Home Politik Warum Kathrin zum Frauenmarsch in Berlin ging: “es wird immer gefährlicher als Frau in der Stadt.”

Warum Kathrin zum Frauenmarsch in Berlin ging: “es wird immer gefährlicher als Frau in der Stadt.”

 

Ich sitze hier mit Kathrin in einem Café in Ostberlin.  Katrin, ein junges blondes Mädchen, war auf dem Frauenmarsch am Samstag, erlebte hautnah und live mit, was dort passiert ist. Aber was treibt eine junge Frau dazu, sich auf diese Demonstration zu begeben? Auf der Gegendemonstration fanden sich schließlich etliche Hundert anderer Frauen, welche eine völlig gegenteilige Meinung zu sexueller Gewalt und Belästigungen im deutschen Alltag haben.

YG: Stell dich ruhig kurz vor Kathrin

Kathi: Zwanzig Jahre alt. Ich bin gerade in der Ausbildung und bin in keiner Partei assoziiert, aber eigentlich schon immer sehr politisch und bin geborene Berlinerin.

 

YG: Weit ist die Demonstration ja nicht gekommen. Ich habe gesehen, dass ihr Kochstraße bereits zum Halt gezwungen wurdet. Wie entwickelte sich die Situation, als die Gegendemonstranten erschienen?

K: Zu einer Konfrontation kam es nicht, weil wir ja gar nicht die Möglichkeit hatten aus dieser Enge herauszukommen. Wir konnten ja gar nicht herüber. Und es ging anscheinend auch sehr schnell, wie sie uns dort blockiert haben. Wir hatten lange Hoffnungen, dass die Polizei die Demonstration auflöst und uns durchlässt. Das hat uns die Polizei stundenlang zugesichert, was aber nicht passiert ist.

YG: Gab es Dialogversuche zwischen eurer Demo und der Gegendemo? Beleidigungen, Anfeindungen? Gewalt?

K: Es gab nur einen Anwohner, etwas stämmig und fünfzig, der uns anpöbelte. Aber wir haben nicht gehört, was die Gegendemonstranten uns zugerufen haben. Der Abstand war zu groß.

YG: Als ich auf der Gegendemo war, wurde von den Leuten dort betont, dass Sexuelle Gewalt keine Nationalität kenne. Euer Feminismus sei rassistisch, so die Demonstranten. Dazu gab es auch Zwischenrufe von wegen «Hans wars!» und natürlich die Beschimpfung aller Anwesenden als Nazis. Was sagst du dazu, was erwiderst du gegenüber solchen Anschuldigungen?

K: Ich finde, dass das eine blinde Aussage ist. Es ist deutlich in den Statistiken erkennbar, dass die Vergewaltigungen steigen und von bestimmten Zuwanderern ausgehen. Fakten zu nennen, ist nicht rassistisch.

YG: Hast du schon selber im Berliner Alltag schlechte Erfahrungen diesbezüglich gemacht?

K: Und wenn man mal selbst nachts durch Kreuzberg laufen müssen, sieht man auch immer wieder Männergruppen, die einem hinterher starren und Dinge hinterher rufen. Das ist mir schon passiert und macht mir schon Angst. Und es sind nicht Peter und Hans, die in diesen Männergruppen stehen .

YG: Dein subjektives Sicherheitsgefühl hat abgenommen? Wenn ja, wie äußert sich das? Vor allem hier in Berlin

K: Ja, definitiv. Das fällt bei mir schon bei meiner Klamottenwahl an. Ich würde mich abends beim Wegehen nicht mehr zu knapp anziehen und keine High Heels mehr tragen. Man macht sich als Frau darüber schon Gedanken. Im Club ist mir schon aufgefallen, dass uns Frauen das Pfefferspray ja abgenommen wird und dass die Kisten mit Pfefferspray randvoll sind. Meines wurde mir auch schon öfter weggenommen. Es ist ja auch ein besonders gutes Spray.

[sie zeigt mir ihr riesiges Pfefferspray]

YG: Pfeffersprays waren monatelang nach Köln ausverkauft, Alarmpieper sind neben dem Abwehrspray im Rossmann oder DM zu finden. Ganz Normal also: ich kenne das von vielen anderen Frauen. Kaum eine Frau geht ohne Sicherheitstechnik mehr aus dem Haus am Abend. Auch die linken Frauen in meinem Umfeld nicht, das ist seit mindestens zwei Jahren so. Einen Zusammenhang zwischen Zuwanderung aus frauenfeindlichen islamischen Ländern wollen die wenigstens aber zugeben. Wie erklärst du dir diesen Widerspruch?

K: Man belügt sich da eigentlich nur selbst.

YG: Was sagst du zu Durchhalteparolen von wegen «Wir lassen uns unsere Art zu leben nicht nehmen» oder dem Ratschlag eines Schuldirektors in Deutschland, der Mädchen riet sich nicht mehr knapp anzuziehen, um keine «Kulturellen Missverständnisse» zu provozieren?

K: Wir haben uns doch schon verändert. Ich gehe auch weniger Feiern und halte von diesen Parolen nichts. Es wird immer gefährlicher als Frau in der Stadt. Überall ist Polizei nachts, doch nicht grundlos. Auf der einen Seite erzählen sie uns, dass alles in Ordnung ist und auf der anderen Seite stehen überall immer mehr Securities und Polizei.

YG: Was muss sich ändern K? Was wäre der gewünschte Effekt eures Protestes?

K: Das mehr Menschen aufwachen. Wenn wir bis zum Kanzleramt in voller Stärke gekommen wären, dann hätten wir vielleicht auch mehr Medienaufmerksamkeit bekommen. Die Menschen müssen nachdenken – über den Zusammenhang zwischen islamischer Zuwanderung und sexuellen Übergriffen.

YG: Würdest du dich als Feministin bezeichnen?

K: Ich bin keine Neo-Feministin, sondern eine traditionelle Frauenrechtlerin. Ich will meine Freizügigkeit, meine Bewegungsfreiheit erhalten. Ich will mich nicht verstellen müssen und so weiterleben wie früher. Es hat sich doch etwas verändert im Sicherheitsgefühl der Frauen – das ist nicht zu leugnen.

 


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