Home Militär Schlacht um Mossul – Bericht von der Front gegen den IS – Teil I

Schlacht um Mossul – Bericht von der Front gegen den IS – Teil I

Schlacht um Mossul – Bericht von der Front gegen den IS – Teil I

Gastbeitrag: Fortsetzung von «Ein Lebensbericht aus Erbil, Kurdistan – im Kampf gegen den Islamischen Staat»

xx Januar 2017 – Mein Geburtstag und Britani

Die Operationen im Nordirak zur Wiedereroberung von Mossul laufen auf Hochtouren. Mossul wird massiv aus dem Süden und Osten angegriffen. Alle 10 Sekunden sind Detonationen und Gefechtslärm zu hören. Der Horizont ist voller Rauch. Es ist Januar 2017 und wir sind am Ende des zweiten Kriegsjahres im Kampf gegen den Islamischen Staat.

Wir, das sind die über 150 Security-Mitarbeiter der XXX, Privat Security Company in der Sicherung eines amerikanisch-canadisch geführten NGO-Krankenhauses. Security in dieser Sicherheitslage, das bedeutet keinen doppelreihigen Anzug oder Hotelpagen-Look wie manche Firmen in Deutschland das tragen. Hier im Nordirak, 2000 Meter vor den Stellungen des IS, bedeutet dass, dass du eine 38kg Schutzweste mit 10 Magazinen für deine M4 oder Ak 47 trägst, Gasmaske und zusätzliche Schutzausstattung griffbereit.

ACU-Uniform und Multicam und Fast-Helm mit Sprechsatz. Wenn du vor der Einrichtung oder Checkpoint-Dienst hast, dann kann es sein, dass die Scharfsützen des IS mit ihren erbeuteten M82er aus irakischen Beständen glatte 1800 Meter weit bei Windstille auf dich schießen. Das Cal 50 Gewehr ist den Irakern 2008 von den Amerikanern überlassen worden und die irakischen Soldaten haben 2014 in ihrer heillosen Flucht aus Mossul die komplette Ausrüstung einer US-Panzerbrigade dem Feind überlassen.


Der permanente Stress für die Männer und Frauen des Checkpoints ist jedoch die Ungewissheit, was mit dem nächsten Wagen sein könnte, wenn beispielsweise ein gestresster Vater oder eine Mutter schreiend und schnell auf den Checkpoint zufahren. Im Wagen, meist voll mit schwerverletzten Familienmitgliedern, zittern die Menschen vor Todesangst – Todesangst vor dem Islamischen Staat.

Jeder Wagen, auch ein Krankenwagen, kommt nur nach Vollcheck in den Compound. Mit dabei, die für Araber abstoßenden und Angst einflößenden deutschen K9 Schäferhunde, denen wir unser Leben anvertrauen. Das Notfallkrankenhaus ist ebenfalls durch ein T-Wall Ring geschützt und besitzt einen extra Gefängnisblock, in dem verwundete IS-Kämpfer getrennt von Zivilisaten nach 48 Std. den irakischen Behörden übergeben werden müssen. Wer denen in die hasserfüllten Augen und in ihre beschlagnahmten Iphones gesehen hat, vertritt schlagartig eine andere Meinung über offene Grenzen als, die Politikdarsteller der Altparteien in Deutschland.

Fortsetzung folgt…




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