In den Krieg für “Blues und Jazz” in Mali, frei nach Daniela de Ridder (SPD)


 

«Wenn Sie sich diesen Film anschauen, dann lernen Sie, dass Mali die Wiege des Blues und Jazz ist.» – Zitat von Daniela de Ridder, SPD Abgeordnete im Bundestag.

Frau de Ridder nimmt Bezug auf den Film «Mali Blues», der Musikern in Mali folgt, die sich gegen die starre Auslegung des Islam durch die Islamisten dadurch auflehnen, indem sie Blues spielen. Die Tatsache, dass Jazz und Blues einiges an Rythmik aus afrikanischer Musik entlehnt, macht sie aber noch nicht zu einer malischen Erfindung. Eigentlich hat der Jazz viele europäische Klangelemente. Und der Blues ist ein Produkt der Zusammenführung verschiedener Kulturen und Musiktraditionen in der Neuen Welt gewesen. Beide Musikrichtungen entwickelten sich nicht in Mali und nicht ausschließlich nur durch Malier, sondern erst in Nordamerika in den letzten ca. 200-300 Jahren. Die dort lebenden Afrikanern sind eine wilde Mischung aus verschiedensten afrikanischen Ethnien gewesen, die im Zuge von Kolonialsklaverei dort angesiedelt wurden. Frau Daniela de Ridder irrt sich also oder lügt. Im Grunde beweist sie nicht mehr kulturelles Verständnis, als ich das von ihrer Sorte Mensch erwarte. Sie würde auch in ein asiatisches Fast-Food Restaurant gehen und sich darüber freuen, dass ihr der fremdländisch aussehende Vietnamese orginal berlinerische Küche serviert, nämlich in Öl ertrinkende Bratnudeln. Und diese dann als «chinesisches Essen» deklariert und mit einem falschen Lächeln an Ridder aushändigt, damit Menschen wie sie dann demnächst in ihrem Freundeskreis erzählen können, wie wunderbar sie fremde Kulturen findet und dass sie ein ausgesprochen gutes Verhältnis zu ihrem Gemüsehändler/Imbissverkäufer hätte. Die Art Mensch, die sich einen Buddha Made in China kaufen, den dann für indisch halten und glauben, dass Yoga eine Religion ist.


Lämmer für die Schlachtbank für Blues und Jazz

Zurück zum eigentlichen Thema: Ridder möchte, dass der Einsatz in Mali (EUTM) fortgesetzt wird. Sie sprach deshalb vor den mehr oder weniger anwesenden Abgeordneten des Bundestages über die Notwendigkeit zum Schutze der malischen Kultur, deutsche Soldaten in Mali einzusetzen. Dass sich Mali ähnlich wie Afghanistan zum Einsatz ohne Ende entwickeln könnte, zum neuen Superkleber für westliche Truppen, scheint sie gar nicht wahrzunehmen. Längst entwickelt sich dort eine ähnliche Lage wie am Hindukusch. Aus den anfänglichen Erfolgen gegen die Islamisten konnte kein Kapital geschlagen werden, die Kampagne versumpft und kommt nicht vorwärts. Ein weiterer Stabilisierungseinsatz im Nirgendwo.

 

Frau de Ridder «will offene Grenzen» und scheint da keinen fundamentalen Denkkonflikt bei sich zu erkennen. Denn die islamistischen Gruppierungen im Norden von Mali wünschen sich ja eben genau das. Eine Welt ohne Grenzen, in der nur das Wort des Propheten gültig ist und kein anderes weltliches Gesetz der Erde geachtet wird. One world, one faith. Eine Welt und ein Glauben. Die malische Regierung versucht derweil die eigenen Landesgrenzen stärker zu schützen, damit sie weniger durchlässig für Terroristen sind, die zwischen den Nachbarländern und Mali hin und her wandern. Die Grenze zwischen Mauretanien und Mali wurde von der ersteren zur militärischen Sperrzone erklärt. Der Grund: Menschenhandel, Terrorismus und Kriminalität profitieren von offenen Grenzen. Und selbst die UN unterstützt die Ausweitung der Grenzkontrollen an den malischen Landesgrenzen zur Eindämmung «grenzüberschreitender Migration».

Na sowas aber auch!

 

Foto: Flickr – https://www.flickr.com/photos/minusma/9394721110


 



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