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Frankreichs neue Nationalgarde zur Terrorabwehr wächst

Frankreichs Nationalgarde, eigentlich eine Idee aus den Nachwehen der französischen Revolution, wurde 2016 von Francois Hollande ins Leben gerufen und soll bis 2018 eine Mannstärke von 84.000 erreichen. Zusammensetzen soll sie sich aus Polizei und Armee. Völlig aus dem Nichts kommt diese Nationalgarde natürlich nicht. Sie ist eine Zusammenführung aus Einheiten der Gendarmerie und Streitkräfte, gepaart mit massiver Werbung für den patriotischen Dienst an Frankreich.

Nach Nizza und den Anschlägen von Paris wurden die angedachten Pläne im letzten Sommer dann in die Tat umgesetzt, um die Sicherheitslage in Frankreich zu verbessern. Die Kräfte werden bisher verstärkt im Inland eingesetzt und viele der Soldaten und Polizisten, die heute durch jede Metro in Paris spazieren und am Eisladen nebem dem Kinderwagen mit einem Sturmgewehr stehen, sind Nationalgardisten. Die Garde soll  bei Veranstaltungen und Terroranschlägen herangezogen werden und die regulären Kräfte von Militär und Polizei bei ihrem Auftrag unterstützen. Heimatschutz, Katastrophenschutz und Ordnungsmaßnahmen bei Großveranstaltungen.  Reservisten der Nationalgarde schützen Militärstützpunkte, öffentliche Regierungsgebäude und belebte Plätze ab, damit die «Romantik» in Paris und anderen französischen Städtchen auch nicht verloren geht.

Bis jetzt dienen etwa 63.000 Reservisten in der neuen Garde, wovon aber nicht alle gleichzeitig im Einsatz sind, sondern ähnlich wie in Deutschland nur zu bestimmten abgesprochenen Tagen aktiviert werden und aus ihrem zivilen Dienstverhältnissen herausgelöst werden. Anders als in Deutschland gibt es in Frankreich jedoch keine zwingende Rechtsgrundlage, welche Entschädigungen für die Arbeitgeber einberufener Reservisten zur Verfügung stellt. Gegen eine Einberufung von maximal fünf Tagen kann der Arbeitgeber keinen Einspruch einlegen. Erst bei einer längeren Dauer ist das Einverständnis des Arbeitgebers erforderlich. So greift Frankreich auf einen großen Pool aus potenziellen Reservisten zurück, der potenziell schnell aktiviert werden kann, aber auch schnell wieder an den Arbeitsplatz zurückkehrt, wenn die Lage sich entspannt. Wenn gewünscht und möglich, kann ein Reservist in der Nationalgarde aber bis zu 210 Tage im Jahr dienen und so fast Vollzeitsoldat/Polizist sein.

13 Tage + 6-12 Tage Spezialausbildung; danach müssen die Nationalgardisten bereit sein, terroristische Angreifer in den Straßen von Paris zu bekämpfen, oder aber bei anderen Katastrophen sinnvoll zu unterstützen.

Eine generell begrüßenswerte Maßnahme, auch zur Erziehung des Bürgers der französischen Nation, eines Patrioten. Bei derzeitiger Lage jedoch, im Angesicht unkontrollierter Massenzuwanderung, offenen Grenzen und hunderten Terrrorzellen in Westeuropa, möglicherweise nur ein Tropfen in den brodelnden Vulkan.

 


http://www.dw.com/en/france-creates-national-guard-to-combat-terror-threat/a-36027481

https://www.theatlantic.com/news/archive/2016/07/french-national-guard/493595/

Loyal, Ausgabe vom Juni 2017



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