In kaum einem anderen Land wird man so schnell zum Dissidenten wie in Deutschland

In kaum einem anderen westlichen Land wird man so schnell zum Dissidenten wie in Deutschland, wo sich nie ein wahrhaftig freiheitlicher Patriotismus entwickeln konnte.

Die gleichen glühenden und extatischen Gesichter wie bei den jungen Mädchen und Jungen, als SS und Hitler die Formation der Anhänger abgelaufen sind, erkennt man in den emotional verzückten Gesichtszügen der Massen, die sich heute an Bahnhöfen jungen Migranten aus dem Nahen Osten an den Hals werfen, sie mit Teddybären bewerfen und quasi die Einkehr der göttlichen Erlösung feiern. Es ist ein emotionaler Akt, ein Herzensbekenntnis, wo Verstand eher nebensächlich ist. In uns Deutschen steckt vielleicht ein Massegeist, ein gehorsamer Gefolgsmann und einer, der sich von großen Ideen schnell einnehmen lässt. Dabei spielen Inhalt und Form der Idee nur bedingt eine Rolle, solange diese großartig wirken und den Überwindungswunsch in uns kitzeln. 1933-1945 ein «Wir gegen die Welt» und heute ein «Wir für die Welt» – nur gigantisch muss die Idee sein. Gigantisch und bei unseren Nachbarvölkern für Unverständnis sorgen, sodass wir immer unbegreiflich bleiben. Die unbegreiflichen und mächtigen Deutschen.
Ich dachte immer die Deutschen hätten insgesamt aus der Geschichte gelernt. Das stimmt nur bedingt. Sie haben nur erkannt oder meinen zu wissen, dass ein rechter Totalitarismus schlecht ist. Dabei vermengt sich mit Fortlauf der Zeit und umso weiter wir uns von der NS-Zeit entfernen, die Ideologie des Natonalsozialismus mit allem was Deutschland kulturell, philosophisch und zivilisatorisch hervorgebracht hat. Alles wird zusammengeworfen mit den Nazis und das bloße Bekenntnis zur Nation und Republik gilt heute bereits als verdächtig, Wegbereiter eines neuen Nationalsozialismus zu sein. Die Reaktion auf den NS war nicht die Abkehr vom Totalitären, sondern eine Zuwendung zu allen Ideen, die vermeintlich links des NS stehen.

Wir haben nicht gelernt, dass Totalitarismus insgesamt schlecht, Freidenkertum wichtig ist und auch das absolute Gegenteil eines rassischen NS seine eigene totalitären Elemente haben kann. Ein totalitärer Welthumanismus und Globalismus, der Dissenz nicht duldet, führt entlang der selben Fallstricke, die wir eigentlich kennen sollten. Mit dem Pathologisieren fängt es an, führt dann zur Entmenschlichung und letztendlich dazu, dass die Dissidenten zum Volks- oder wahlweise Staatsfeind erklärt werden. Ewig unzufriedene Störer wie in der DDR, die man dann auch wie Ungeziefer bekämpfen kann. Die Diskurshaltung der (noch) Linksautoritären, pseudoliberalen Funktionseliten (Beispiel: Kahrs, SPD) und Medien ( (Vorwärts: «Der Unmensch zeigt sein Gesicht.») endet in letzter Konsequenz im Lauf einer Mauser C96. Roter Terror nach Vorbild von Mao, Stalin und Pol Pot.

Entrollt euren Marsch, Burschen von Bord!
Schluß mit dem Zank und Gezauder.
Still da, ihr Redner!
Du hast das Wort,
rede, Genosse Mauser!

Das beste Beispiel dafür dürften die vielen Anhänger Maos und anderer kommunistischer Teufel sein, die es beginnend der 60er Jahre im ganzen Westen plötzlich gab. Deutschland bekam mit der RAF sogar eine ganz eigene linksterroristische und linkstotalitäre Terrorgruppe, die sich ganz einer linken Ideologie verschrieben hatte, weil der Impuls der Nachkriegskinder und derer, die zu jung waren um Täter gewesen zu sein, ihnen befahl in die entgegengesetzte Richtung des Nationalsozialismus zu rennen, weil dort das angebliche Heil zu suchen sei. Alles nur nicht «rechts» sein. Die studentischen Bewegungen der 68er waren durchzogen von Maoisten, Neo-Stalinisten und antiliberalen Ideologen, die im Glauben an das Gute, natürlich nur an das Gute, bereit gewesen wären die gleichen Übel wie ihre Vorbilder zu begehen.

“Als ich nach Berlin kam, gab es da eine Unzahl von marxistisch-leninistischen Organisationen. Viele Studenten haben Schulungen durchlaufen. Lektüre von Marx’ ‘Das Kapital’, die Geschichte der Arbeiterbewegung und so weiter. Und da spielten eben auch China und die Kulturrevolution eine wichtige Rolle.” Noch heute besitzt Gottfried Schmitt eine Ausgabe der Mao-Bibel. Das Büchlein hat er für das Gespräch mit der Deutschen Welle bereits herausgelegt. Ansonsten stehen die Bücherregale voll mit Literatur und großformatigen Kunstbänden. Mao neben Picasso und Giacometti. Bei der gut erhaltenen Mao-Bibel handelt sich um die erste Miniatur-Ausgabe von 1968. Gedruckt und verlegt in der Volksrepublik China. Sie versammelt Zitate und Schlüsseltexte von Mao Zedong. – Deutsche Welle

Deutschland ist eine Konsensgesellschaft (Cicero), die mit Widerspruch nicht umgehen kann. Das Gegenteil vom freien Dienen hat sich nach zwei Diktaturen und einer langen Geschichte aus Obrigkeitshörigkeit und «Untertanengeist» («Max Weber und die Staatsrechtslehre») in der deutschen Volksmentalität verankert. Er, also der Deutsche, tickt einfach anders als der Amerikaner im mittleren Westen, der Schweizer oder Niederländer. Sein Blick richtet sich selten nach Innen, sondern meist nur nach oben und dahin, wohin gerade die Masse schwimmt.

«Der Deutsche gleicht dem Sklaven, der seinem Herrn gehorcht ohne Fessel, ohne Peitsche, durch das bloße Wort, ja durch einen Blick. Die Knechtschaft ist in ihm selbst, in seiner Seele; schlimmer als die materielle Sklaverei ist die spiritualisierte. Man muss die Deutschen von innen befreien, von außen hilft nichts» – Heinrich Heine,  Gedanken und Einfälle

 

 

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