Volkes Stimme ist Gottes Stimme?

Gastbeitrag von “Masovia” – Auf den Spannungsfeldern zwischen Pflicht und Ungehorsam, Ordnung und Aufstand, Wir und ich, einen Weg in der Dunkelheit Europas suchend.

 

Ein großer Irrglaube der heutigen Zeit, und der politischen und ideellen Denker und Lenker im Besonderen, ist, dass angenommen wird, die Mehrheit würde bzw. müsste entscheiden. Die derzeitige Ausführung mag von einigen rechten, linken oder libertären Gruppierungen als nicht ausreichend oder weitgehend angesehen werden. Abgesehen von einigen wenigen Radikalen, ist die Anerkennung der legitimierenden Mehrheit Grundkonsens in der westlichen Welt. Aber ist das Prinzip an Sich überhaupt sinnvoll?

Tatsache ist, es stehen auf allen drei relevanten Seiten, der linken, der rechten und der zentristischen, nur kleine Minderheiten an überzeugten Anhängern, die auch zusammen keine Mehrheit darstellen. Denn diese kleinen Gruppen zeichnen sich nicht durch ihre Masse oder Popularität aus, sondern durch den Willen ihrer fanatischen Anhänger und die Strahlkraft derselbigen.

Der Wille im politischen Sinne stellt dabei das solare Element dar, d.h. er strahlt Energie aus, er setzt Impulse, er gibt Leben. Die Masse dagegen ist eher lunar, lässt sich also nur anstrahlen, reagiert also auf einen Impuls, zehrt vom Leben des Lichts. Man könnte hierbei einwerfen, dass schon oft genug Volksmassen Regierungen und Systeme stürzen konnten, wie 1789 in Frankreich, 1917 in Russland oder 1989 in der DDR. Dabei darf allerdings nicht vergessen werden, dass diese Revolutionen ohne einzelne Anführer oder Aufpeitscher, die der Masse Form und Richtung gaben, niemals Erfolge hätten feiern, geschweige denn, überhaupt erst hätte beginnen können.

Die menschliche Masse im politischen Sinne ist also vergleichbar mit einer Herde auf der Weide. Passiv, ignorant, nur das jetzige oder unmittelbar nächste Futter vor Augen. Die politischen Richtungen sind dabei die Hirten, die Richtungsgeber, die Entscheider über den nächsten Futterort und das Schicksal der Herde überhaupt. Der Masse ist dabei prinzipiell die Hand des Hirten egal. Ob sie grausam und kalt ist, oder sanft und warm, spielt für die Herde in ihrer Gesamtheit keine Rolle. Einzelne, oder vielleicht sogar die Mehrheit, mögen im Stillen manchmal nicht mit der Führung einverstanden sein, oder sie sogar in ihrer Gänze ablehnen. Wenn die Masse sich aber gegen den Hirten erhebt, dann nicht aus kollektiver Entscheidung heraus, nein. Der Grund hierfür ist ein neuer Impuls, ein anderer Hirte, dessen Strahlkraft größer ist, als die des alten.

Besonders interessant wird es erst, wenn man vor diesem Hintergrund nun die vorherrschende Mentalität im alternativen Spektrum, nämlich, dass man für eine schweigende Mehrheit sprechen würde oder, nach einer Wirtschaftskrise oder schlimmer werdender Gewaltkriminalität, die Mehrheit der Deutschen schon «aufwachen» würde und dann einfach so ins Lager der patriotischen Opposition wechseln würde. Daran offenbart sich schon die geistige Verherdung, wenn man dem Kollektiv eine Entscheidungsfreiheit nicht nur einräumt, sondern diese sogar zur Prämisse der eigenen Weltanschauung macht. Wer die letzten Jahrzehnte (und nicht nur die Zeit seit dem «Urknall» 2015) betrachtet, dürfte eigentlich erkennen, dass keine Wirtschaftskrise, kein Terroranschlag, keine ansteigende Migrantenkriminalität und auch kein Stadtteil, der sich faktisch aus dem deutschen Staats- und Gemeinschaftsgebiet abkapselt, auch nur im Geringsten für sich betrachtet die Massen «aufgeweckt» hat.

Die Masse lässt sich nämlich nicht durch bloße Ereignisse bewegen, sondern nur durch die Personen, die Hirten, die der Herde sagen, wie sie darauf zu reagieren hat und wohin sie sich nun bewegen muss. Daher auch mein Appell an Sie, geehrte Leser: Seien Sie Hirten! Seien Sie ein leuchtendes Vorbild in dieser dunklen Zeit! Wir haben keine Zeit mehr, um auf irgendwelche Wunder zu warten. Darum, Seien Sie selbst der Wandel, den Sie sich für unser Vaterland wünschen!

 

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