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Vom Unglück Recht zu behalten

Vom Unglück Recht zu behalten

 

Gestern gegen 0040 in der Nacht rief mich unser Autor M. Bruhns an. Er war etwas erregt, sprach von dem Schmierentheater um Hubertus Knabe, der quasi per Stasi-Zerseztzungsmaßnahme von der Berliner Linksfraktion, genauer Klaus Lederer (Linke), als Direktor der Stiftung-Berlin Hohenschönhausen abgesägt wurde. Vordergründig wird mit angeblichen sexuellen Belästigungen von Mitarbeitern argumentiert, die unter Hubertus Knabe stattgefunden haben sollen. Die Vorwürfe sind anonymisiert, unspezifisch und erscheinen zur rechten Zeit. Denn der Mann war der Linken in Berlin ein Dorn im Auge, einer der die Verbrechen der DDR, Stasi und SED nicht unter den Tisch kehren und so tun wollte, als sei nichts gewesen. Einer der die Ansicht vertrat, dass die SED nicht wirklich gestorben ist, sondern juristisch und de facto in der LINKEN weiterlebt.

 

Nun wurde von anderen Aufrechten genug über diese Posse geschrieben. Viel wichtiger ist eigentlich, dass auf Knabe die linksorientierte Marianne Birthler folgt und all diese Veränderungen mit dem Wohlwollen der CDU in Berlin passieren. Monika Grütters (CDU), eine Technokratin, geht mit dem Abschuss von Knabe d’accord. Denn dieses Zusammenwirken der Kräfte ist das heitere Vorspiel zwischen CDU und LINKE, um endlich die Koalitionsfähigkeit zu testen. Was von manchen Bundesländern, wo die CDU in Bedrängnis gerät, längst in Betracht gezogen wird, kann und wird auch in Berlin bzw. Brandenburg möglich sein. Wir haben es kommen sehen, haben es nicht ausgeschlossen, wenngleich manch einer sich diese Art von Schulterschluss nicht vorstellen konnte. Man muss es hier nochmals betonen: Eine konservative Wende ist mit der derzeitigen CDU völlig undenkbar.

Eine rechtsradikale Fantasie

Überhaupt erscheint die Realität wie ein Traum. Hätte man 2008 gesagt, dass die CDU eines Tages in einem Anfall von Selbstherrlichkeit mehr als eine Millionen Migranten aus dem Nahen Osten und Afrika ins Land lassen würde, viele von diesen dann straffällig werden, in Köln Hunderte Frauen von nordafrikanischen Sexualstraftätern belästigt und vergewaltigt werden und Messerstechereien mit islamischen Kampfrufen, Terrorangriffe mit Dutzenden und Hunderten Opfern zur neuen Tageordnung und Normalität in Deutschland gehören werden, dann hätte man diesen Unkenrufer für völlig übergeschnappt erklärt.

Hätte ich mich derart geäußert und gesagt, dass dunkelhäutige Sexbanden Jagd auf Mädchen in Rotherham und anderen englischen Städten machen, diese unzählige Male beinahe industriell missbrauchen und Zehntausende Türken mit dem Ruf «Allahu Ackbar(Ekber)» durch deutsche  Straßen ziehen würden, dann hätte man mich wahrscheinlich strafrechtlich verfolgt – wegen Volksverhetzung. Und medial geächtet , weil wirklich kein klar denkender Mensch sich so einen Unfug ausdenken könne. Eine rechtsradikale Fantasie, total übertrieben und selbst für einen dystopischen Zukunftsroman nicht geeignet, weil zu unrealistisch.

Wer käme denn 2008 auf die Idee, dass sich Hunderttausende am Budapester Hauptbahnhof versammeln und «Mama Merkel» rufen? Ein Cartoon der Wirklichkeit. Ebenso die Tatsache, dass die CDU, die sich immer am schärfsten gegen die alte SED äußerte, heute mit ihr Hand in Hand geht, um eine versteinerte Angela Merkel im Amt zu halten (und sich selbst am Zapfhahn der Macht).

Ja – hätte ich 2008 diese Prognosen aufgestellt, hätte man mich vielleicht in die Geschlossene eingewiesen oder zumindest als Verrückten gemieden.  Die Tatsache, dass viele andere, ich bin nur einer von ihnen, genau diese oder ähnliche Entwicklungstendenzen ab 2012 und aufwärts am Horizont haben kommen sehen, dämpft meine Belustigung nur bedingt. Es sind schon durchgedrehte Zeiten, in denen wir leben.

Es ist ein Unglück Recht zu behalten, wenn man es vorzieht sich lieber zu irren. Ich würde mich gerne irren, was meine schlimmsten (es gibt auch positive) Prognosen für die nächsten zwanzig Jahre Deutschland angeht. Ich würde mich wirklich sehr, sehr, sehr gerne irren.

Foto: Pixabay


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