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Ich hab mein Ende der Geduld schon erreicht, bevor Frau Heisig sich umgebracht hat

Ich hab mein Ende der Geduld schon erreicht, bevor Frau Heisig sich umgebracht hat

 

«Das Ende der Geduld» ist so eines der Bücher, dass ich erst gelesen hatte, als sich Frau Heisig, eine Berliner Jugendrichterin über die auch in Film gedreht wurde, selbst umgebracht hat. Sie war in den Jahren als Neuköllner Jugendrichterin bekannt dafür geworden, dass sie sich von einer Position, die man vielleicht zynisch als gutmenschlich bezeichnen könnte, hin zu einer Persönlichkeit entwickelte, die ein Buch schreibt mit dem Titel: Ende der Geduld

Worum geht es? Um Jugendkriminalität und die Bezeichnung solcher als das, was sie eigentlich nicht ist. Sie scheute sich nicht auch den Teufel an die Wand zu malen und zu bennenen, dass es sich bei den Intensivtätern in Berlin um mehrheitlich junge Männer mit Migrationshintergrund handelt. Viele, nicht alle, von ihnen sind Muslime, deren Wertevorstellungen mit dem deutschen Rechtsstaat nicht vereinbar sind. Kirsten Heisig hatte genug von der naiven Nachsicht vieler Sozialarbeiter mit ihren Schützlingen, von der Ineffizienz der Justiz und Strafverfolgung und von den Tätern, die absolut keinen Pfifferling auf die Rechte eines anderen Menschen geben. Sie beschreibt emotional und doch faktisch, was sich tagtäglich auf deutschen Straßen in Berlin Neukölln zugetragen hat. Schulen und Oberschulen, wo Gewalt die Sprache des alltäglichen Umgangs miteinander geworden ist und wo man den deutschen Staat nur noch mit der Lupe suchen kann. NO-GO-Areas!

Aber im Jahre 2010 sagte man noch im bundesrepublikanischen Diskurs, dass es solche NO-GO-Zonen in Deutschland überhaupt nicht gibt. Darüber kann ich nur lachen und muss sagen, dass ich das Ende der Geduld schon lange erreicht hatte, noch bevor sich Frau Heisig dazu entschied aus dem Leben zu scheiden. Ich bin ehrlich betrübt über den Tod dieser aufrechten Frau, die keinen Sinn mehr in ihrer Arbeit sah. Auch heute hat sich nichts verändert und die jugendlichen Intensivtäter, die jungen Mädchen in meiner Straße im Wedding sexuelle Gewalt angetan haben, sind immer noch oder wieder frei. Ihre Anzahl hat sich seit 2015 auch dramatisch erhöht. Das Ende der Geduld ist eine Mahnung, die jetzt leider zwar gehört wurde, aber von den Eliten in Politik nie umgesetzt wurde.

Der Staat verliert die Kontrolle über Neukölln, Wedding, Kreuzberg und dann werden auch bald Mitte-Moabit, Reinickendorf und irgendwann wird auch das Villenviertel Zehlendorf und der ostberliner Pankow-Bezirk dran glauben müssen. Die Nekrose im Staatskörper hat sich ausgebreitet und es wurde versäumt die Amputation durchzuführen, als noch Chance auf Rettung des Körpers bestand. Und so schwinden die Komfortzonen der Deutschen Bürger und vielleicht ist es ja gut, dass Frau Heisig das heute nicht mit ansehen muss. Sie würde das mit ihrem aufrechten Herzen nicht ertragen können, was sich jede Stunde auf Berliner Straßen abspielt, oft ungesehen von der Polizei, die einfach nicht mehr jeder Vergewaltigung, jedem Messerangriff und jedem Diebstahl hinterher ermitteln kann.

 


 


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