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Mein betrübter Blick auf diesen 1. Mai – Gastbeitrag

Gastbeitrag von : Wieke

Rückblickend ein Bericht vom 1. Mai, aus Sicht eines sozialdemokratischen Patrioten.

Vorweg, ich machte das Beste aus diesem Tag. Aufgrund persönlicher Umstände hätte man sich auch selbstbemitleidend verkriechen können, aber dafür ist auch noch morgen Zeit und heute ist schließlich 1. Mai – Tag der Arbeit, Tag der Arbeiterbewegung, Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse und übrigens nicht MachtdieGrenzenauf- und Volkstodtag. Das wird von einigen (heutzutage leider die Mehrheit) Aktivisten oft durcheinander gebracht und darum soll es hier in meinem kleinen Erfahrungsbericht gehen.

So radelte ich gegen 9 Uhr morgens los, um pünktlich beim Hackeschen Markt zu sein. Das Wetter war optimal: Um die 15 Grad Celsius, Sonnen und Wolken wechselten einander ab, es wehte ein frischer märkischer Wind durch die großzügig angelegten Hauptstraßen unserer deutschen Hauptstadt. Typisch für Berliner Feiertage, denn um 9 Uhr war noch fast niemand unterwegs, was das Radfreiheitsgefühl etwas mehr als sonst beflügelte. Angekommen beim Versammlungspunkt erblickte ich die üblich Mittfünfziger Gewerkschaftsnasen, was für deren anhaltende ideologische Sturheit spricht und spiegelgleich die manifestierte phlegmatische Apathie aller jüngeren Mitmenschen in dieser Bundesrepublik darstellt. Egal, ich hatte nichts anderes erwartet, also zunächst nach der Fahne vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club Ausschau halten, der zusammen mit dem Deutsche Gewerkschaftsbund und der Industriegewerkschaft Metall, zum Fahrradkorso für «Solidarität. Vielfalt. Gerechtigkeit» aufrief. Mit etwas Verzögerung radelten wir los, die Strecke führte uns bei weiterhin herrlichen Frühlingswetter u.a. am Alexanderplatz vorbei, nach Friedrichshain, durch Kreuzberg und dann über den Potsdamer Platz zum Brandenburger Tor.

Aber da blieben noch Fragen: Was meinen die denn dieses Jahr mit Solidarität? Zu meiner Überraschung proklamierte man die tatsächliche Solidarität, mit Bezug zum Fortbewegungsmittel Fahrrad, sprich die Achtsamkeit der verschiedenen Verkehrsteilnehmer, die tagtäglich in so einem urbanen Ballungsraum aufeinander treffen und die Vielfalt konnte man mit viel Fantasie auch noch in ein paar Nebensätzen einbauen (Fahrradmarkenvielfalt war es auf jeden Fall nicht). Bei Gerechtigkeit ging es den Demonstrationsleitern wirklich um die Flächengerechtigkeit in einer Stadt, die übrigens mit 90 Prozent Auto sehr unausgeglichen ausfällt. Ich war erneut positiv überrascht. Man blieb bei der speziellen Thematik, benannte klar die Probleme und Lösungsvorschläge. Keine sonst so üblich thematische Querfront zu den «so schlimmen Nazis« oder «armen Geflüchteten» wurde aufgemacht. Sollten die Gewerkschaften doch etwas gelernt haben und unterlassen sie mittlerweile den Umerziehungsanspruch der übrigens und quasi selbstverständlich fast zu 100 Prozent deutschstämmigen Teilnehmerschaft!? Glauben konnte ich es noch nicht ganz und genoss stattdessen die freie Fahrt durch die Stadt und wartete die Reden der Abschlusskundgebung von u.a. Michael Müller ab, seines Zeichens Regierender Bürgermeister von Berlin. Angekommen auf dem Platz unter Viktorias Vierergespann, lauschte ich den Mainstream-Funktionären und Altparteien-Politikern und wurde bei einer Currywurst schleunigst wieder in das Narrativ von «Wir versprechen alles wieder zu reparieren, was wir vorher selbst kaputt machten. Glaubt uns das, jetzt geht`s voran» eingeschworen.

