Die Freuden der Hofberichterstattung

Grün, grün, grün sind alle meine Gäste.

Kennen Sie das? Sie unterhalten sich mit Bekannten oder aber Gästen auf einer Feier, also Fremden über Politik und stellen dann fest, dass ihr Gegenüber eigentlich ein Wiederkäuer ist? Also keine Kuh, sondern jemand, der einfach nur Worthülsen und Satzbruchstücke von der Tagesschau wiedergibt und sie versucht glauben zu machen, dass dies seine eigene Meinung sei?



Immerhin schauen knapp 10 Millionen Menschen jeden Tag die Tagesschau und für viele bleibt es der einzige Informationsfilter, von dem sie sich bestrahlen lassen.Blicken wir zu den anderen Kanälen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, aber auch zu den Privaten, dann darf es eigentlich keine Irritation über die Popularität der Grünen geben, die auf den Sympathiewellen der Medienmacher reiten dürfen. Das Gesicht von Robert «Es gibt kein Volk» Habeck ist mir mittlerweile vertrauter als das, meiner engeren Verwandten. Es gibt keine Woche, wo seine ungepflegte Haut und der graue Stoppelbart nicht durch die Medienlandschaft gereicht werden. Kritische Nachfragen für die Grünen in Talkshows und Co? Eher selten. Derweil kann die AfD nicht nur mit einiem vier zu eins Kräftegleichgewicht in jeder abendlichen Talkshow rechnen, sondern kriegt in den späten Stunden Sondersendungen, wo linksradikale, als Rechtsextremismusexperten verkleidete, ihre Meinung zum Wesen des AfD-Wählers verbreiten dürfen. Gleich danach laufen Dokumentationen zum Holocaust, dem Dritten Reich oder irgendwelchen Neonazi-Glatzen in Bautzen, damit die Assoziationskette und das Framing auch stimmen.

Und auch wenn diese mediale Benachteiligung eigentlich Grund zur Sorge sein sollte, stimmt sie auch hoffnungsvoll.  Denn die Macht der quasi vierten und geheimen Gewalt im Staate, den Massenmedien, ist nicht zu leugnen. Bisher stützt die AfD ihren Erfolg auf das Internet und andere Kanäle, die unter dem Radar der meisten Menschen, ja des durchschnittlichen Bundesbürgers laufen. Sie erringt trotz dieser Ungleichbehandlung kleine und große Erfolge. Obwohl es kein einziges Blatt mit größerer Auflage gibt (Tageszeitungen), das positiv über die AfD berichtet. Im Fernsehen braucht man gar nicht erst suchen.

Aber was wäre denn, wenn dieses mediale Ungleichgewicht zu Gunsten der Grünen für ein halbes Jahr gekippt werden würde? Wenn nur ein Moderator oder Redakteur in einer wichtigen Position gut über die Partei sprechen würde? Der Status des Pariah und der Filz des Unberührbaren, würden von der Partei abfallen. Wenn die Hofberichterstattung nur für eine kurze Zeit für die AfD anlaufen würde, dann würde sich einiges in diesem Land ändern. Mehrheiten würden entstehen, wo vorher keine waren und dort schwinden, wo sie jetzt noch sicher scheinen.

Wenn die AfD trotz dieses medialen Gegenwindes an Fahrt gewinnen konnte – nicht auszumalen was sein könnte, wenn der Wind plötzlich von hinten in ihr Segel blasen würde.

Noch ist alles in der Schwebe und die Zukunft keinesfalls in Stein gemeißelt.

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