Home Gesellschaft Aufbruch ins Ungewisse – eine sehr unwahrscheinliche Film-Dystopie

Aufbruch ins Ungewisse – eine sehr unwahrscheinliche Film-Dystopie

Aufbruch ins Ungewisse – eine sehr unwahrscheinliche Film-Dystopie

Jeder von uns hat so seine eigene Filterblase, in der er lebt. Für einen Poggenburg ist das eben die Filterblase, in der er für eine Rede, wo er Türken als «Kameltreiber» bezeichnet Applaus bekommt. Da äußert er sich eben frech und so, wie er sich das in seiner Bubble erlauben kann. Für die Macher von «Aufbruch ins Ungewisse» ist klar, dass wenn Leute wie AfD-Mann Poggenburg an die Macht kommen, dass dann der Neofaschismus wieder aus den Untiefen der Republik empor steigt. Gleich in den ersten Minuten von Aufbruch ins Ungewisse wird eine düstere Dystopie europäischer Zukunft gezeichnet, in der eine rechte Regierung in Deutschland Journalisten der «Süddeutschen Post» aus ihrem Kellerloch zerren und verhaften lässt und damit das letzte Nest des linksliberalen(radikalen) Widerstandes in Deutschland ausräuchert.

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«Nieder mit den Faschisten!» ruft die blonde Frau mittleren Alters, bevor die schwarz gekleideten Polizisten sie ins Auto zerren. Kanzler Meier brüllt auf einer Art Volkstribüne, eindeutig den Nationalsozialisten in Nürnberg nachempfunden, auf das böse «Pack»(die Deutschen halt) herunter und rollt das R(rrrrrrrrrr) besonders stark. Ich musste mich schon ziemlich zusammenreißen, um nicht lauthals loszulachen. Es ist fast so, als hätte jemand das Spiel Wolfenstein The New Order verfilmt und in ein fiktives Deutschland der 2020er Jahre gesetzt. Kanzler Meier ist eine nationalsozialistische Parodie mit der Körperfülle von CDU-Altmaier und der Stimme eines erkälteten Björn Höcke.  Mit der AfD habe dies natürlich nichts zu tun. «Mama!» sagt die Tochter der Protagonistin mit ängstlicher Stimme , die ernst dem Videoportrait des (Reichs)Kanzlers in die Augen starrt. Ein stilisierter Bundesadler ziert das Bild des Kanzlers, der mit «Für unsere Nation» wirbt(für welche denn sonst?).

Am Hauptbahnhof in Berlin hing mal ein ähnlich gigantisches Plakat der Kanzlerin Merkel, die in übermenschlicher Größe und typischer Gestik auf die Menschen ihres Reiches niederblickte.  Aber Propaganda machen natürlich immer nur die anderen!

Die Protagonistin und ihre Familie sind Oppositionelle und kämpfen den gerechten Kampf, sympathisieren sicher mit der linksradikalen Süddeutschen Zei – ..ähm – ich meine Süddeutschen Post und müssen daher fliehen. Wohin? Ausgerechnet nach Südafrika. Nicht etwa nach Somalia, Kongo oder Senegal, sondern ins alte Südafrika. Und hier möchte ich schon mit der Geschichte enden und lieber auf die Kulisse eingehen, welche von den Filmemachern aufgebaut wurde.

Das fiktive Europa der Zukunft wird von nationalen Kräften regiert, welche ihre eigene Nation an die erste Stelle setzen, Grenzkontrollen wiedereinführen und unliebsame Journalisten verhaften.

Nun ist es doch so, dass die Grenzöffnung der Kanzlerin Merkel und die Aussetzung der Dublin-Regeln eine rechtlich strittige Sache waren, die quasi ohne Befragung des Parlamentes oder des Volkes, welches ja eigentlich der Souverän im Land ist, völlig autoritär vollzogen wurde. Dass die rechten Parteien in Deutschland diesen Umstand wieder umkehren wollen und daher die Sicherung der Außengrenzen Europas ganz oben auf ihre Liste gesetzt haben, ist glasklar. Auch ist eindeutig, dass die meisten Rechtsparteien in Europa eine nationale Politik zum Wohle der eigenen Bevölkerung (Oh Gott!) bevorzugen und die Rettung der Welt zum Preis der Sicherheit und Zukunft der eigenen Bevölkerung, ablehnen. Soweit stimmt die Zukunftsvision der Filmemacher.

