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Hallo, liebes “Ich weiß nicht …Mädchen”

Hallo, liebes “Ich weiß nicht …Mädchen”

 

 

Kürzlich lief die neue Staffel (3) von The Man in the High Castle (Der Mann im hohen Schloss) an. Eine futuristische Erzähung, eine Dystopie, in der die Achsenmächte den Weltkrieg gewonnen und die Erde nach ihrem Bilde umgestaltet haben. Die Serie ist zwar eine düstere Parodie, macht aber kein Geheimnis daraus, worauf die Macht der Nationalsozialisten unter anderem fußt. In diesem Punkt unterscheiden sie sich nicht von den Kommunisten, dem imperialen Japan oder anderen politischen Systemen unserer Geschichte. Alle trachteten stets danach die Jugend für sich zu gewinnen. Wer diese besitzt, hat auch die Zukunft. Einmal geprägt, ist es sehr schwer für die jungen Menschen umzulernen. Neurale Verknüpfungen sind bereits hergestellt, bestimmte Denkmuster bleiben ein Leben lang und Ansichten, die man zur eigenen Persönlichkeit zählt, auch wenn sie durch Fremdeinwirkung entstanden, legt man nur schwer wieder ab.

Die sozialistische Propaganda erhebt immer gerne Kinder zu Idolen und Helden, drückt ihnen politisches Engagement auf die Nase und versucht ihnen einen sanften Stoß zur Tür hinaus zu geben. Sie mögen sich doch bitte für das Allgemeinwohl einsetzen, sich engagieren für eine Sache, die im Sinne ihrer Lehrer oder Eltern ist. Das funktioniert häufig, wenn die Kinder gleichzeitig in das Leben entlassen werden und dem Elternhaus durch Teilnahme an der öffentlichen Gesellschaft entfliehen können. Kinder sind leicht zu begeistern, junge Menschen sind extrem naiv, wissen weniger von Welt und haben noch keine großen Erfahrungen gemacht. Sie anzulernen ist sehr leicht, wie die «Warlords» in Zentralafrika oder im Nahen Osten wissen. Egal ob der sozialistische Jünger mit der Mao Bibel in China oder zarte Mädchen in Münster im Jahr 2018. Wer sehr jung ist, kann sich leicht für eine Sache begeistern lassen. Die politischen Lager im Land werfen sich gerne abwechselnd vor, dass die Jugendlichen für diese oder jene Sache von einer oder der anderen Seite vereinnahmt werden.

Dabei ist förderlich, wenn sich gerade die Jugendlichen früh engagieren und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, ihre eigenen Erfahrungen machen und auch mal auf die Nase fallen. Jugendsünden sind leichter vergeben als Entscheidungen, die im späteren Verlauf des Erwachsenseins getroffen werden, wenn der Verstand bereits gereift ist. Deswegen gibt es schließlich auch ein Jugendstrafrecht, das genau diese Parameter berücksichtigt.

Der US-amerikanische Professor für Psyschologie, Jonathan Haidt, hat sich in jahrelanger Forschung mit Moral, Politik und unserem Gehirn auseinandergesetzt. Er betont gerne, dass wir zunächst hochentwickelte Tiere sind und weiterhin stark instinktiv und emotional handeln. Unsere politischen Entscheidungen rechtfertigen wir gerne mit Logik, nachdem wir sie bereits innerlich nach Gefühl getroffen haben. Dabei spielte selbige Logik aber nur selten eine Rolle. Emotionen sind wichtiger. Wir tun im ehesten Fall nur etwas, wenn es sich richtig anfühlt und wir uns dabei wohl fühlen.

In diesem Video (ab 00:30 Sekunden) gibt es ein junges Mädchen mit rosigen Wangen und freundlichem Gesichtsausdruck, das sich dem Protest gegen die AfD-Fraktion in Münster vor einigen Wochen angeschlossen hat.

Hier das Video zur Ratssitzung vom 19.06. in Münster, wo im Vorfeld linke Krakeeler versuchen eine Entscheidung zur Aufnahme von weiteren „Mittelmeer-Flüchtlingen“ herbeizuschreien. Begleiten Sie Ratsherr Martin Schiller (AfD) auf seinem Weg in den Rathausfestsaal:

