Wie die DDR – nur ohne Mauer

Wie die Welt kürzlich berichtete, haben im Jahr 2017 etwa 82.000 Deutsche die Bundesrepublik dauerhaft verlassen. Insgesamt zogen 249.000 Bürger zwar aus, jedoch kehrten etwa 167.000 auch zurück. Dauerhaft verloren hat die Bundesrepublik damit also nur etwa die Bevölkerungsanzahl von Ludwigsburg. Wer da jedoch geht, ist häufig nicht allgemein bekannt. Handelt es sich um Rentner, die ihren Lebensabend im Süden verbringen wollen? Oder sind es junge, qualifizierte Deutsche, die ihr Glück woanders suchen? Laut dem Cicero, der sich unter anderem auf Informationen vom OCED und eine Studie des Prognos-Institutes beruft, sieht die ganze Sache ziemlich düster aus.

38% der Auswanderer stören sich an den hohen Steuerabgaben, 31% an der Bürokratie. Für viele bleibt am Ende des Geldes einfach noch zu viel Monat übrig, sodass sie ihre Koffer und ihren Abschluss einpacken. Kein Land verliert so viele Akademiker wie Deutschland. Laut dem Verband der Ingenieure sind derzeit ca. 7000 Stellen für eben diese Ingenieure unbesetzt. Eine Besserung scheint nicht in Sicht zu sein. Derzeit flüchten vor allem Ärzte, Wissenschaftler, Facharbeiter, Handwerker, Techniker, Dienstleister und Unternehmensgründer. USA, Kanada, Australien und Israel gehören zu den beliebteren Auswanderungszielen.



Wer mal im westlichen Ausland unterwegs ist, gerne auch in der Schweiz, dem wird nicht entgangen sein, dass Deutsche sich in üppigen Mengen als Facharbeiter und Angestellte tummeln. Kanada, Australien, USA – hochqualifizierte Deutsche sind dort begehrte Arbeitskräfte, die für ihre Fähigkeiten in der Regel deutlich besser bezahlt werden, weniger an Steuern abtreten und mehr am Ende des Jahres von ihrem Schweiß und Blut haben, als das in Deutschland der Fall ist, so die Wirtschaftswoche.  Der Trend existiert bereits seit den späten 90er Jahren und erreichte in den letzten Jahren konstant höhere Zahlen – mehr und mehr Bundesbürger verlassen Deutschland dauerhaft. Gleichzeitig wird uns erzählt, dass Deutschland mehr Menschen durch Zuwanderung gewinnt, als es durch Abwanderung verliert. Da sich die Mär des afghanischen Atomphysikers und syrischen Chirurgen als eben das, eine Mär, erwiesen hat, bleibt nur der Realität ins Auge zu sehen. Denn nach Deutschland ziehen vor allem Empfänger deutscher Sozialhilfe, Geringqualifizierte und Glücksritter, die das BIP des Landes nicht merklich voranbringen, sondern es nur schwächen werden. Die binneneuropäischen Fachkräfte, die wir bekommen, rotieren in der Regel und sind oft nicht dauerhaft hier gebunden. Bleiben tun jedoch viele der Empfänger von sozialen Hilfsleistungen, da die Tore der BRD weiterhin für die Welt geöffnet sind.

Laut Presse, beispielsweise Stern (aber auch anderen), verließen 2015 etwa 1000 Millionäre Deutschland. 4000 weitere kehrten der BRD 2016 den Rücken. Damit verliert Deutschland nicht nur Kaufkraft, sondern auf kräftige Motoren für die Investition. Unternehmer, Gründer und Firmen leiden, wenn Menschen mit Geld das Land verlassen. Dem Staat entgehen die Steuern und die Besitzer des schicken Cafés Unter den Linden oder der Therme weitere Kunden. Schmilzt die obere Mittelschicht und die Oberschicht ab, sollten das eigentlich Frühwarnzeichen für jedes Land und seine Regierung sein. Das hat bei Kambodscha nicht funktioniert, bei Venezuela nicht und auch bei der DDR nicht. Vor dem Bau der Mauer, dem sogenannten «antifaschistischen Schutzwall», verließen die Besitzenden und Qualifizierten die DDR in Massen. 3,8 Millionen Menschen flohen aus der DDR in den Westen und gaben dafür unterschiedliche Gründe an. Politisches Klima und schlechte Wirtschaftslage waren wohl die Hauptgründe, die womöglich auch bei den heutigen Auswanderern eine Rolle spielen dürfen. Derzeit erinnert die BRD an die DDR, was die Repression und die Mangelwirtschaft angeht. Vieles scheint sich zu wiederholen und die Warnzeichen werden von unseren Regierenden weder registriert noch ernst genommen, wenn sie denn registriert werden.

Deutschland befindet sich in einer tödlichen Abwärtsspirale, da immer mehr Geringqualifizierte und Leistungsempfänger ins Land kommen und gut qualifizierte Menschen gehen. Gleichzeitig produziert unser Bildungssystem nicht mehr die Abgänger, die unsere Wirtschaft benötigt. Diese kommen im immer größer werdenden Sektor der Angestellten des Bundes unter, der jedoch nur kostet und kaum Mehrwert erwirtschaftet. Mehr Menschen, die beim Staat unterkommen, heilen die Wirtschaft nicht. Währenddessen beschließt Deutschlands Regierung den Kohleausstieg, die Abschaltung der AKWs und die Demontage der eigenen Autoindustrie.

Diesmal hält keine Mauer die Abwanderungswillgen davon ab, das sinkende Schiff zu verlassen. Rette sich wer kann, scheint die Parole der Jahre 202x zu werden. Flieht ihr Narren, wenn euch hier nichts hält, sagte einer unserer Autoren einst, der sein Glück in der Schweiz jetzt gefunden hat. Aber was ist mit denen, die nicht fliehen können, weil sie hier Familie und Bindungen haben, Verantwortung und Wurzeln, die sie nicht kappen wollen? Was ist mit denen, die das nicht wollen?

Mehr als Durchhaltevermögen und Leidensfähigkeit kann man diesen Menschen nicht wünschen. Auf unseren Rentenonkel, Hubertus Heil (SPD), sollten diese sich lieber nicht verlassen. Sonst bleibt am Ende nur die bittere Enttäuschung.

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