Home Gesellschaft “Mit AfD-Wählern will ich nichts zu tun haben!”

“Mit AfD-Wählern will ich nichts zu tun haben!”

“Mit AfD-Wählern will ich nichts zu tun haben!”

 


Freitag am Nachmittag in Berlin. Kurz bevor ich meine Freundin abhole, lese ich irgendwo auf Facebook den Kommentar einer augenscheinlichen Berlinerin, die da sagt: «mit AfD-Wählern will ich nichts zu tun haben!»

Kurz war ich versucht sie zu fragen, ob sie die Straßenseite wechseln würde, wenn sie feststellt, dass sie auf der selben Straße mit einem AfD-Wähler läuft. Oder ob sie die S-Bahn verlässt, wenn ein AfD-Wähler eintritt. Oder ob sie einfach nur mit keinem AfD-Wähler reden will und wenn alle Menschen ihre Wahlpräferenzen als Leuchtreklame über dem Kopf schweben hätten, sie dann einfach mit ca. 12% der wahlberechtigten 2,5 Millionen Berliner nicht mehr sprechen würde.  «Nichts» ist nämlich schon ein ziemlich starkes Wort! Je nach Bezirk könnte das für die Frau X bedeuten, dass sie dann mit ca. 20% der Erwachsenen in ihrer Umgebung kein Gespräch mehr führen, keinen Bus mehr teilen und nicht mehr im selben Raum mit selbigen verweilen darf. Und wenn wir uns die Wahlumfragen ansehen, steigt die AfD in der Wählergunst sogar noch weiter und liegt derzeit bei ca. 16-17,5%, was ja wieder bedeutet, dass die Zahl von 6 Millionen AfD-Wählern eventuell bald nach oben korrigiert werden muss. Waren es bei der Bundestagswahl noch 12,5% der Wähler, sind es bei der nächsten, wenn sie am nächsten Sonntag wäre, dann vielleicht schon fast 20% der Wähler. Da fehlt nicht mehr viel und etwa ein Fünftel der Wähler würden sich für die AfD entscheiden.

Zusammengefasst bedeutet das also, dass Frau X aus Berlin auch in der ziemlich rotgrünen Hauptstadt bald ein echtes Problem haben dürfte, wenn sie ihre Wohnung noch verlassen will. In der Schlange im Supermarkt, beim H&M und in der unmittelbaren Nachbarschaft ist es statistisch quasi garantiert, dass sie einen Wortwechsel mit einem AfD-Wähler haben wird. Und sei es nur der Postbote oder die Kassiererin.

Die allerwenigsten Menschen können eine so große soziale Blase bilden, dass sie wirklich nichts mit den Wählern anderer Parteien zu tun haben können.  In Brandenburg erreicht die AfD sogar 22% und könnte bald, wenn sich dieser Trend fortsetzt, sogar stärkste Kraft werden. Wie sich meine Ex-ex-Freundin dann noch vor den AfD-Wählern retten will, mit denen sie ja persönlich nicht zurechtkommen wollte, ist mir ehrlicherweise schleierhaft. Zumal in ihrem eigenen Wahlkreis ein gutes Fünftel der Wähler sich für die Blauen entschieden haben, was das Leben im eigenen Dorf quasi unmöglich machen würde, wenn man konsequent diese Isolationstaktik durchzieht.

Was ich damit sagen will ist denke ich klar und bedarf keiner weiteren Ausführung. Ideologische Bremsklötze im Gehirn erschweren das Leben.

 

 

 




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