Posted by Martin Schiller on Friday, September 21, 2018

Sie steht inmitten einer Kette von Menschen, die meisten davon sehr jung, teils durchsetzt mit älteren Menschen, die sich lautstark für sogenannte «Seenotrettung» stark machen. Es wäre wohl fair anzunehmen, dass das junge Mädchen nur mit guten Absichten an dieser Veranstaltung teilnimmt und symbolisch hier für viele ihrer Generation stehen kann. Sie ist blutjung, angenehm vom Wesen her, wahrscheinlich beliebt bei Freunden und geliebt von ihrer Familie. Ein nettes Mädchen eben, dass der Welt nichts Böses will und die Bilder von ertrinkenden Migranten im Mittelmeer nicht erträgt, weil das die einzigen Bilder sind, mit denen sie politisch aufgeladen wurde. Diese Ladungsenergie gibt sie nun ab und tut dies auf eine Weise, die größtmögliche soziale Akzeptanz verspricht, gleichzeitig aber rebellisch wirkt und daher den inneren Kämpfer befriedigt. Repressionen sind nicht zu befürchten, Applaus von einer Seite ist ihr sicher. Es fühlt sich bestimmt gut an zusammen mit anderen Gleichgesinnten selbstgemalte Schildchen hochzuhalten und zu fordern, dass man jeden Menschen, der die Überfahrt nach Europa wagt, auch aufzunehmen hat. Denn ein Stopp von echter «Seenotrettung» wurde von der AfD nicht gefordert. Lediglich die Bekämpfung von Menschenhandel und dem Schmugglergeschäft, an dem die NGOs mit ihren Schiffchen einen erheblichen Anteil haben.

Wahrscheinlich hat sich das Mädchen darüber keine Gedanken gemacht. Der AfD-Mann, der ihr die Frage stellt, «wie viele man denn aufnehmen soll?» jedoch schon. Er hat sich scheinbar länger mit der Thematik befasst und kam womöglich zu dem Schluss, dass bei derzeitiger Bevölkerungsentwicklung in Afrika, der momentanen Belastung der Sozialkassen und zu erwartenden Ausbildungsstand der ankommenden Migranten, eine grenzenlose Aufnahme von möglicherweise mehreren Dutzend Millionen in den nächsten Jahrzehnten für Europa und für Deutschland ganz besonders ein Problem wird. Nicht nur für die jetzt in die Kassen einzahlenden Bürger, sondern auch für das Mädchen und die anderen jungen Leute, die noch in den Arbeitsmarkt entlassen werden. Auch sie wird diese Belastung treffen. Auf die Frage hin, wie lang denn der Tisch gemacht werden soll und wie viele man aufnehmen kann, hat das Mädchen keine Antwort. 100? 1000? 500.000? Wie viele Klein- und Großstädte soll Deutschland pro Jahr aufnehmen, bis genug ist? Sie weiß es nicht. Sie hat vielleicht nicht mehr gelesen als Harry Potter, besitzt das politische Koordinatensystem von Hermine Granger und bekommt beim Anblick dunkelhäutiger Männer, die sich in Schlauchbooten an die Küsten Spaniens absetzen, feuchte Augen.

Ihr Diskussionspartner hingegen kriegt wohl jeden Abend feuchte Augen, wenn er sich Hochrechnungen der zu erwartenden negativen Bevölkerungsentwicklung der Deutschen in Deutschland ansieht und  die kulturellen Konflikte auf Schulhöfen und in Stadtbezirken jeder deutschen Großstadt im Hinterkopf hat, die es jetzt schon gibt. Womöglich zerbricht er sich den Kopf über die Unterbringung von bis zu 200.000 Menschen in den nächsten zehn Jahren in seinem Landkreis, versucht zu verstehen, wie ein Staat und ein Land dafür aufkommen sollen, wie Integration und dieses «wir schaffen das» eigentlich funktionieren sollen, wenn die Effekthascherei am Münchener Bahnhof abgeklungen ist.

Das «Ich weiß nicht…Mädchen»  ist ganz sicherlich eine liebe und nette Dame, die keinen Schaden an sich selbst oder ihren Mitmenschen anrichten will. Von ihrer Sorte gibt es genügend, ein ganzer Kontinent ist voll mit ihnen. Sie denken nur bis zur nächsten Ecke, nicht darüber hinaus und Konsequenzen ihres Handelns sind ihnen fremd. Es gibt einen soziologischen Grund dafür, dass die jüngere Geschichte des 20. Jahrhunderts voll mit Fotografien junger Menschen ist, die entweder die Mao-Bibel in die Kamera strecken oder den rechten Arm zum deutschen Gruß heben. Selten in böser , sondern meist in der besten aller Absichten.

Einmal hörte ich von einem Soldaten, der im Irak einen Kindersoldaten vor sich sah, der plötzlich mit einer Kalaschnikow auf ihn schießen wollte. Der ältere Soldat war schneller, tötete den Jungen aber nicht. Später erfuhr er vom behandelnden Arzt, dass sich der Junge scheinbar über das Konzept der «Verwundung» oder eines gewaltsamen «Todes» keine Gedanken gemacht hatte. Er konnte sich das mit seinen jungen Jahren nicht vorstellen, wohl aber den Abzug einer Waffe abkrümmen. Dass diese Handlung und sein Aufenthalt unter einem OP-Tisch miteinander zusammenhängen, hat er wohl erst später verstanden.

Sie kennen sicher den Satz, den wir aus Phoenix und ZDF-Dokumentationen zur Genüge gehört haben und der uns schon aus den Ohren tröpfelt…

«Wir waren jung und wussten es doch nicht besser» – Jahrgang 1927-1938

 

Foto: Pixabay


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