Märtyrer für die Vielfalt

Clemens Ladenburger, der Vater von Maria Ladenburger, sprach kürzlich in der Öffentlichkeit über seine durch den Asylbewerber Hussein K. ermordete Tochter. Er äußerte sich zu den vielen sogenannten Hassbriefen, die er bekommen hatte und betonte die Natur seiner Tochter, der er nun auch eine Stiftung gewidmet hat. Sie haben da ganz richtig gelesen. Es gibt nun eine Maria Ladenburger-Stiftung. Der in Brüssel bei der EU arbeitende Jurist, Clemens Ladenburger, hat seine Tochter durch das Versagen der deutschen Politik beim Schutz der eigenen Bürger und Gesellschaft verloren, in dem diese Monster wie Hussein K. ins Land gelassen hat. Heute stellt er sich ernsthaft vor die versammelten Freiburger Einwohner und verkündet die Existenz einer (medizinischen) Stiftung, wo das lächelnde Gesicht seiner toten Tochter auf eine halbe Million Euro hochgerechnet wird.

Irgendwie erscheint mir das zynisch. Aber Jedem das Seine.

Vielleicht denkt er sich ja, dass Maria es so gewollt hätte. Ich weiß es nicht, denn sprechen kann ich für die Toten selbstverständlich keinesfalls. Aber sicher bin ich mir, dass Maria L. es wohl trotz einer gewissen ideologischen Verblendung bevorzugt hätte zu leben und nicht vergewaltigt und ertränkt zu werden. Mein Mitgefühl für sie ist groß, erinnert sie mich doch optisch sehr an eine meiner Freundinnen von früher. Aber was die Eltern angeht, kann es hier kein Pardon mehr für Naivität und Fahrlässigkeit geben, mit der diese auch zwei Jahre nach dem Mord an ihrer Tochter die Welt betrachten. Hätte Maria L. etwas mehr praktische Vorsicht im Umgang mit Fremden beigebracht bekommen, dann wäre diese Geschichte vielleicht glücklicher, wenngleich weniger weltoffen ausgegangen. Dass hier auch nach Sophia Lösche, Maria Ladenburger, Mia, Mireile, Susanna und so weiter kaum ein Umdenken stattfindet und das infantile Gewäsch von Bedford-Strohm und Co. sich wie schleimiger Sud durch die Köpfe der Leute frisst, ist sehr bedauernswert, aber wohl nicht zu ändern.

Mehr Vorsicht hätte Maria retten können. Und Sophia ebenfalls. Daran verschwendet Bedford-Strohm keinen Gedanken, der beispielsweise ernsthaft bei der Trauerfeier von Sophia Lösche sagte: «Vielleicht wäre sie noch am Leben, wenn sie aus dem Misstrauen heraus gelebt hätte. Aber wäre das das bessere Leben gewesen?»

Nun um die Frage zu beantworten: Ja, wäre es. Schließlich wäre es überhaupt «ein Leben» gewesen, was besser ist als «kein Leben». Liebet eure Mörder und die, die euch schlachten? Oder fürchtet euch nicht vor dem brutalen Tod eurer Kinder, durch die Hand anderer Menschen, die hier nicht sein sollten? Vielleicht mag es jemand für mich auf Dunkeldeutsch übersetzen, weil mir wirklich nicht in den Kopf will, wie eine gesetzte Reihe von Bürgerlichen vor einem Bedford-Strohm nach solchen Worten ruhig sitzen kann.  Diese Stiftungsgeschichte, die Ehrungen durch die Evangelische Kirche für die tote Sophia Lösche und all die ritualisierten Floskeln, die mit dem Mord an unseren Mitmenschen einhergehen, haben irgendwie einen bitteren Beigeschmack. Als wenn diese Menschen achselzuckend bereit sind den Tod der eigenen Kinder in Kauf zu nehmen, weil er doch letztendlich für eine gute Sache geschieht.

Sterben müssen sie dann also, die Kinder und Unschuldigen, aber doch für die große Ideologie der besseren, bunteren Welt. Und für diese neue Welt ist scheinbar kein Preis zu hoch. Denn am Ende steht man schließlich vor den Toren des Paradieses. #detnyaLandet, wie die Schweden wohl sagen würden. Und welch größeres Geschenk kann es geben, als für diese neue Welt zum Märtyrer zu werden? Märtyrer für die Vielfalt wird es in den kommenden Jahren noch mehr als genug geben.

Bild: Pixabay

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