Home Gesellschaft Akzeptiere den Schmerz und kämpf weiter

Akzeptiere den Schmerz und kämpf weiter

Akzeptiere den Schmerz und kämpf weiter

Manchmal sieht man einen Weg vor sich, den man glaubt niemals beschreiten zu können. Das Leben legt einem Steine in diesen Weg, reißt Brücken nieder und verbaut die Straßen nach vorne. Wenn es im Leben mal schlecht läuft, dann kommt es zumindest bei mir oft richtig dicke. Wenn man schon gefickt wird, dann so richtig hart, um es mal vulgär zu formulieren. Bei mir kam es kürzlich privat, beruflich und familiär.

Aber warum erzähle ich das? Ganz einfach. Weil wir alle hin und wieder vor Situationen stehen, die uns aussichtslos und ausweglos erscheinen. In denen wir denken, dass weiterschwimmen keinen Sinn mehr hat. Wir sind wie die eine Maus in der Milch, die zusammen mit der anderen Maus in die Milchkanne gestürzt ist und nun sagt, dass man die glatte Wand niemals hinaufklettern könne. Also gibt sie auf und ertrinkt, während die andere Maus weiterschwimmt und solange kämpft und strampelt, bis die Milch zu Käse wird. Eine schöne Geschichte, die viel Wahrheit beinhaltet. Aufgeben ist keine Option.

Wenn ich mich in meinem Umfeld umschaue, dann sehe ich oft einige Gefährten, die verzweifelt sind. Entweder weil sie im Privatleben nicht vorwärts kommen oder weil sie angesichts des Zustandes Europas und unserer Heimat in die Verzweiflung abdriften. Sie sehen sich selbst strampeln und schwimmen und spüren keine Veränderung ihrer Umgebung, keine Besserung ihrer Lebensumstände oder des Zustandes des Politik. Sie kämpfen und kämpfen, bis sie ermüden und manche von ihnen ertrinken sogar, weil sie aufgeben.

Ich bin hier um zu sagen, dass schwierige Lebenssituationen auch etwas Gutes haben. Weil sie uns fordern und uns sagen, dass wir noch besser und robuster werden müssen, um aus ihnen heraus zu kommen. Sie sind Prüfungen des Lebens, die wir meistern müssen. Das gilt im privaten und auch im politischen Raum und mir fallen die Worte Machiavellis ein, der da sagte, dass:

Nichts was es wert ist zu haben, einfach erlangt werden kann

Und das trifft auf alles im Leben zu. Ich erinnere mich an den Anfang des Blogs und wie ich ziemlich resignierend mehrere Anläufe brauchte, ehe überhaupt merklich Leser auf meine Website klickten. Da kicherte ich mir einen Ast ab, als die ersten 100 Fans auf Facebook aufblinkt sind. Heute sieht es gänzlich anders aus. Aber wie kam man dahin? Es brauchte ca. 300 Artikel von mir, die ich in Eigenregie und Recherche schrieb und durch Mundpropaganda und Optimierung der Qualität in die Öffentlichkeit bringen konnte. Das war zäh und am Anfang verdammt schwer. Aber ich hab mich mit viel Leidenschaft reingekniet und durchzogen und heute haben wir gut zehn Autoren und erreichen Zugriffszahlen, die ich mir damals nicht hätte erträumen können.

Diese Mentalität ist etwas, was man sich für alle Dinge und Situationen des Leben aneignen sollte. Da muss ich mir selbst an die Nase fassen und sagen, dass ich auch vergessen hatte wie das funktioniert. Als meine Beziehung vor einigen Wochen in die Brüche ging, fiel ich zunächst in ein sehr, sehr, sehr tiefes Loch. So tief, dass überhaupt nichts mehr einen Sinn zu machen schien und ich mich ernsthaft fragte, warum man diesen ganzen Schmerz überhaupt noch ertragen sollte. Warum leiden? Auch die Rettung Deutschlands vor Korruption, Ausverkauf und Krieg im eigenen Land schien plötzlich in die unerreichbare Ferne zu rücken. Eine reinigende Katharsis hatte sich bei den Deutschen in den letzten Monaten nicht bemerkbar gemacht. Und auch die eigenen Träume und Hoffnungen für das Privatleben haben sich nicht erfüllt.

Also bin ich in ein tiefes Motivationsloch gefallen und ich muss ehrlich sagen, dass ich immer noch nicht ganz hinaus bin. Aber wenigstens schaue ich mittlerweile schon über den Rand des Lochs und kann sehen, dass ich bald draußen bin. Und ich kehre zurück als ein besserer Mann, motivierter und im Reinen mit mir selbst, weil ich genug Zeit hatte um wirklich nachzudenken und an mir selbst zu arbeiten und mich zu bessern. Das ist ein Prozess, den ich auch auf die Politik übertragen könnte, wenn ich mal so dreist sein darf.

Was hatte das patriotische Lager in Deutschland denn im Jahre 2011? Nichts. Wir hatten fast nichts. Nur ein paar Versprengte, Verrückte und  die Verzweifelten, welche die ersten beiden Gruppen sehen, sich dann nach links und rechts umschauen, die Horden an Gutmenschen und abgehobenen Funktionseliten sehen, und selbstverständlich in eine Sinnkrise stürzen. Aber aus dieser Krise wurde die patriotische Fraktion neu geboren. Besser, größer und klar definierter. Die AfD gab es vor fünf Jahren noch nicht, obwohl die Probleme von heute sich damals schon abzeichneten oder bereits vorhanden waren. Wo damals viele Einzelkämpfer durch das Netz schwirrten, vernetzen sich die Aktivisten immer mehr und versuchen zumindest, so beobachte ich das, an einem Strang zu ziehen. Und ich lüge nicht, wenn ich sage, dass die Zeiten vorher schwierig waren und es immer noch sind. Aber das ist gut so!

Akzeptieren wir, dass die wirklich wichtigen und lebenswerten Dinge im Leben immer schwierig sind und das wir für sie arbeiten, lernen und kämpfen müssen. Das gilt für das Private und für das Politische oder auch für die Karriere. Vor drei Tagen füllte ich mir den Kopf noch mit  Bildern meiner Ex-Freundin und apokalyptischen Videos der europäischen Zukunft im Jahre 2030+, während mein Bauch mit Alkohol befüllt wurde. Heute bin ich erstmalig seit langer Zeit wieder richtig früh aufgestanden und bin laufen gegangen. Und man war das ein befreiendes Gefühl! Ich erinnerte mich an die sehr weisen Worte eines alten Ausbilders von mir, der da sagte:

Wenn du noch Luft hast um dich zu beschweren und zu heulen, dann geht es dir noch nicht schlecht genug. Dann kannst du immer noch weitermachen.

Ja, verdammt. Der Mann hat sich nicht geirrt. Schwierige Zeiten prüfen uns und zwingen uns zur Selbstverbesserung. Wirklich verloren ist nichts, solange man noch auf zwei Beinen stehen und atmen kann. Und wir nehmen jede Chance die wir kriegen können, bis wir unsere Ziele erreichen oder alle Chancen aufgebraucht sind. Resignieren ist keine Option. Es tut weh! Und das ist gut so.