Allerdings erscheint es mir doch etwas unwahrscheinlich, dass die AfD (ja, natürlich sagte keiner im Film AfD – aber wir wissen, dass es um diese Partei geht) Journalisten verhaften lassen würde. Eher gehört sie zu den Kritikern der eingeschränkten Presse, mahnt sie doch immer eine Unverhältnismäßigkeit und Voreingenommenheit in der Berichterstattung an. Meinungen verbieten zu wollen, ist ja nun wirklich kein alleiniges Spielfeld der Rechten. NetzDG und Frau Kahane lassen grüßen. Was macht eigentlich Correctiv derzeit? Ah genau: beteiligt sich im Auftrag der links-Mitte Regierung an der Löschung von Meinungen auf Facebook. Die beständigen Versuche die Opposition zu kriminalisieren, kommen eigentlich derzeit von links und nicht von rechts.

Ein Herr Rainer Wendt konnte ja ebenfalls nicht an deutschen Universitäten über Migrantenkriminalität reden, ohne dass ihn selbstgerechte Linksextreme daran hindern wollten und sein Recht auf Meinungsäußerung beschnitten. Selbstreflektion bei den Linken? Keine Chance. Im Film wird es so dargestellt, als sei man selber das Opfer von Zensur und Agitation und die anderen seien die bösen Autoritären, welche andere Meinungen unterdrücken würden. Die Linke wirft ihrem Gegner immer vor, was sie selber tut und wie sie selber ist.

Die Frankfurter Buchmesse ist hier ein weiteres Beispiel, wo sich die Linken mit ihrem infantilen Gehabe blamiert haben, als sie den Stand des rechten Verlegers Götz Kubitschek verwüsteten und dann belagerten. Wer verteidigt denn die Meinungsfreiheit? Die Linken sind es nicht. Die Rechten könnten es werden, wenn sie das liberale Lager in ihrer Partei mit dem nationalkonservativen/autoritäten versöhnen können.

Gibt es dennoch Leute in der AfD, welche gerne die linksradikale Presse abschaffen würden? Sicher. Die wahrscheinlichere Zukunftsvision ist jedoch eher, dass mit einer Machtübernahme der AfD der Rundfunkbeitrag endlich gekürzt oder gestrichen wird, sodass solch ein blödsinniger Schmutz nicht mehr mit Steuergeld produziert werden kann. In der freien Wirtschaft könnten die Macher solcher Filme nicht überleben und müssten wieder Praktika machen gehen.

Ich fürchte, dass die linken Journalisten und Medienmacher im Verlagsgebäude der Süddeutschen Post keine Gelegenheit bekommen werden wie im Film einen stoischen Kampfruf in die ungerechte Welt hinaus zu rufen und dabei die Faust in den Himmel zu strecken. Die betagten 68er und ihre geistigen Nachkommen werden einfach wenige Wochen nach einer Übernahme der rechten Opposition ihre Büros im staatlichen Rundfunk räumen und sich nach neuen Jobs umsehen müssen. Denn derzeit sieht es auch in den Printmedien so aus,  dass den linken Plattformen ihre Leserschaft wegläuft. Nicht grundlos will der SPD-Mann Marc Jan Eumann eine Förderung der Presse durch den Rundfunkbeitrag, um das Zeitungssterben der Etablierten noch aufzuhalten.

Und wie enden wir jetzt mit dem Film? Er ist nichts besonderes und ist wie ein deutscher «Tatort» vorhersehbar, plump in seiner Intention und mit schlechten Schauspielern besetzt. Die Dialoge sind hölzern, das Drama gekünstelt und die Spannungskurve quasi nicht vorhanden. Sobald man den Film mehr als zehn Minuten gesehen hat, kann man anfangen die Sätze in den Szenen vorzusprechen, ohne sie zu kennen. Weil man einfach genau erahnen kann, was gesagt wird. Dahingehend erinnert mich der Film wirklich an einen Tatort, wo es mal um die Identitäre Bewegung oder so ging und ich mir den Spaß erlaubte einfach zu raten, was denn als nächstes passieren würde.

Sehen Sie mich, wie ich als Kommissar Brix gerade die Hände in den Hosentaschen habe und ganz doll ernst den Kopf schüttele? «Was ist nur aus unserem Land geworden?»

Mich stört nicht mal so sehr, dass es Propaganda ist. Mich stört, dass sie so unglaublich schlecht und durchschaubar ist. Es kommt mir so vor, als bezweifelt man die Intelligenz der deutschen Bürger, sodass man sie mit fast schon sowjetischer Propaganda ohne jedes Niveau und Raffinesse bombadiert, damit sie ja die «Message kapieren!».

Christiane Strobl, für den Film die Verantwortliche, ist übrigens die Tochter von Wolfgang Schäuble und die Ehefrau von Thomas Strobl (Innenminister CDU in Spätzleland). Alle drei sind enge Vertraute von….na raten Sie mal.

Von unserer Angela Merkel.

Bild: Screenshot« Aufbruch ins Ungewisse»


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