Home Gesellschaft Berlin 24/7 im Mai Teil II – “Du, ich hab die auch gewählt… aber sag’s keinem”

Berlin 24/7 im Mai Teil II – “Du, ich hab die auch gewählt… aber sag’s keinem”

 

Quatsche am Freitag mit einem Bekannten über Politik. Rauchen (ich passiv) vor der offenen Tür seines Büros. Er ist der letzte Kollege am Freitag, der noch arbeitet. Alle andern sind weg.

Er schließt dann als wir zur Wahl in Bayern kommen die Tür hinter uns und guckt auf die Kugelkamera, bevor er sich gegenüber mir politisch unkorrekt zu seinem Wahlverhalten bei der Berlin Wahl äußert.

Finde ich alles sehr amüsant. Angst einen Gedanken auszusprechen an einem Freitag Nachmittag, im quasi Nirgendwo vor einem leeren Büro in einer abgelegenen Seitenstraße. Ist das normal? Der Typ selber ist ein durchschnittlicher Arbeiter, ziemlich liberal im Grunde. Protestwähler könnte man meinen, den ich aus meiner Zeit als studentischer Kellner kenne.

Das ist wie eine gewisse Vorsitzende eines CDU nahen Vereins, die auf uns  im Wahlkampf zukam und meinte, dass sie uns auch gewählt hätte. Aber wir sollten das bitte niemandem verraten. Schon klar.

Gestern oder vorgestern stand ich dann am Brandenburger Tor, wartete auf eine Verabredung und betrachtete die in rot gekleidete Muslima, die neben ihrer russischen Freundin den Sieg über Deutschland feierte. Oder über den NS? So genau war das nicht abzuschätzen. Vor ein paar Wochen oder Monaten jubelten hier noch die Araber unter dem üblichen Allahu Ackbar Gebrüll. Und vor 104Jahren kehrten hier wohl die Soldaten des deutschen Heeres ein, wurden von jubelnden Massen mit Blumen beworfen. Wie sich die Zeiten ändern.

 




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