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Wer ist Merkel?

Wer ist Merkel?

Gastbeitrag von: Paul

 

Ich hab mir in letzter Zeit öfters die Frage gestellt, wie Angela Merkel es geschafft hat, bis an die Spitze der Bundesrepublik zu kommen und sich so lang an der Macht halten konnte. Natürlich ist vieles dabei reine Spekulation, aus meiner Sicht aber tatsächlich sehr wahrscheinlich. An einen reinen Zufall glaub ich jedenfalls schon lange nicht mehr.

Um meine Indizienkette zu verstehen, muss man sich zuerst mit der Sozialisation von Angela Dorothea Merkel beschäftigen. Sie wurde zwar in Hamburg geboren, ihr Vater zog aber 1954 mit der Famile in die DDR. Das ist schon sehr erstaunlich, weil zu der Zeit die meißten Leute eher von der DDR in den Westen rüber wollten. Nur wenige sind jemals freiwillig in die DDR eingewandert. Merkel wuchs in der DDR auf und man kann sagen, dass sie ein fester Bestandteil des Systems war, auch wenn es nur ein relativ unbedeutender Teil gewesen sein durfte. Allerdings war sie wohl kein unbeschriebenes Blatt, was zumindest die Existenz einer Stasi-Akte beweist. Diese Akte scheint auch Informationen zu beinhalten, die es aus Sicht von Merkel Wert waren, vor der Öffentlichkeit geheim gehalten zu werden und dies sogar gerichtlich durchzusetzen. Was könnte in der Akte drin stehen, was ihr unangenehm sein könnte, sogar noch nach so langer Zeit? Merkel war niemals in der damaligen Oppositions- und Reformbewegung der DDR aktiv. Man kann sie durchaus als systemtreu bezeichnen. Sie bestand ihr Abitur mit 1.0 und durfte nach dem Physikstudium am Zentralinstitut für Physikalische Chemie arbeiten. Sie war zwar niemals Mitglied in der SED, dafür aber in dessen Jugendorganisation (FDJ) und dort nach Aussagen von Zeitzeugen zuständig für «Agitation und Propaganda».

Ich hab mich seit der Wende immer wieder mit dem DDR-System und wesentlichen Bestandteilen davon, wie z.B. dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS bzw “Stasi”) auseinandergesetzt. Allein schon aus dem Grund, da ich selber in der DDR geboren wurde und meine Familie nicht immer angenehme Erfahrungen mit dem System machen durfte. Wir hatten aber das Glück, dass wir vier Jahre vor dem Mauerfall in den Westteil von Berlin auswandern durften. Ich wollte verstehen, wie so ein totalitäres System funktioniert. Ein System, das seine eigenen Bürger unter Generalverdacht stellt und ausspioniert, ihnen ihre Freiheit geraubt und unzählige Leben zerstört hat. Das MfS war ein wesentlicher Pfeiler in der DDR und hatte eine Abteilung, die für die Auslandsspionage zuständig war. Eine der Hauptstrategien des MfS gegen «feindliche Subjekte» (MfS-Jargon) war die Infiltration und Zersetzung des Feindes aus dem Inneren heraus. Eine sehr einfache, aber effektive Strategie. Die Spionagetätigkeiten erstreckten sich auch auf das kapitalistische Feindsystem der damaligen BRD. Ich möchte sogar behaupten, das ein Hauptteil der Spionage sich auf die BRD bezog. Heutzutage ist z.B. aus alten Stasi-Akten bekannt, dass das MfS u.A. die Friedensbewegungen in der BRD finanzierte und logistisch unterstützte. Sogar die RAF fand im MfS einen willigen Helfer, wenn es z.B. darum ging, gesuchten Terroristen eine neue Identität zu verschaffen. Ausserdem hat das MfS erfolgreich Spione bis in die höchsten Politikerkreise eingeschleust, wie der Fall Günter Guillaume auf erschreckende Weise gezeigt hat. Guillaume war ein persönlicher Referent des damaligen Bundeskanzlers Willy Brandt und hatte somit auch Zugriff auf streng vertrauliche Informationen und Dokumente. Die Enttarnung und Verhaftung von Guillaume führte einen Monat später dazu, dass sich Willy Brandt zum Rücktritt aus dem Amt des damaligen Bundeskanzlers entschied. Man kann annehmen, dass viele Aktivitäten des MfS erst gar nicht bekannt wurden. Viele der Akten sind nach der Wende beseitigt oder zumindest vor der Öffentlichkeit in Sicherheit gebracht worden. Einige dieser Akten dürften heute noch ein erhebliches Risiko für manche Personen bedeuten. Es ist auch kein Geheimnis, dass es heute noch Personen gibt, die der DDR hinterher trauern und dessen Untergang nie wirklich überwunden haben.

Helmut Kohl war damals Bundeskanzler der BRD, als die Wiedervereinigung stattfand. Er ist es, der als politischer Ziehvater von Merkel gilt. Und auch er hat eine Stasi-Akte, die er gerichtlich für die Augen der Öffentlichkeit sperren ließ. Man kann sagen, dass Kohl für Merkel die Eintrittskarte in das System der BRD gewesen ist. Ich finde es auch heute noch merkwürdig, dass ein westdeutscher Politiker einer konservativen Partei, welche die CDU damals noch gewesen ist, einer Frau aus der gerade untergegangenen DDR zu einer relative steilen Karriere verhelfen konnte. Schließlich gab es doch genug Politiker in den eigenen Reihen der damaligen West-CDU. Was hat Kohl dazu bewegt, sich ausgerechnet für Angela Merkel zu entscheiden? War es nur ein bedauerlicher Zufall, der uns heute so viele Probleme gebracht hat? Und was hat Merkel zu ihrem Sinneswandel bewegt? Wärend ihrer Parteikarriere in der BRD hat sie sich immer wieder kritisch zur Multikulti-Gesellschaft geäußert. Auf einem CDU Parteitag in Essen im Jahr 2000 sagte sie:

«… dass die multikulturelle Gesellschaft keine lebensfähige Form des Zusammenlebens ist und das glaube ich auch.»

Heute könnte man meinen, dass Sie gar nicht genug davon bekommen kann. Hat Merkel vielleicht Leute hinter sich, die immer noch für ein längst untergangenes System kämpfen? Immerhin sind viele MfS-Mitarbeiter und dessen «Hauptehrenamtliche» auch heute noch aktiv, sowohl in der Politik als auch in politischen Organisationen. Tatsächlich sind damals nur sehr wenige des damaligen DDR-Regimes jemals zur Verantwortung gezogen worden. Ein Großteil wurde niemals richtig aufgearbeitet. Vieles bleibt auch heute noch im Verborgenen. Oder anders gefragt: Hat sich die damalige BRD jemals darum bemüht, dass es nicht zu einer Infiltration und Zersetzung durch ehemalige MfSler kommen kann? Wär das überhaupt möglich gewesen, ohne einen Großteil der ehemaligen DDR-Bürger unter Generalverdacht zu stellen? Glaubt wirklich jemand, dass die überzeugten und sysytemtreuen Sozialisten aus der DDR einfach so ihren Kampf gegen den Kapitalismus aufgeben würden? Die gleichen Leute, die damals an der Mauer auf ihre eigenen Landsleute schießen ließen und über 60 Jahre lang für den Erhalt des Unrechtsstaats DDR verantwortlich waren.

Foto: Bundesarchiv, Bild 183-W1126-312 / Kolbe / CC-BY-SA 3.0




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