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Der deutsche Mai – zum Neuen Hambacher Fest

Der deutsche Mai – zum Neuen Hambacher Fest

Gastautor: Armin

 

Der Deutschen Mai – Gedanken zum Neuen Hambacher Fest

Die Hoffnung der nationalstaatlich-demokratisch gesinnten deutschen Patrioten und ihre niederschmetternde Enttäuschung nach den Befreiungskriegen veranschaulichte Philipp Jakob Siebenpfeiffer, der Hauptinitiator des Hambacher Festes von 1832, in seiner damaligen Rede mit einem Frühlingsbild: „Auch der Völker Leben hat seine Maitage, die wiederzukehren pflegen in jedem politischen Umschwung, der mit frischer Jugendlichkeit alle Nerven und Adern uns durchzuckt: wohl den Völkern, wenn die belebende Sonne der Vaterlandsliebe die edleren Blüten befruchtet, wenn nicht der Winterfrost der Selbstsucht sie tötet, nicht der Sturm despotischer Gewalt sie vernichtet!“ Dieses Bild passte in die Jahreszeit, fand doch das historische Hambacher Fest vom 27. Mai bis zum 1. Juni 1832 statt.


Die „belebende Sonne der Vaterlandsliebe“ meinte es gut mit uns, als wir nun am Morgen des 5. Mai, den ursprünglichen Zug zum Schloss nachahmend, bei schönstem Wetter mit Prof. Max Otte von Neustadt an der Weinstraße zum Hambacher Schloss hinaufwanderten.

Es war ein erhebendes Gefühl, gemeinsam mit hunderten anderen Patrioten im Geist unserer Vorfahren diesen Weg zu beschreiten, durch schmale Straßen mit teilweise pittoresken Fachwerkhäusern. Bevor wir aufbrachen, hatte Prof. Otte, der auch leidenschaftlicher Musiker ist, mit uns das von Siebenpfeiffer geschriebene Lied „Der deutsche Mai“ gesungen, in dem es heißt: „Hinauf, Patrioten! Zum Schloss, zum Schloss! / Hoch flattern die deutschen Farben: / Es keimet die Saat und die Hoffnung ist groß, / Schon binden im Geiste wir Garben: / Es reifet die Ähre mit goldnem Rand, / Und die goldne Ernt’ ist das – Vaterland.“ Und in der Tat: Die deutschen Farben flatterten im Wind, ein regelrechtes Fahnenmeer schlängelte sich den Hügel hinauf – ganz so, wie ich mir das vorgestellt und gewünscht hatte.

Nach etwa einer Stunde kamen wir am Schloss an und trafen dort auf viele weitere Teilnehmer. Insgesamt waren mehr als 1.000 Patrioten der Einladung von Prof. Otte gefolgt, der uns sagte, die Nachfrage sei eigentlich dreimal so groß gewesen, aber aufgrund der Kapazitäten und Sicherheitsbestimmungen des Schlosses habe die Teilnehmerzahl begrenzt werden müssen. Zur Eröffnung des Festes zitierte Prof. Otte auch aus Siebenpfeiffers Rede und konnte auf diese Weise die ebenso erwartbaren wie dummen Vorwürfe etablierter Medien und Politiker, das historische Hambacher Fest solle hier „national umgedeutet“ werden, leicht entkräften.

Im Gegenteil drängen sich einige Parallelen zur heutigen Situation geradezu auf: „Wir widmen unser Leben der Wissenschaft und der Kunst, wir messen die Sterne, prüfen Mond und Sonne, wir stellen Gott und Mensch, Höll’ und Himmel in poetischen Bildern dar, wir durchwühlen die Körper- und Geisterwelt: aber die Regungen der Vaterlandsliebe sind uns unbekannt, die Erforschung dessen, was dem Vaterlande Not tut, ist Hochverrat, selbst der leise Wunsch, nur erst wieder ein Vaterland, eine freimenschliche Heimat zu erstreben, ist Verbrechen.“ Vielleicht ist es Ottes größtes Verdienst, dass er mit seinem Neuen Hambacher Fest an diese Tradition anknüpft, an eine Zeit, in der die nationalen Einheits- und Freiheitsbestrebungen von einer despotischen Obrigkeit erbittert mit Zensur, Verfolgung und Haftstrafen bekämpft wurden; eine Zeit, in der mutige Patrioten unter widrigsten Umständen am Gedanken der „Wiedergeburt des Vaterlandes“ (Siebenpfeiffer) festhielten.

Natürlich gab es auf dem Fest am 5.5. auch hochkarätige und kenntnisreiche Einzelreden prominenter Gäste (z. B. Thilo Sarrazin, Vera Lengsfeld und Joachim Starbatty), deren Botschaften hoffentlich Verbreitung finden. Ebenso könnte man parteipolitisch hervorheben, dass sich auf der Veranstaltung Gespräche zwischen CDU-Vertretern der „WerteUnion“, FDP-Konservativen und AfD-Leuten ergaben. Aber noch wichtiger als all das erscheint mir die Wiederbelebung des Geistes von 1832 – die Bestärkung unseres Gefühls, nur dann wirklich für Deutschland und Europa zu handeln, wenn wir uns gegen die derzeitigen Regierungen und ihre Helfershelfer stellen. Und die Bestärkung des Gefühls, in diesem kräftezehrenden Kampf nicht allein zu sein. Diesen Geist stärkte vor allem – und das war mein persönlicher Höhepunkt – eine abendliche Singerunde mit Musikern aus patriotischen Jugendbünden. In geselliger Runde unter freiem Himmel ertönten Volksweisen und politische Lieder des 19. Jahrhunderts, die Prof. Otte auf einer kleinen Bühne auf der Gitarre begleitete. Das ist der Geist, der einem die Worte Philipp Jakob Siebenpfeiffers wieder lebendig erscheinen lässt: „Vaterland – Freiheit – ja! ein freies deutsches Vaterland – dies ist der Sinn des heutigen Festes, dies die Worte, deren Donnerschall durch alle deutschen Gemarken drang, den Verrätern der deutschen Nationalsache die Knochen erschütternd, die Patrioten aber anfeuernd und stählend zur Ausdauer im heiligen Kampf, im Kampf zur Abschüttelung innerer und äußerer Gewalt: Der Deutschen Mai.“ Möge diese Botschaft ins ganze Land ausgehen – gerade jetzt, wenn sich am 27. Mai das Hambacher Fest wieder einmal jährt. 




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