. nicht bewerkstelligen.» Eine weitere Überlegung ist, dass das Aufhetzen von Jung gegen Alt den Globalisten die Möglichkeit gibt, die Völker weiter zu spalten und damit zu schwächen. Darüber hinaus bietet eine alles beherrschende Angst vor der Klima-Apokalypse den unschätzbaren Vorteil von lenkbaren Massen, die dann jede erdenkliche Maßnahme zur Abhilfe schlucken werden – schließlich geht es ja um die Weltrettung … in Deutschland. Und schlussendlich scheint mir aus Sicht der Globalisten ein entscheidender Nutzen dieses Mega-Narrativs zu sein, dass sie damit alles andere überlagern und von den eigentlich existentiellen Themen wie der ungerührt weiter ablaufenden Ersetzungseinwanderung und der demographischen Situation Europas ablenken können. Angesichts einer als global ausgegebenen Bedrohungslage verlieren die Nationalstaaten und das eigene Volk weiter an Bedeutung.

Wir Deutsche sind für Manipulationen dieser Art leider besonders empfänglich. Das hat im vorliegenden Fall hauptsächlich zwei Gründe: Erstens wird das Thema „Klimaschutz“ (Reduktion von CO2-Emissionen usw.) irreführenderweise systematisch mit Umweltschutz gleichgesetzt. Die Drahtzieher wissen genau, dass sie uns damit kriegen, weil wir ein naturverbundenes und umweltbewusstes Volk sind. Viele gute und sinnvolle Themen, wie das Eindämmen von Kunststoffverpackungen, werden einfach mit dem Klima-Narrativ vermengt. Dabei gelingt es den Globalisten, unser Umweltbewusstsein vom Heimatbewusstsein zu entkoppeln, umzulenken und dadurch zu neutralisieren. Denn der „Klimawandel“ ist entgrenzt und global, es geht um die „Zukunft der Menschheit“ – Heimat hat darin keinen Platz mehr. Es ist wichtig, zu verstehen, dass diese Entkopplung keineswegs natürlich ist. Echtes ökologisches Denken ist eine zutiefst konservative und heimatverbundene Tugend, ein Potential der patriotischen Bewegung, das der Gegner gerade bei uns Deutschen fürchtet. Der zweite Grund für unsere besondere Empfänglichkeit ist unser davon angesprochener Schuldkomplex, unser Gut-sein-Wollen. Wir wollen helfen, wir wollen gute Menschen sein, wir wollen die Welt nicht zerstören. Und wenn andere Länder nicht mitziehen, sind wir bereit, die doppelte und dreifache Last zu tragen. Ähnlich wie bei der Migrationsfrage wird hier das gutartige deutsche Naturell auf perfide Weise missbraucht und in die Irre geleitet.

Wir werden von totalitär denkenden und völlig skrupellosen Fanatikern regiert. Und damit sind nicht in erster Linie die Politdarsteller der Parteien gemeint. In gewisser Weise ist der Siegeszug des Klima-Narrativs und der Grünen ein Wahlsieg der Angst, das hat uns ja Greta Thunberg mit ihrem Ausspruch «Ich will, dass ihr in Panik geratet!» mehr als deutlich gemacht. Zugleich könnten die Übertreibung und der offensichtliche Kampagnencharakter der Sache dazu beitragen, dass immer mehr Menschen den Schwindel durchschauen. Deshalb möchte ich Gretas Worten einen von den Grünen zur EU-Wahl verwendeten Plakatspruch entgegensetzen: «Eine mutige Gesellschaft lässt sich keine Angst machen.»

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