Rechte Marodeure in Syrien

Syrien, einst bekannt als ein Brotkorb des Nahen Ostens (noch zu antiken Zeiten) und Wiege von Wissenschaft und Gelehrsamkeit. Alexander der Große war nicht der einzige Prominente, der hier seine Spuren hinterlassen hat. Karge Sandwüsten wechseln sich mit fruchtbaren, grünen Hainen ab, wo Olivenbäume wie aus Malereien deutscher Romantiker in orientalischer Landschaft stehen. Vom Mittelmeer bis nach Tell Brak im Osten des Landes atmet man noch den Hauch der antiken Zivilisation, die von islamischen, christlichen und heidnischen Religionen überlagert wurde. Sumerer, Perser, Griechen, Römer, Phönizier – und heute mehrheitlich Araber leben hier. Wobei das Wort «Araber» als Kategorisierung einer sehr vielfältigen Bevölkerungsstruktur innerhalb dieser Ethnie nicht ausreichend sein dürfte. Die Levantiner, die Bewohner des Mittelmeers, sind eine historische Vermischung aus vielen Völkern. In Syrien müsste man die Kurden und Aramäer/Assyrer noch separat erwähnen, die man nicht zu den Arabern zählen kann. Juden hat es hier auch einst in reicher Zahl gegeben, bis die meisten von ihnen nach Israel oder in die USA abgewandert sind. Der sogenannte Bürgerkrieg (mit viel ausländischer Beteiligung) sorgte dafür, dass sich das demographische Ungleichgewicht weiter zu Gunsten der sunnitischen Araber verteilte, nachdem Christen, Jesiden und Kurden hier maßgeblich unter den islamistischen Milizen zu leiden hatten.

Dass Syrien, eigentlich eines der geschichtlich bedeutsamsten Länder (auch für Europa) so schwer geschliffen wurde, zeigt sich nicht nur an den zerstörten Städten. Die kulturellen Einflüsse des Alterstums sind noch stark, das Land hat immer noch eine kleine, aber sehr fromme Gemeinde von Christen. Die letzten Zeugen der von den linksliberalen Eliten in Politik und Medien bejubelten demographischen Umwälzungen, die durch die Arabische Revolution nur noch verstärkt wurden. Die Entchristianisierung des Nahen Ostens ist beinahe abgeschlossen, das Christentum in seiner ursprünglichen Wiege auf einen blutigen Rumpf reduziert. Seit 2015 kommt auch Mitteleuropa häufiger in Kontakt mit den Syrern. Mehrheitlich mit denen, die im Zuge der Flüchtlingskrise/Massenzuwanderung nach Deutschland eingeladen wurden. Unter ihnen sicherlich echte Bedürftige, die zwar auch in der Türkei oder anderso sicher gewesen wären, aber trotzdem hier nun verweilen dürfen. Viele unter ihnen sind junge Männer, die entweder gar nicht oder in einer der Brigaden der verfeindeten Bürgerkriegsparteien gekämpft haben. Dass diese jungen Männer hier nicht bleiben sollten, versteht sich eigentlich von selbst, ist aber der deutschen Gesellschaft, die mit annähernd 20% die Grünen wählen würde, nicht zu vermitteln.

Gemütliche Katholiken

Im Deutschlandkurier, einem AfD-Blatt, befasst sich der berühmte bzw. berüchtigte Autor Matthias Matussek mit den «rechten Marodeuren» der Identitären Bewegung, die er im Rahmen seines Syrien-Besuches auf ihrer Mission dort begleitet hat. «AHA» nennt sich der Verein, was nicht für «AdolfHitlerArmee», sondern für Alternative Help Association steht. Kurzum: die Mitglieder von AHA setzen sich tatsächlich dafür ein, halten Sie sich bitte fest, dass die Menschen in Syrien eine Zukunft in der eigenen Heimat haben, in die es sich lohnt zu investieren und zurückzukehren! Ich weiß! Verrückt, oder? Jede vom linken Hypermoralismus erfassten Stiftungsmitarbeiterin in einem Berliner oder Brüsseler Büro mag nun die Luft wegbleiben, weil es eine Hilfsorganisation gibt, die auch noch von Rechten betrieben wird, die keine Anweisungen zum korrekten Beantragen eines Asylgesuches geben und lieber dafür Werbung machen, dass die Syrer, die die Heimat verlassen haben, über eine Rückkehr nachdenken sollten. Sie werben dafür, dass die jungen Menschen im Land bleiben oder heimkehren sollen, helfen dabei dort etwas aufzubauen. Absurd, nicht wahr? Bisher bin ich davon ausgegangen, dass die syrischen Kriegswüsten bis zum jüngsten Gericht so bleiben oder allenfalls von chinesischen Landwirten aufgehübscht werden sollten. Die Alternative Hilfe hingegen ist scheinbar der Ansicht, dass die Kinder der syrischen Nation am ehesten dafür geeignet und berufen sind, ihre Heimat wieder herzurichten und eine Zukunft für Syrien zu ermöglichen, die es Wert ist gelebt zu werden. Immerhin gibt es seit Jahren von Seiten der Wissenschaft auch Kritik an der klassischen Entwicklungshilfe und dem Brain-Drain, den die EU und der Westen mit ihrer Migrationspolitik auslösen. Was für uns Westeuropäer eine nur unzureichend qualifizierte Arbeitskraft ist, geht in Schwarzafrika oder dem Nahen Osten bereits als Facharbeiter durch, der dort auch gebraucht wird. Wenn Sie schon einmal eine Stromleitung in einem Entwicklungsland gesehen haben, werden Sie erahnen können warum man den Elektriker, der das verpfuscht hat, nicht in Deutschland arbeiten lassen kann. Aber er kann sehr wohl in Kairo oder Damaskus sein Werk verrichten, wo die Industrialisierung noch nachzuholen ist.