Die Radtour war angenehm, das verlogene Heucheln, angereicht mit einer ekelhaften Selbstherrlichkeit, natürlich alles garniert mit einer absoluten Realitätsferne, dann schon eher weniger. So konnte mein persönlicher Aktivistentag nicht enden, also entschloss ich spontan noch in den Grunewald zu fahren, um einer von der Ankündigung her verheißungsvollen Demo beizuwohnen «Wo eine Villa ist, ist auch ein Weg». Denn auch wenn es viele im skeptisch-neurechten Lager allzu gern verneinen, der Tag der Arbeit ist von den One-World Salonkommunist und kapitalhörigen Staats-Sozialdemokraten lediglich okkupiert und der eigentliche Adressat dieses Feiertags, das Proletariat, denkt sehr wohl national, identitär und antiglobalistisch. Wer darauf wartet, dass der Bonze was für den kulturellen und faktischen Erhalt unserer Volkes tut, der kann solange warten, bisher auch er und seine gesamte Mischpoke von der islamische Religionspolizei abgeholt wird. Also mischte ich mich am S-Bahnhof Grunewald unter die erneut größtenteils Bio-Deutschen (vom Spießer-Gutmensch über Gammelpunk wurde alles geboten), lauschte erneut den Reden, die u.a. auf Wohnraumverschwendung im „´«Problemvillenbezirk Grunewald» und einer bis heute fehlenden Erbschaftsteuer hinwiesen. Ich fand die Demo dahingehend interessant, weil sie einen Ansatz hatte, der viel zu selten Anwendung findet: Probleme gegenüber stellen! Denn das das gutbürgerliche Kapital im jetzigen globalen Finanzkapitalismus für viele Probleme sorgt, die uns alle betreffen und deren Auswirkungen wir letztendlich seit den großen Migrationswellen der letzten Jahre spüren, ist meines Erachtens unstrittig.

Aber sich mit diesen Folgen auseinandersetzen, will diese Schicht, oder sagen wir es marxistisch, diese Klasse, nicht. Dementsprechend muss der Protest und die Problemsensibilisierung zu den Bonzen kommen. In spätestens 20 Jahren wird eh auch deren Viertel mit Müll, Kriminalität und einer Veränderung des Straßenbildes zu tun haben. Denn auch ein Afrikaner oder Araber kann S-Bahn fahren und sich in seinem Sinne neue Märkte erschließen. Kleiner Wink mit dem Zaunpfahl: Der Wedding ist schon voll. Da passen keine Neubürger mehr rein! Das für die Größe der Demo massive Polizeiaufgebot konnte aber das übliche Spiel von ewigen Verzögerungen im Ablauf des Demonstrationszuges nicht verhindern, was mir unerklärlich erschien, weil es wohl kaum eine BAF – Bonzen Armeefraktion gibt, die mit einer Stretch-Limousinen den Weg blockierte. Irgendwann war ich vom Techno, den immer schlechter werdenden Redebeiträgen und dem stehen in der Sonne genervt, kehrte um und fuhr Heim.

Am Tiergarten stieg ich wieder auf den Drahtesel, was mich versöhnlich mit dem 1. Mai 2018 stimmte. Beim radeln sah ich das von den SJW´s so ersehnte orientalische Ersatzproletariat in den Straßen herumlungern, welches sich null für den linken Gutmenschen-Einsatz am heutigen Tag interessierte. Generell stehen westliche Werte in diesen Kreisen nicht hoch im Kurs. Nur eins ist wichtig: Unser Geld, was aber immer knapper wird, weil wir immer weniger werden und dadurch weniger Menschen ehrlich etwas zu unserer Volkswirtschaft beisteuern.

Und somit hängen der «Neu-Nazi», der biodeutsche 68iger, der Spießer, der Punk, der Hipster, der Bonzenpapa samt Kinder, am Ende doch wieder zusammen. Denn im Bürgerkrieg liegen alle diese Personengruppen im gleichen Schützengraben, weil dieser nicht nach Klassenzugehörigkeit trennt, sondern unter ethnisch-religiösen Gesichtspunkten geführt wird. Dennoch wird weiter übereinander, nebeneinander und gegeneinander diskutiert. Wahrscheinlich bis zum bitteren Ende.

Abschließend diesbezüglich und passend ein Marx-Zitat: «Alle Revolutionen haben bisher nur eines bewiesen, nämlich, daß sich vieles ändern lässt, bloß nicht der Mensch»…
Nichtsdestotrotz…

Gott mit uns und Kopf hoch allen Kräften, die an der Seite Deutschlands stehen!

 

Foto: Deutsche Fotothek




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