Home Gesellschaft #metwo – Wenn ich das hör’, werd’ ich ganz sauer.

#metwo – Wenn ich das hör’, werd’ ich ganz sauer.

#metwo – Wenn ich das hör’, werd’ ich ganz sauer.

von Cundar

Wenn ich das hör’, werd’ ich ganz sauer.



Diese #metwo-debatte, die hochgelobt auf allen Kanälen tutet und bläst, ist reaktionär, spaltet und ist von so einem ignoranten, gepflegten Unverständnis geprägt, dass ich vielen dieser Autoren einfach nur in’s Gesicht springen möchte. Er ist eine billige Kopie, eine billige Übertragung, des amerikanischen Diskriminierungsmodells, welches so intersektonalistisch – dieser vermaledeite Ersatzklassenkampf! Gott strafe ihn! – durchwamst ist, dass er zwangsläufig jede tatsächliche Aufklärung, Verständigung und Lösung unmöglich macht.
Wenn ich am Morgen beim Zähneputzen von diesen kritiklos vorgebrachten «Stories» und Analysen höre, geht es los. In der Mittagspause wische ich die Nachricht nur zur Seite und kann anhand des Titels schon erahnen, wohin die Reise geht: «Er hat mich gefragt woher ich komme! So wirklich! Buhuhu.»
Zu meiner großen Erleichterung ist die Vernunft allerdings links wie rechts am aufglimmen!

In der taz wird wunderbar kritisiert, dass sich in diesem Bekenntnisstrom die ohnehin privilegierten »Migranten« äußern, die im Gegensatz zum einfachen Mehmet oder auch Kevin so viel machtvoller sind und dringend mal ihr verficktes von Berlin-nach-Istanbul-und wieder-zurück jetendes Privileg «reflektieren» müssten. Ohnehin müsste mal über die Verteilungsgerechtigkeit gesprochen werden, anstatt sich an den «Identitäten» aufzuhängen. Richtig so! http://taz.de/meTwo-Debatte/!5524188/
In der NZZ wird auch der in dieser Methode inneliegende «Apartheidsgedanke» dargelegt. War es eben nicht ein großer Gewinn durch Teile der Aufklärung, dass der Mensch sein »Ich« erkennen konnte. Jetzt aber der schwarze Deutsche im Namen der Intersektionalisten gefälligst weiterhin ein unterdrückter «Neger» zu sein hat, der sich ebenso gefälligst gegen alle Ungerechtigkeiten einsetzen sollte und bloß nicht bei den Weißen mitspielen soll.

Trotzdem ist der Schaden angerichtet. Deutsche mit einem «Migrationshintergrund» (wie ich diesen Begriff mittlerweile hasse!) werden paranoid und einige Deutsche fühlen sich gerade wieder so, als hätte eine internationale Koalition Hitler 2.0 gerade so abgewandt! Das Zusammenleben wurde weiter zerstoben, Deutschland als Nation zersetzt. Glückwunsch. Da könnt ihr euch eure zwei »Identitäten« breitwaltzen, in diesem leergeräumten Land!
Moment! Halt! Wollen die das nicht? Dieses zerfetzte, diese unstimmige und disharmonische Identität, weil sie mit ihrer eigenen unverwurzelten Identität unzufrieden sind? Nicht unseren Hass, sondern Mitleid und grobe Fürsorge haben sie sich verdient. Herzlichst wollen wir sie an die deutsche Volksgemeinschaft, an die deutsche Nation führen. Gerne wird nationale Identität mit «Einfalt» gleichgesetzt. Das ist ein unglaublich blöder und undeutscher Schwachsinn, dass ich gleich Reichsadler in den Augen bekomme! Es waren einige verbiesterte «völkische» Gruppen, die das Deutschsein nur auf «Rasse» verengen wollten. Trottel! Deutschsein! Nur als Rasse! Lächerlich! Die Kultur- und Willensnation auf ein kleines Segment verkürzt. Armselig. Die Deutsche Identität ist ein vielfältiger Fächer. Unterschiedliche Stämme, Konfessionen, Religionen und staatliche Gebilde haben über das historische Geschehen den gemeinsamen Fixpunkt erzeugt, der den Fächer an Identitäten zusammenhält. Der Deutsche ist nie «nur» Deutscher, er ist immer auch Bayer oder Hamburger, Badenser oder Württemberger usw. Dann kommen Vereine, Vorlieben usw. Da finden auch familiäre Geschichten aus dem Ausland ihren Platz und werden an den Fächer, an die Wurzeln der deutschen Nation angeschlossen.
Einheit! Einigkeit! Nicht oder nur im Notfall Uniformität. Das war seit der frühen Neuzeit immer ein Thema der Deutschen. Als die Religionskriege wüteten, die Kriege der Fürsten und dann die der ausländischen Mächte. Und deswegen möchte ich in diesem Artikel nicht einfach nur mit einem geschichtlichen Abriss enden, sondern ganz im Stile dieser miau-Hashtags mein prägendes Erlebnis wiedergeben und dann – im Gegensatz zu diesen vermeintlichen Demokraten – noch einen positiven Punkt nachschieben. Denn man Bedenke: Wir sind ein Volk! #wirdsindeins