Dass die naiven Flüchtlingshelfer, die sich am Schleppergeschäft mit sogenannter Seenotrettung oder Informationspapieren für das Asylgesuch in Europa beteiligen, damit auch den Herkunftsländern der Migranten Schaden zufügen, scheint im Hochgefühl eines moralischen Imperialismus egal zu sein. Für den Rapper Matador aus dem Senegal, der seinen Landsleuten zuruft:«Bleibt! Ihr seid die Zukunft des Senegal!», ist es eine Frage von Leben und Tod. Der Bericht der Arbeit von AHA hinterlässt den Eindruck, als befänden sich die Mitglieder der Gruppe nicht etwa auf Entwicklungsurlaub, sondern eher in einer Art Auslandseinsatz, wo angepackt wird und dort die Latrine genutzt wird, wo man gerade Schaufel und Feuchtücher zur Hand hat. Diese Art der Erkundung fremder Länder sei allen Journalisten einmal empfohlen, die ansonsten nur den Twitter-Feed aus der Gemütlichkeit des gläsernes Auslandsbüros in Kairo oder Istanbul lesen. Peter Scholl Latour hat vorgemacht, wie es richtig geht.

Matthias Matussek kann es sich leisten mit den Pariahs dort zu sprechen, die in etwa in Deutschland den gleichen Status haben wie die Unberührbaren in Indien. Ein Gutmensch oder Heribert Prantl würden wohl nicht freiwillig aus dem selben Abwasserkanal trinken oder aufs selbe Klo gehen, wie ein Mitglied der Identitären. Aber der katholische Publizist kann es sich leisten, weil er vermutlich zu wohlhabend und bekannt ist, als dass man seine wirtschaftliche Existenz zerstören könnte. Und es kann ihm auch egal sein, weil er schon älter ist und das kleine Bäuchlein gemütlich in Richtung (verdientem) Ruhestand schiebt. Er sitzt auf dem einen Reisefoto im Artikel friedlich auf einem Hocker und überlässt es den linken Medienmenschen sich über die zwei Männer mit den hohen Stirnen und muskulösen Armen zu echauffieren.

Wenn es mehr echte Hilfe vor Ort gäbe, die nachhaltig lebenswerte Alternativen zum Westen schafft, wären wir vermutlich nicht in so einer misslichen Lage wie heute, wo halb Afrika und Asien mit ihrem Menschengewicht nach Europa drängen. Denn wie Afrika oder Asien von Europa durch die bloße Aufnahme von Menschen gerettet geholfen ist, können die linken Ansätze zum Thema Migration nicht erklären. Dazu Gerd Müller, Bundesentwicklungsminister, der da mal sagte, dass die Bevölkerung in Afrika pro Woche knapp um eine Millionen Menschen anwächst(Berliner Zeitung).

Inwiefern dann die jährliche Aufnahme von einer oder zwei Millionen Menschen aus Afrika oder Vorderasien diese Regionen retten soll, bleibt wohl ein Mysterium globalistischer Ideologie. Vielleicht geht ja bei den Verfechtern der offenen Grenzen einmal ein Licht auf und sie kommen dazu auch mal «AHA!» zu sagen, falls sie jemals verstehen sollten.

 

Bild: Flickr /CC BY 2.0

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