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Berlin 24/7 im September – BBQ und Mujaheddin in Berlin

Berlin 24/7 im September – BBQ und Mujaheddin in Berlin

 

Ein kleines Tagebuch für Berlin, wo ich erzählerisch und rückblickend zusammenfasse, was mir so im Alltag hier passiert, wenn es  subjektive Relevanz für das Politische und Gesellschaftliche hat. Da diese leicht autobiographischen Texte von den Klickzahlen immer recht gut angekommen sind, habe ich mich entschlossen das zur Regelmäßigkeit zu machen und extra dafür Notizen zu führen. Mehr Unterhaltung, als fundierter Sachartikel.

 

 

Gestern war der Sommer noch einmal kurz in Berlin zu Besuch und meine Freundin und ich verbrachten den Nachmittag im Wrangelkiez nahe der Warschauer Straße. Szeneviertel, wo es gute Bars und kleine Cafés gibt und man auch lecker essen gehen kann. Beliebt bei jungen Leuten, den hippen Weltbürgern und linken Massemenschen oder denen, die sich gerne dazu zählen würden. Die Bäume glänzen dieser Tage bereits gelblich, weil das Grün vom Herbst dem Blätterwerk entsogen wird.

 

Die kleinen Eisdielen sind voll mit Familien, ein multikultureller Mix aus Deutschen/Europäern und Orientalen/Afrikanern, die alle ganz friedlich Eiscreme und Sonnenschein genießen. Abgesehen von einigen auf dem Gras schlafenden Afrikanern und dem McDonalds nebenan, dessen Sitzbänke draußen voll mit Kopftuchfrauen sind, gibt es hier nichts, woran man sich übermäßig stören könnte. Ich zumindest nicht. Zwar würde ich hier aufgrund des Mülls, des Lärms und des Geruchs nicht leben bzw. wohnen wollen, kann aber hier gut und gerne einen Nachmittag oder Abend verbringen und Spaß haben. An mancher Straße hielt ich innerlich kurz an und dachte an die eine oder andere Party, die ich dort oder in der Nähe in einer der Wohnungen gefeiert hatte.

Nun können sich Multikulturalisten und ich uns zumindest in einer Sache einig werden: wir schätzen abwechslungsreiche Küche! Schon von Geburt an hab ich vietnamesische und deutsche Küche lieb gewonnen. Und da die Deutschen und Vietnamesen beide das Schwein als köstliches Fleisch sehr schätzen, entschloss ich mich dafür meine Freundin zum BBQ-Stand in einer Markthalle zu führen. Dort angekommen genossen wir unser halal-freies Essen und eigentlich hätte ich diese Geschichte hier überhaupt nicht erzählen müssen, weil sie bis hierhin sehr langweilig ist, wenn nicht etwas passiert wäre, was mir erwähnenswert schien.

Beim Verlassen der Markthalle betraten wir wieder die Straße, wo zwei arabische Männer, wahrscheinlich Levantiner, uns entgegen kamen. Einer von ihnen trug eine grüne(gefleckte) Camo-Shorts (Woodland Pattern), wie man es in jedem Militaria Laden bekommt. Oberarme waren frei, das Gesicht braungebrannt, gut gepflegter schwarzer Bart von vielleicht drei Zentimeter Länge. Auffällig an ihm war aber eher sein Oberkörper selbst, der mit einem schwarzen Shirt verziert war, wo mit weißer Druckschrift das Wort «Mujahed» aufgedruckt war. Sein Kumpel, der neben ihm lief, sah wie ein ganz normaler Araber vom nächstbesten Falafelladen aus.

Nun könnte sich der eine oder andere wundern, was Mujahed denn bedeutet: nichts anderes als Heiliger Krieger, eine simple Abkürzung von Mujaheddin. Wenn ich skeptisch argumentieren würde, was ich gerne tue, dann ist das ein Sympathiesymbol für die Taliban oder den IS, die islamischen Terroristen auf der ganzen Welt, die sich ja alle als Mujaheddin begreifen und sich auf ihrem Kriegszug für Allah befinden. Was wäre wohl das deutsche Equivalent für ein Hemd, auf dem islamische Gotteskrieger gepriesen werden? Vielleicht ein paar kantige Mannen von der Totenkopf-SS im Konterfei?

Mujaheddin nennen sich auch die IS-Krieger, die in Syrien Kindern und Frauen Stahlpfosten durch die Köpfe stecken und Menschen die Kehlen durchschneiden.

Ich finde es überaus erstaunlich, dass die linken Hipster, Hippies und Traumtänzer, mit denen wir uns an dem Nachmittag das Viertel teilten, Seite an Seite mit den Typen leben können, die ihresgleichen ein paar Kilometer weiter in Syrien Kopfschüsse verpasst haben. Homosexuelle von Dächern warfen und Liberale bis zum Kopf im Sand einbuddelten und dann mit Lastwagen überfuhren.

Vielleicht sollte ich mich ja mit einem «Höcke» oder «Weidel» Hemd durch Berlin bewegen und schauen wer und wie man auf mich reagiert. Während man als bekennender Dschihadist oder ein Freund des Dschihad scheinbar kaum registriert wird, ist mir die Aufmerksamkeit der spätrömischen Berliner mehr als garantiert, wenn ich mich mit einem Konterfei von Gauland durch das Wrangelkiez bewegen würde.

 


 

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