Ich war neun und habe meine Mutter und Schwester (die damals gut 1 ½ Jahre war) zu einer Krabbelgruppe begleitet. Während sich die Mütter und Kleinkinder im Garten eines Häuslein in einem Arbeiterviertel einer mitteldeutschen Mittelstadt bespaßten, ging ich mit der großen Schwester eines der Babys zum nahen Spielplatz. Wir nahmen einen Ball mit. Bevor es zu lang wird: Die dort versammelte «bunte und vielfältige» Mischung wurde von uns bereitwillig zum Ballspielen eingeladen, mit dem Ergebnis, dass dieser mit Absicht auf die Straße geschmissen, anschließend einbehalten und dann auch noch als Besitz bezeichnet wurde. Erzürnt zog ich mit meiner Spielkameradin samt Ball von dannen. Zu spät. Die «Brüda» tauchten auf und schnappten sie sich. Zu meiner Schande konnte ich noch schnell verschwinden und aus einiger Entfernung beobachten, wie die Meute dem Mädchen auf die Pelle rückten. 20 Kinder und Jugendliche von 7 bis 18 Jahren gegen ein Mädchen von vielleicht 8 Jahren. Sie konnte dann abziehen, zog die Meute aber hinter sich her. Diese belagerten nun den Garten mit der Krabbelgruppe. Selten hatte ich meine Mutter so verängstigt erlebt. Kurz bevor die Mütter die Polizei rufen konnten – die Bande begann Gegenstände über den Zaun zu ziehen – trollte sich die Meute. So viel dazu. Wie ich in der Schule von Türken auf den Kieker genommen wurde, spare ich mir für ein andermal. Richtig verprügelt wurde ich immerhin nur von richtigen deutschen Assis. Zumindest so lange, bis ich meine kleine Körpergröße mit gewissen Methoden ausgleichen konnte. Mein Vorname verschaffte mir auch die Frage »Wo ich denn her käme« oder ich wurde gleich dem anderen Geschlecht zugeordnet. Und Deutsch konnte ich auch lange nicht richtig…

Und nun die positive Wende: Großgeworden bin ich mit Menschen, die dem Äußeren nach, in jedem »We are the world«-Clip hätten mitspielen können. Vom Herkunftsmilieu her waren sie der Alptraum jedes bürgerlich-spießigen Vorstadt-Familchens: Einwanderer, Mulatten, Ausländer, Homosexuelle, Zugezogene, Alleinerziehende Mütter, Bastarde usw. Ja, auch meine Freunde mussten sich in der Grundschule anhören, dass «Ausländer nicht ans Gymnasium» können. Alle haben Studiert oder gute Ausbildungen gemacht. Die damalige Lehrerin ist verhärtet und kinderlos gestorben (soweit ich weiß).
Wenn ich einige meiner alten Freunde jetzt besuche, wuseln oft schon die ersten Kinder herum. Die Wohnungen, Häuser oder manchmal noch Wohngemeinschaften zeugen von aufziehenden, bescheidenen Wohlstand. Politisch sind wir sicher nicht einer Meinung, aber charaktervoll und freundschaftlich geeint sprechen wir über Deutschland, Europa und die Zukunft unserer Region. Dann weiß ich, dass es gut sein kann. Dafür lohnt es sich zu arbeiten. #wirsindEins

Foto: Pixabay


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