Maaßen konnte und wollte scheinbar nicht widerrufen

«Maaßen muss weg» mag es irgendwo in den Kreisen von SPD und einigen der Laschet-Fraktion innerhalb der CDU erklungen sein. Zumindest rühmte sich Andrea Nahles vor einigen Wochen noch damit maß(!)geblich zum vermeintlichen Abtritt Maaßens beigetragen zu haben. Das alles, sein Abgang als Chef des Verfassungsschutzes, sei irgendwie der SPD zuzuschreiben und damit der Verdienst von Andrea Nahles. So sang es auch Lars Castellucci vom SPD-Innenausschuss gegenüber der Presse. Maaßens Abschied als oberste Wächtereule ist auf dem Mist der SPD gewachsen.

Inwiefern ist es denn dann abwegig, dass Herr Maaßen dann in einem Abschiedswort scheinbar betonte, dass es eine Verschwörung innerhalb linksradikaler Kreise der SPD gegeben haben soll, ihn zu beseitigen? Das ist ja wohl keine Verschwörung, sondern ganz einfach nur Faktenlage. Kevin Kühnert, JUSO von Beruf und seine Parteivorsitzende Nahles haben in dieser Causa Maaßen an einem Strang gezogen, um den Mann zu beseitigen, der es gewagt hatte an hoher Stelle dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk bei seiner Berichterstattung über Chemnitz zu widersprechen.  SPD-Fraktionsvize Eva Högl betonte ebenfalls, dass Maaßen wegen seiner «sichtbaren Neigung zu rechtspopulistischen Ansichten» entfernt werden müsse. Es ist keine Verschwörung, wenn es in aller Öffentlichkeit getan wird.

Laut Presseberichten bereitet das Innenministerium nun doch die Entlassung von Hans-Georg Maaßen vor. Obwohl man ihm hinreichend Gelegenheit gegeben hatte zu widerrufen, weigert er sich. Er, der als Ketzer und Verbrecher an den Wahrheitssystemen(  Ministerpräsident Michael Kretschmer: «ein Angriff auf unsere Wahrheitssysteme») angeklagt war, weigerte sich seine Äußerungen zu widerrufen und erneuerte die Kritik an Berichterstattung und Politikeliten im Land.  Bis heute bleibt die Bundesregierung, Kanzlerin Merkel und Sprecher Seibert samt der Presse der Bevölkerung die Beweise schuldig, die eine Hetzjagd in Chemnitz an Ausländern untermauern würden. Bis auf «Hase du bleibst hier!» und einen schändlichen, antisemitisch motivierten Angriff auf ein Restaurant durch Rechtsextremisten, gab es nichts was einer Pogromstimmung gleich gekommen wäre. Das zu kritisieren, statt hysterisch einen Narrativ zu bedienen, der nicht auf Fakten basiert, ist moralisch richtig. Es ist eine Gewissensentscheidung, die man für sich selbst treffen muss – nämlich bei der Wahrheit zu bleiben oder wenigstens bei den Fakten.

Anders als Martin Luther, der ebenfalls vom Staate und der damaligen Kirche wegen seiner Äußerungen geächtet wurde, muss Maaßen sich nicht vor dem Papst für seine «abscheuliche Ketzerei» verantworten. Er wird nur entlassen bzw. in den Ruhestand versetzt und darf womöglich bald seine Memoiren schreiben, wo er mit seinen einstigen Dienstherren hart ins Gericht geht.  Wir werden sehen inwiefern die Integrität des Herrn Maaßen sich über die nächsten Jahre hält und was für Verrenkungen noch so von den versteinerten Altriesen im Bundestag kommen.

Auch als Exilant in einer Sachsenburg lässt sich die Bibel ins Deutsche übersetzen oder ein Buch über die Geheimnisse und Ränkespiele der Machteliten schreiben. Vorrausgesetzt natürlich, dass man nicht als Vogelfreier irgendwo im Walde in der Kutsche überfallen und erschlagen wird. Für die Kirche und die alten Eliten war Luther ein Ketzer. Nur das Volk feierte ihn wie einen Messiahs.

Eine Analogie erscheint hier passend, wenngleich aus Gründen der Darstellung überspitzt.

«Wenn ich nicht durch Zeugnisse der Schrift und klare Vernunftgründe überzeugt werde, kann und will ich nicht widerrufen!»

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