Home Kultur Far Cry 5 – Hinein ins konservative Herz von Amerika

Far Cry 5 – Hinein ins konservative Herz von Amerika

Far Cry 5 – Hinein ins konservative Herz von Amerika

Gastbeitrag von “Grim Kitten”:

 

Spoilerwarnung:

Können Computerspiele politisch sein?

Klar!

Genauso wie Bücher, Filme, Comics und, sogar, alte Ölgemälde es sein können.
Alles was in der Geschichte von Menschen erschaffen worden ist, wurde bis heute für politische Botschaften verwendet. So wie jetzt das neuste Spiel aus dem Haus Ubisoft, die Fortsetzung der berühmten Far Cry Reihe, eine Abwechslung wohl bemerkt, zu den ganzen Assassinen Creed Spielen, wo alle sechs Monate immer ein neues rauskommen muss.

Die Geschichte:
Wir befinden uns in der Gegenwart, an einem Ort namens Hope County in Montana, der umgeben ist von Bergen und wirkt, als hätte man «Unsere kleine Farm» als Vorlage genommen. Nur das man dann alles was heiter und freundlich war, herausgestrichen hat.

Denn zum Zeitpunkt des Spiels wird Hope County von einer brutalen pseudochristlichen Weltuntergangs-Sekte namens «Project at Eden’s Gate» (dessen Wappen stark an das der Scientology-Sekte erinnert) tyrannisiert, die (wie kann es in Far Cry denn anders sein) von einem charismatischen Irren angeführt wird, der sich selber als Prophet des kommenden Weltuntergangs lobpreist, den er wiederum schlichtweg als den «Großen Kollaps» bezeichnet. Und du (Spieler), als Hilfssheriff von Hope County, musst den Leuten helfen, sich von diesem zu befreien.

Als Far Cry 5 angekündigt wurde und das erste Bild mit dem Hauptschurken veröffentlicht worden ist, hat dies vor allen in den USA für Kritik gesorgt. Kein Wunder, weil es auf den ersten Blick erscheint, als würde man, und wie kann es in Zeiten von politischer Korrektheit (die in den USA übrigens andere Ausmaße annimmt als bei uns) anders sein, als dass wieder einmal der weiße Mann und der christliche Glaube als die Inkarnation des Bösen erhalten müssen (ungefähr so wie in Bioshock Infinite).

Die Empörung ging sogar so weit, dass Unbekannte tatsächlich eine Petition gestartet haben, wo sie Ubisoft aufgeforderten, sie sollten sich doch anstatt des Christentums, ein Feindbildern nehmen, wie z.B.  Islamisten, die in den USA auch auf den Vormarsch sind- oder kriminelle Gangs (wie die MS-13), die ganze Stadtviertel beherrschen.

Ob diese Petition echt war oder ein gerissener Marketinggag von Ubisoft gewesen ist, kann ich nicht sagen. Aber wenn er einer gewesen wäre, dann hat er seine Wirkung nicht verfehlt. Denn besonders die Linke Szene in den USA, aber auch in Europa, hat sich tierisch auf das Spiel gefreut, um endlich, deren Worte nicht meine, «Trump-Wähler zu killen» (und das haben die wirklich gesagt).

Doch der Witz im Spiel ist der, dass man genau so einen Charakter spielt. Einen überzeugten konservativen, republikanischen Trump-Wähler; genau wie all die anderen verbündeten NPC, mit denen man in Laufe des Spiels den Widerstand aufbaut.
Denn der Widerstand besteht nämlich hauptsächlich aus Rednecks, ehemaligen US-Soldaten, Bürgerwehren, selbständigen Unternehmern und Waffennarren.

Mit anderen Worten genau der Menschenschlag, in dem die Linke Szene ihren Feind sieht.
Aber was haben diese Leute denn anderes erwartet, als eine christlich-konservative Landbevölkerung vorzufinden, die lieber die Sache selbst in die Hand nimmt, als auf Vater Staat zu warten. Immerhin spielt das Spiel nicht an den linksliberalen Küstenstädten, sondern im Big Sky-Country Montana, eines der konservativen Herzkammern der USA. Und das spiegelt sich auch in den Charakteren wieder, die einem bis zum Schluss sympathisch sind.

Anders sind da jedoch die Mitglieder von Eden Gates, von den Widerstandsleuten einfach als «Peggys» bezeichnet, deren Logik, Weltanschauung und Handeln komplett an die linke Szene erinnert – und nicht nur das! Sie sehen dazu noch auch aus wie militante Hippies (was auch den Drogenkonsum beinhaltet).
Hinzu kommt noch, dass deren ganze Weltuntergangshysterie exakt dieselbe ist, wie bei den Linken:
«Weißt du denn nicht, wer gerade an der Macht ist?» fragte einer der Bossgegner, kurz vorm Abgang.

Im Großen und Ganzen hatte ich im Spiel viel Spaß daran gehabt, dass man sich ausgerechnet bei den Peggys sich so vieler linker Klischees bedient hat, während man für einen republikanischen Senator-Kandidaten Aufträge übernimmt und dessen Wahlmotto übrigens «Make Hope Great Again» war.

Hier seine Wahlversprechen:

Ich konnte gar nicht aufhören zu grinsen.

Es gab jedoch auch Momente, wo ich schwer schlucken musste, wie dort wo man einer ehemaligen US-Soldatin helfen musste eine Reihe von Soldatengräbern zu beschützen, die die Peggys schänden wollten. Da habe ich automatisch an uns (hier in Europa) denken müssen, wenn linke Randalierer wieder einmal Kriegerdenkmäler schänden oder Gedenkplatten zerstören und damit immer ungestraft davonkommen. Einer der traurigsten aber auch besten Szenen im Spiel: (https://www.youtube.com/watch?v=Pks9R911PsE)

Zum Abschluss möchte ich noch hinzufügen, dass das, was mich am meisten beunruhigt hatte, tatsächlich der Ton war, der bei der Veröffentlichung von Far Cry 5 in den meisten (englischsprachigen) Spielezeitschriften vorgeherrscht hat, wo man enttäuscht darüber war, weil Far Cry 5, anders als Bioshock Infinite, nicht die Mord-Simulation an Christlich-Konservativen wäre, auf die man gewartet hatte.

Aber in meinen Augen beweist das nur, wie fanatisiert die Linke ist, wenn sie nicht einmal ein solches Spiel ertragen kann. An alle anderen, doe auf einen kleinen virtuellen Ausflug nach Amerika Bock haben, ohne Moralpredigt oder einen Vortrag über die Beschränkung des persönlichen Waffenrechts, dem empfehle ich Far Cry 5.

Foto: Flickr /  CC BY-NC 2.0


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