Claas Relotius, der Spiegel und das Märchen vom Qualitätsjournalismus

Wenn Sie von den Enthüllungen in der Causa von Claas Relotius überrascht waren, leben Sie wahrscheinlich hinterm Mond und konsumieren 24/7 Anja Reschke, Dunja Hayali und Böhmermann im Querformat. Bitte lesen Sie nicht weiter. Denn ihre Heilungschancen wären sowieso gering.

Mindestens seit 2015 ist es fast immer Agitationspresse, die Tag ein Tag aus angekurbelt und mit Peitschenknall auf die Bürgerschaft losgelassen wird. Der Gesinnungsjournalismus, frei nach Tuvia Tenenbom, ist Markenzeichen des deutschen Journalisten, der sich eher als Volkspädagoge sieht:

«Die meisten deutschen Journalisten, die ich kennengelernt habe, halten den Journalismus für ein Instrument der “Volkspädagogik”, bei dem Tatsachen viel weniger zählen als das “richtige Denken”. In ihrer Selbstwahrnehmung stehen sie eine Stufe über den “Massen” und halten es für ihre Pflicht, dafür zu sorgen, dass die Leute das Richtige denken, was in diesem Fall bedeutete, dass sie es mit Mutti halten»

(Quelle: Allein unter Flüchtlingen, 1. Kapitel von Tuvia Tenenbom)

Daher kann und darf es eigentlich jeden noch klar denkenden Menschen nicht überraschen, dass Claas Relotius nicht nur schamlos eine Überlebende der Weißen Rose(99 Jahre alt) dafür instrumentalisierte, um gegen die AfD zu feuern und den Mythos von Chemnitz am Leben zu halten, sondern auch das rechte Amerika unter Trump in den Dreck zog und syrische Flüchtlingskinder von Merkel träumen ließ. Dabei hat Relotius doch nur getan, was der Zeitgeist und die linskliberale Bürgerschaft, die Elitenzirkel in Prenzlauer Berg, Frohnau und Steglitz-Zehlendorf hören und lesen wollen. Er hat geliefert – zwar Lügen, aber doch schmackhafte Lügen! Völlig unerheblich ob hier eine kollektive Wahrnehmungsstörung der grün tickenden Journalisten Grund für die Berichterstattung ist, weil der Effekt letztendlich gleich bleibt. Desinformation ist Desinformation und Unwissenheit schützt ja angeblich vor Strafe nicht. Relotius ist nur die Spitze des Eisberges und seine Märchen stehen symbolisch für das, was der multikulturelle Zeitgeist von ihm erwartet hat. Schließlich hat man ihm die vielen Preise ja trotz der Absurdität seiner Reportagen überreicht, obwohl schon bei den ersten Absätzen einem skeptischen Geist mehrere Alarmsirenen hätten hochgehen müssen. Man WOLLTE ihm glauben.

Es wird mehr Fälle wie Relotius geben. Ob wir sie schon Morgen enttarnen oder erst in zwanzig Jahren, spielt keine Rolle. Der Schaden ist ja bereits angerichtet, wie ein Herr Maaßen bekunden könnte. Der Mythos von Chemnitz ist durch die Klärungsversuche des Ex-Verfassungsschutzpräsidenten nicht gefallen, sondern wird nur noch energischer von denen verteidigt, die ihren ganzen Narrativ auf Lügen aufbauen müssen, weil sie sonst drohen vom Gipfel der Macht zu stürzen.

Wenn Sie in Zukunft vom Spiegel, ZEIT, WELT oder Co. das Wort «Qualitätspresse» oder «Qualitätsjournalismus» hören sollten, dann erheben Sie doch bitte ein Glas Schnaps darauf. EU-Präsident Juncker, Mr. Ischias, würde verstehen. Denn den Irrsinn erträgt man ja nicht, ohne sich hart zu betrinken. Wir werden in Zukunft davon noch mehr bekommen, noch mehr Qualitätsjournalismus. Mittlerweile steckt man so tief im Lügennarrativ drin, dass man immer weiter lügen muss. Sie kennen das vielleicht von Bekannten aus dem Leben. Sie erwischen einen Freund oder Bekannten beim Lügen und merken, dass er sich in immer weiteren Lügen verstrickt, um die ursprüngliche Lüge irgendwie am Leben zu erhalten. Es wird nicht mehr Aufklärung oder eine Umkehr zur Wahrheit geben, sondern eher noch eine Versteifung auf die von Relotius gesungenen Lieder von Multikulturalismus, offenen Grenzen, Kampf gegen Recht(s) und so weiter. Es gibt kein Zurück mehr für die meisten Journalisten, Medienhäuser und Politiker, selbst wenn sie wollten. Ihre Karrieren, Preise, Bücher und Politik basieren auf den angestimmten Lügenmärchen, den Lücken in der Berichterstattung und der perspektivischen Wahrheit.

Sie werden nicht aus der Causa Relotius lernen.

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