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Unerschütterlicher Glaube an unser Deutschland – Gastbeitrag

Unerschütterlicher Glaube an unser Deutschland – Gastbeitrag

Gastbeitrag von Henry

Im Dezember 1998 stand ich rauchend an der Bushaltestelle in Augustdorf, nicht weit weg von der Bundeswehrkaserne. Den Seesack hatte ich mir über die Schulter geworfen, die blauen Jeans waren neu gekauft und alles in allem sah ich aus wie der typische Heranwachsende der neuen, wiedervereinigten Bundesrepublik. Die Tristesse der Straße störte mich nicht, als ich an diesem Winterabend, an einem Freitag, zu meiner damaligen Freundin nach Wiesbaden fuhr. Die Bundesrepublik Deutschland war zu jenen Tagen nach 16 Jahren Helmut Kohl beinahe erleichtert, als Gerhard Schröder und Rot-Grün im Oktober eine neue Regierung formten und die CDU ablösten.
Dass unter Rot-Grün der erste Kampfeinsatz nach dem Zweiten Weltkrieg im Kosovo durchgeführt wurde, ahnte ich damals nicht. Auch nicht, dass ich im Sommer 1999 nur wenige Hundert Meter vom Ort des Geschehens Dienst schieben würde, wo der gelbe Lada von deutschen Soldaten zersiebt und die Insassen im Feuergefecht getötet wurden. Der Krieg im Kosovo öffnete mir die Augen für vieles, was uns hier in Mitteleuropa selbstverständlich scheint, aber keinesfalls ist. Fließend Wasser zu haben, warm duschen zu können, nicht auf dem Weg zum Aldi erschossen zu werden und in einem Land zu leben, wo die innere Sicherheit vom Staat priorisiert wurde. 1998 spazierte meine damalige Freundin auch nach 21 Uhr ganz selbstverständlich mit ihrem Hund durch die Innenstadt, ging aus und kam erst am frühen Morgen wieder. Telefone hatten wir sowieso nur Daheim. Heute rufen mich meine Töchter, 12 und 13 Jahre alt, immer an, wenn sie auf dem Weg nach Hause sind. Dass sich auch Hessen so sehr verändern könnte, haben wohl viele nicht geahnt und manche wollen es auch heute nicht wahrhaben. Aber die Sicherheit hat nachgelassen und keine noch so sehr geschönte Statistik kann darüber hinwegtäuschen. Über die Tricksereien und Verschleierungsmethoden bei der Kriminalitätsstatistik gab es einen guten Beitrag auf dem konservativen Online-Magazin Tichys Einblick. Noch haben wir keine post-jugoslawischen Zustände erreicht. Dennoch müsste jeder mit einem wachen Kopf erkennen können, dass die Unbeschwertheit der letzten zwanzig Jahre endgültig fort ist. Terroranschläge, demographischer Wandel, Zukunftsangst und der Ausblick auf schwere Zeiten sind das Tagesthema in meinem Umfeld, das ganz und gar nicht aus sogenannten Wutbürgern besteht, sondern vollumfänglich von eigentlich zufriedenen Republikbürgern durchsetzt ist.


Als ich 2000 nach Wiesbaden zurückkehrte, stand ich vor vollendeten Tatsachen. Die Freundin hatte mich während des Einsatzes verlassen und ich ohne Wohnung. Damals war PTSD bei Soldaten noch kein Thema, sodass ich mit dem Erlebten auf dem blutigen Balkan alleine klarkommen musste. Kurzerhand beschloss ich, nach kurzer Sinnkrise, in die Hände zu spucken und mein Schicksal selber in die Hand zu nehmen und den Lauf von eben diesem direkt zu beeinflussen. Andere Männer stürzten sich nach ähnlichen Erlebnissen von Brücken oder verloren sich im Alkohol. Konfrontiert mit der Angst vor einer einsamen und düsteren Zukunft, verfallen viele Menschen schnell der Verzweiflung anheim. Es ist für mich klar zu erkennen, dass ganz Deutschland mit wenigen Ausnahmen bei den Systemparteien, in einer tiefen Depression steckt.
Die Menschen sind verunsichert, beunruhigt und glauben nicht mehr daran, dass Deutschland, die Bundesrepublik und die Deutschen sich aus diesen vielen misslichen Lagen befreien können, die sich wie eine Schichttorte auf sie getürmt haben. Die Dinge für unser Land laufen aus dem Ruder, manche reden bereits vom Untergang Deutschlands, andere vom imminenten Sieg des Faschismus und wieder andere Stecken den Kopf tief in den Sand, um sich ja nicht mit den Problemen des Jetzt befassen zu müssen.

2000 hätte ich auch den Kopf in den Sand stecken und endgültig abrutschen können. Das tat ich aber nicht und entschied mich für einen anderen Weg. 18 Jahre später leite ich mein eigenes, mittelständisches Unternehmen mit sechs Mitarbeitern, habe zwei Kinder und blicke hoffnungsvoll in die Zukunft. Nicht, dass ich keine Angst vor den unglaublichen Problemen hätte, die in den letzten zehn bis zwanzig Jahren durch schlechte Politik hervorgerufen wurden. Ich selbst habe ja durch mein Wahlverhalten und als gläubiger Bundesrepublikanischer Bürger meinen Teil dazu beigetragen, bis mit Herrn Lucke vor etwa vier Jahren eine Alternative entstand.
Nein, ich sorge mich zwar um die kommenden Jahre, nicht aber um die kommenden Jahrzehnte und Jahrhunderte. Denn die Deutschen haben sehr wohl noch die Kraft zur Erneuerung, ohne dabei gleich in Barbarei zu verfallen oder ins Chaos abzusinken. Auswanderungsempfehlungen und Beerdigungsreden zum Trotz sind wir doch noch da. Und wir werden auch die jetzigen Krisen überwinden und auf dem Weg dorthin besser und stärker werden. Nichts prüft einen Charakter oder ein Volk so sehr, wie harte Zeiten, vor denen wir Dank unserer Politiker und ihrer Helfershelfer jetzt stehen und deren Ausläufer wird bereits zu spüren bekommen haben.
Am Ende dieses Weges aus der Krise hinaus steht dann hoffentlich ein besseres Deutschland. Auferstanden aus Ruinen, zwei Niederlagen in zwei Weltkriegen, geteilt und gedemütigt von zwei Supermächten und doch stehen wir noch hier. Wir sind immer noch da und die Politik der Auflösung Deutschlands, der demographische Verfall, die Multikulturalisierung und unkontrollierte Migration sind keinesfalls alternativlos.

Wir holen unser Land zurück – alle Miteinander mit Herz und Hand, für das deutsche Vaterland. Vernünftig, menschlich und Stück für Stück. Was in dreißig Jahren langsam zerstört wurde, bauen wir wieder auf und heilen die Wunden eines Tages, reparieren auch den Riss, der durch unsere Gesellschaft geht. Denn Deutschland wurde nicht von Pessimisten erschaffen und es wird nicht von solchen gerettet werden!

Frau Merkel hat mit ihrem einen Satz deshalb sogar nicht ganz Unrecht!
Wir schaffen das! Wir schaffen sie und ihre Gesinnungsgenossen ab.

 

Foto: Pixabay


 



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