Home Politik Auch eine Angela Merkel ist vergänglich

Auch eine Angela Merkel ist vergänglich

Auch eine Angela Merkel ist vergänglich

 

Vor einigen Tagen befragte die WELT eine Auswahl von jungen Menschen dieses Landes im Alter von Heranwachsenden. Alles Kinder also, die mit Angela Merkel als Kanzlerin aufgewachsen sind und sich laut Tenor des Beitrags keine andere Frau an der Spitze des Amtes vorstellen können. Ja, keine andere Frau. Dass ein Mann das Amt ebenfalls ausüben könnte, wird implikativ ausgeklammert. Womöglich will die WELT damit ja zum Ausdruck bringen, wie versteinert die Vorstellung der Menschen über ihre Kanzlerin mittlerweile ist. Die große Alternativlose, die Ewige und einzige Angela, die schon länger regiert als der Mann mit dem Bärtchen aus Österreich.

Seit ihrem Dolchstoß an Kohl ist Merkel die Führende in der CDU. Über die Jahre wurde sie das Aushängeschild der Partei und begleitete nicht nur die jetzt Heranwachsenden, sondern auch all die, die im Jahr 2000 schon geboren waren und in der Blüte eines jugendlichen Lebens standen. Wir, die Menschen zwischen 12 und 40, sind quasi die Generation Merkel. Die Erinnerungen an Rot-Grün unter Schröder dürfte nur beim letzten Ende dieser Merkelgeneration noch deutlich sein. Die jetzt 30-Jährigen dürften nur noch als Heranwachsende und junge Erwachsene viel von Schröders Steuersong und Co. mitbekommen haben. Angela Merkel hat drei amerikanische Präsidenten überstanden, vier britische Premierminister und ist neben Putin wohl die einzige Konstante seit dem 11. September auf der internationalen Bühne. Der Name «Merkel» dürfte neben «Hitler» auch den politisch Uninteressierten im Ausland etwas sagen. Merkel verbindet man mit Deutschland wie Bier und Lederhosen.

Die Ewige hat nicht nur die Finanzkrise von 2008 überlebt, sondern steuerte die Republik auch durch die eher drögen Jahre danach. Ihre Wachtelform und die Art und Weise wie sie spricht, nämlich einschläfernd, wirkte sich vermutlich beruhigend auf das deutsche Wahlvolk aus. Heiße Reden und hitzige Rhetoriker sind hier eher unbeliebt geworden. Die Kanzlerin scheint den Leuten Politik wie Schlafsand in die Augen zu streuen, sodass man sie einfach machen ließ. «Etwas Ausmerkeln» ging sogar als Redewendung in den Sprachgebrauch ein um zu beschreiben, wenn man eine heikle Sache einfach aussitzt. Eigentlich war die Kanzlerin mal recht beliebt und galt bis vor 2015 sogar in der internationalen Politik bei den Beobachtern im Ausland als sehr konservativ, sogar rechts. Ein Irrtum, den die deutschen Wähler wohl schon etwas früher erkannt haben.

Als sich 2015 Millionen von Migranten auf dem Weg nach Europa machten war sie es, die den unrühmlichen Satz «Wir schaffen das!» prägte und damit Deutschland und dem Kontinent eine Population von mehrheitlich ungebildeten Muslimen aufzwang, die die meisten Länder der EU wohl niemals freiwillig aufgenommen hätten.  Im August 2015 zwang sie ganz Europa in eine Situation, deren Konsequenzen sie heute bedauert. Aber verstehen tut sie nicht, dass sie es war, die Europa und die EU gespalten hat. Über die weitere Verteilung der Nachzügler und sich hier festbeißenden Migranten wird immer noch gestritten und scheinbar scheint auch die deutsche Öffentlichkeit nicht zu verstehen, dass die Visegrád-Staaten und nun auch Österreich nicht auf die Rufe nach «Solidarität» bei der Aufnahme von Migranten reagieren wollen. Man kann sie verstehen. Der Standpunkt der Gegner Merkels und des deutschen Sonderweges ist klar vermittelt worden – wenn Deutschland sich einen Stein um den Hals bindet und ins Wasser springt, darf es nicht darauf hoffen, dass die anderen im Boot hinterher in die Tiefe hopsen, um ihre Solidarität zu demonstrieren. Die Suppe der Deutschen ist versalzen und wird von ihnen alleine ausgelöffelt werden, was die Ablehnung des Global Compact for Migration durch Kernstaaten der EU und des Westens zeigt.

Deutschland ist mit seiner Ideologie allein. Selbst die sozialistische Regierung in Spanien scheint mittlerweile aus Angst vor den Wählern im Land die Flüchtlinge wieder gehäuft abzuschieben, die man so populistisch und hochtrabend aufgenommen hatte.  Eigentlich hätte Angela Merkel schon 2016 oder 2017 abtreten müssen, hätte Viktor Orbán nicht seine Grenzen gesichert und die Visegrád-Staaten mitgezogen. Er dämmte den Strom ein, ließ ihn langsamer werden und erkaufte der Kanzlerin damit Zeit ohne es sich dabei um Merkel zu scheren. Ihm ging es nur um Ungarn, dass er vor der zerstörerischen Politik der Kanzlerin schützen wollte. Der Nebeneffekt war, dass es nicht zur totalen Karambolage in Bayern kam. Gedankt haben die Ungarn das ihrem Beschützer mit der Wiederwahl, die in Berlin mit Schaum vor dem Mund und Gezeter beantwortet wurde. Nein, nicht die anderen Länder , sondern Deutschland und seine Helfer in Schweden und Frankreich(mit Abstrichen) haben Europa gespalten und die EU in eine tiefe, aber verdiente Krise gestürzt.

In ein paar Jahrzehnten werden Historiker nicht gut über die Kanzlerin sprechen, die als Vermächtnis ein zutiefst gespaltenes Land und eine zerstrittene EU hinterlässt. Die von ihr potenzierten Probleme der Migration, Integration und Schuldenpolitik sind der Ballast für die nächsten zwei oder drei Generationen, die ausbaden dürfen was ihre Eltern und ihre Kanzlerin verursacht haben.

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