Home Geschichte Carl von Clausewitz – der preußische Militär, den die Welt verehrt

Carl von Clausewitz – der preußische Militär, den die Welt verehrt

Carl von Clausewitz, geboren in  Burg, vollendete sein Buch vom Kriege niemals. Und dennoch liegt sein Name heute auf den Zungen von hunderten Professoren an Dutzenden Fakultäten des internationalen Militärs weltweit. In den USA, in Großbritannien und auch in Asien,  und natürlich in Deutschland und Europa. Clausewitz lebt, auch wenn sein Körper zu Staub zerfallen ist.  Selbst Geschäftsmänner orientieren sich an seinen Lehren, wenn es um Unternehmensführung und Hierachie geht. Denn eines ist sicher: Clausewitz wirkt.

 

Clausewitz erlebte die Kindheit als Sohn des Steuereintreibers Friedrich Gabriel Clauswitz, der laut eigenen Angaben adeliger Abstammung war, diese aber nicht hinreichend nachweisen konnte, bis er in die preußische Armee aufgenommen wurde. Wie vieles im Leben funktionierte die Weiterbildung des Sohnes zum Offizier auch nur durch Kontakte, sodass der Vater aufgrund seiner Beziehungen dafür sorgen konnte, dass sein Sohn im Sommer 1792 in das Infanterieregimet Prinz Ferdinand aufgenommen wurde und dort seine Ausbildung zum Offizier antreten konnte. Der Vater selbst hatte noch unter Friedrich dem Großen gedient, der Jahre zuvor im Siebenjährigen Krieg Preußen zum Status einer Großmacht in Europa verhalf.

Clausewitz war, wie kaum verwunderlich heute, ein aufmerksamer und kluger Lerner, der sich schnell im Ersten Koalitionskrieg gegen Frankreich und auch im Regeldienst als guter Rhetoriker und Taktiker profilierte. Er graduierte von der Kriegsschule in Berlin als bester seines Jahrgangs und fand auch Anschluss an die adelige und höfische Gesellschaft, bevor es ihn 1806 wieder in den Krieg zog. Diesmal ging es erneut gegen Frankreich, wo Clausewitz und die gesamte preußische Militärmacht jedoch bei Jena und Auerstädt von den napoleonischen Truppen vernichtend geschlagen wurden. Statt sich noch auf dem Feld zu ergeben, kämpfte er mit einigen anderen Verbissenen einen Partisanenkampf im sumpfigen Umland, ehe er sich ergeben und in Gefangenenschaft gehen musste. Aus der Gefangenenschaft heraus bildete er sich weiter, intensivierte seine Studien von Scharnhorsts Lehren und sah erst während des Russlandfeldzuges die Chance, seinem Vaterland erneut zu dienen.  Wo er vorher noch zusammen, gezwungenermaßen mit Napoleon gegen Russland gekämpft hatte, wurde er 1813 gemeinsam mit Offizieren wie Ludwig York von Wartburg abtrünnig und schloss einen geheimen Pakt mit den russischen Militärs bei Tauroggen. Dieses geheime Bündnis zwischen preußischen Offizieren und russischen Kräften sollte als Konvention von Tauroggen in die Geschichte eingehen und den Beginn des Untergangs der napoleonischen Armee in Russland vorzeichnen. Von nun an kämpften Preußen und Russland gemeinsam gegen die Franzosen und auch Clausewitz beteiligte sich mit viel Eifer an den Kämpfen.

Clausewitz Lehren im Rückblick

In der US-amerikanischen Militärschule Westpoint verehrt man die Lehren von Clausewitz heute mehr denn je. Nicht zuletzt, weil große Militärs wie General Schwartzkopf (Golfkrieg 1992) und der heute in aller Munde stehende General Mattis (der wilde Hund) seine Worte immer gerne in Interviews und Gespräche einstreuen. Clausewitz, Scharnhorst, Gneisenau. Die preußischen Köpfe und Eliten haben ihren preußischen Staat überlebt und lehren weiter, auch wenn es in Übersee ist.  General Patton, Collin Powell und Dwight Eisenhower: sie alle entnahmen Lebensweisheiten und Ideen von Clausewitz Werk und es gibt eine tiefe Verehrung für die Leistungen des preußischen Militärs.

Aber was lehrte Clausewitz eigentlich? Im Grunde fußt sein Werk auf Prinzipien des logischen Denkens und Erschließens, basierend auf einem fundierten Wissen der Geschichte. Der Hang Feldzüge bis ins kleinste Detail auszuplanen, sei absurd und dumm, so Clausewitz. Denn jeder Plan überlebt nur bis der erste Schuss fällt und so sei es die Aufgabe des Offiziers, «Entscheidungen unter Zeitdruck mit unvollständigen Informationen zu treffen». Schnelles Handeln und das Einstellen auf sich ändernde Umstände machen den guten militärischen Führer aus.

Was Clausewitz über den Krieg schreibt, könnte man heute in Deutschland wohl keinem Studiengang einer Universität mehr vorlegen. Weniger verkrampft geht man mit seinen Theorien jedoch im Ausland um, wo Ansätze wie: «Krieg ist die höchste Form der Selbstbehauptung des Volkes» oder «Krieg ist ein Akt der Gewalt, um den Gegner zur Erfüllung unseres Willens zu zwingen», nicht für spastische Krämpfe sorgen, sondern als Denkschulen seiner Zeit begriffen werden, welche voller Konflikte war, die durchaus über Existenz oder Nicht-Existenz von Nationen bestimmten.

Interessant ist, dass sich Clausewitz zur Erfüllung des Willens, also zum Krieg, vieler Mittel bedient. Darunter nennt er auch Propaganda, diplomatische Isolation oder ein Auszehren der gegnerischen Kräfte, durch Behinderung ihrer Versorgung. Dazu schreibt er vielleicht seinen wichtigsten Satz, der sicherlich auch heute noch Gültigkeit hat.

Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln

 

Der Krieg sei damit kein Selbstläufer, sondern gegenüber der Politik weisungsbefugt ein ein probates Mittel des jeweiligen Staates, um Interessen durchzusetzen.  General Mattis, der die US-amerikanischen Interessen auch in Afghanistan vertrat, beschreibt Clausewitz Lehren eine fundamentale Säule des US-Militärs.

Die USA sehen sich heute dem Low Intensity Conflict und dem Kampf gegen Terror gegenüber und schauen zur Bezwingung dieser Probleme auch in die Vergangenheit. Das Buch Clausewitz and America gibt Aufschluss darüber, wie einflussreich der preußische Offizier auf die Supermacht USA und ihr Militär wirklich war. Clausewitz bleibt, auch nach seinem Tod, ein Lehrmeister für die Armeen und Staaten dieser Welt. Ein preußisches Erbe, dass die Jahrhunderte überdauert hat.


 


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