Der Zustand unserer Städte

Das Bild hier stammt vom ehemaligen Zellengefängnis Moabit. Heute steht dort ein Geschichtspark, der an die vielen Inhaftierten des Nationalsozialismus erinnert, die hier teilweise auch getötet wurden. Darunter neben Künstlern und Autoren auch Widerstandskämpfer der Wehrmacht. Auch der Hauptmann von Köpenick verbrachte hier einige Zeit während des Kaiserreiches.

Nun laufe ich fast jeden Tag dort vorbei und kenne die Stelle seit gut zehn Jahren. Früher gingen Kolleginnen von mir gerne durch den Park zur Arbeit oder zum Hauptbahnhof. Seit etwa zwei Jahren tun sie das in der Regel nicht mehr, obwohl es eine gute Abkürzung ist. Denn mittlerweile, vor allem im Sommer, Frühling und Herbst, versammeln sich dort große Gruppen von Roma und andere Gestalten. Häufig sind es Betrunkene, aber auch Drogendealer haben mich dort schon beim Gang durch den Park angesprochen. Die dunklen Flecken an den Wänden rechts im Bild sind übelriechender Urin. Kot und anderer Müll sorgen für einen unangenehmen Geruch im Sommer und die Bettlerfrauen aus Rumänien kenne ich fast schon beim Namen.

Hier fährt auch jeden Tag eine Unmenge an Polizei vorbei. Jetzt im Winter finden sich hier jedoch nur Obdachlose und kleine Plastiktütchen liegen in den vollgeschissenen Ecken.

Das ist nur ein Beispiel aus Berlin und ich gebe gerne in der Zukunft noch weitere dieser Art. Die mit menschlichem Kot und Urin beschmierten Wände von Gedenkstätten einer geschichtsvergessenen Gesellschaft, finde ich aber besonders bezeichnend. Vielleicht sagt uns das ja etwas über den Zustand des Landes.

 

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