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Denk ich an Deutschland in der Nacht…

Denk ich an Deutschland in der Nacht…

Wer glaubt schon, selbst wenn in entscheidender Position, den Schwelbrand mit bedrucktem Papier zu löschen? Der weiße Elephant steht im Raum, die Zeit des hedonistischen »weiter so« macht es einfach, zu ignorieren. Arrogante Aphatie hat jene erfasst, die sich Verachtung noch leisten können.

Verachtung vor jenen, die die eigenen Entscheidungen zuerst spüren. Diese scheinen bereits mit lethargischer Stumpfheit ihrem Schicksal ergeben.  Die profane moralische Eschatologie vermag hier nicht mehr zu begeistern. Sie wirkt in den laizistisch entkernten Elfenbeintürmen und scheint wie Wiederhall gehässiger Menschenverachtung vergangener Tage. Individuen kennt die moderne Heilslehre nicht, genau wie sie, dem Kleinkinde gleich,  mit Zurückweisung nicht umzugehen vermag.

» Die Vorwelt einzig darf die Nachwelt richten, 
Die Gegenwart tappt taumelnd fort mit Blinden«
– Ernst Moritz Arndt, Klinglieder, 1810 –

Arndts taumelnde Gegenwart scheint heute verwirklichter denn je. Unsere Gesellschaft bryonischer Helden, zielgerichtet auf ihren Egoismus, wird weiterhin dem Sittenverfall das Wort reden, sofern der eigene Nutzen stimmt. Sie schafft sich so die Beständigkeit eines sich selbst korrigierenden Systhems, welche bereits Botho Strauß beschrieb. Dieser schob jedoch nach, dass jene nur gelte solange die Überzeugung bestehe, ökonomischer Erfolg forme, binde und erhelle die Massen (1).  Das Versprechen vom Ende der Geschichte hat uns zum Glück nicht ereilt –  und das Land, wo Milch und Honig fließen, bleibt weiterhin kirchlicher Eschatologie vorbehalten – weltliche Reiche werden es nicht schaffen. Die erhellende Bindung der Massen an das aktuelle System durch ökonomische Teilhabe wird heute durch die Nippel staatlicher Umverteilung simuliert.  Fällt diese erst aus, wird aggresive Forderung auf Lethargie und falsch verstandenen Pazifismus treffen. Eine Gesellschaft, gestaltet von den Siegern dieses Konfliktes, möchte ich mir nicht vorstellen. Diese Erkenntnis setzt sich nun langsam, aber sicher durch.

» Ihr Landsleut’, ihr Brüder, frisch auf!
Deutschland, die Freiheit sich verlieret,
Wo Ihr nicht mutig schlaget drauf
Und überwindend triumphieret. «
– Achim von Arnim, Kriegslieder, 1806 –

Hoffen wir, dass Arnims Worte, über 200 Jahre nach diesem Gedicht, nicht auf taube Ohren unserer Wohlstands- und Ignoranzgesellschaft stoßen.

 


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