Home Militär Viségrad-Staaten bewaffnen ihre Bevölkerungen und treffen “Krisenvorbereitungen”

Viségrad-Staaten bewaffnen ihre Bevölkerungen und treffen “Krisenvorbereitungen”

Viségrad-Staaten bewaffnen ihre Bevölkerungen und treffen “Krisenvorbereitungen”

Die polnische Regierung verkündete die Reformierung der nationalen Verteidigung. Die «Polnische  Territoriale Verteidigungsarmee» soll stückweise aufgebaut werden und in wenigen Jahren voll einsatzbereit sein und vor allem beim Heimatschutz aktiv werden. Im Mai wurden die ersten 400 ungedienten Reservisten vereidigt und bis 2019 sollen insgesamt 14 Brigaden zur Heimatverteidigung bereitstehen. Laut Ministerium dienen die Zivilisten, die dieser Reservestreitkraft beitreten dazu, um die «christlichen und patriotischen Werte» der Nation zu stärken.  Allein bei der Wortwahl dürften die ersten Bundestagsabgeordneten hier in Deutschland einen Schlaganfall erleiden. Aber die polnische Regierung geht sogar noch weiter und bietet regelmäßige Selbstverteidigungskurse für alle Frauen in Polen an. Durchgeführt werden die Lehrstunden durch erfahrene Ausbilder des Militärs. Frauen sollen lernen, sich gegen sexuelle Übergriffe zu wehren und wenn nötig dazu auch Gewalt anwenden.

Polens Maßnahmen richten sich vor allem gegen den Nachbarn Russland, dem man sei dem Ukraine-Krieg, der ja immer noch nicht wirklich vorbei ist, wieder sehr misstraut. Die Territoriale Verteidigungsarmee dient in erster Linie dazu im Hinterland und in den Gemeinden für Sicherheit zu sorgen, falls es zu einem asymetrischen Konflikt in Polen kommen sollte. Die Annahme, dies sei also eine Maßnahme die aufgrund der terroristischen Bedrohung allein durchgeführt wurde, dürfte nicht gänzlich zutreffend sein. Aber man darf nicht außer Acht lassen, dass Polen ein Mitglied der Viségrad-Staaten ist, sich gegen die Aufnahme von Migranten ausspricht und derzeit eine Politik gegen die (Flüchtlings)Umverteilungspolitik aus Brüssel fährt. Ein Titelbild einer polnischen Zeitung bezeichnete die Vorfälle in Köln-Silvester als «Rape of Europe». Grund genug für die deutsche Presse sich über das Coverbild einer blonden Frau mit Europaflagge die von vielen Händen begrabscht wird, so richtig übel zu echauffieren. Der Hintergedanke einer Territorialreserve wird aber auch sein, sich gegen solche irregulären Kräfte, also auch Terroristen und kriminelle Banden, besser abzusichern. Es dürfte nicht zu weit hergeholt sein, wenn man davon ausgeht, dass die derzeitige Masseneinwanderung und die Terrorwelle islamistischer Kämpfer bei den Überlegungen in Polen eine Rolle gespielt haben.

 

In Tschechien verkündete die Regierung kürzlich, dass man darauf abziele die eigene Bevölkerung möglichst schnell mit Waffen zum Schutz vor terroristischen Angriffen auszustatten. Das Innenministerium begründete die Vorlage damit, dass man in Europa mit einer neuen Dimension terroristischer Bedrohung konfrontiert werde, welche durch die anhaltende Flüchtlingskrise verstärkt wird. Da die eigenen Kräfte der Regierung derzeit nicht ausreichend seien, um einen umfassenden Schutz der Bevölkerung zu garantieren, möchte man die Hilfe zur Selbsthilfe verbessern. Tschechien hat bereits ein überaus liberales Waffengesetz und etwa 300.000 Bürger der ca 10,5 Millionen Einwohner der Republik sind bewaffnet. In der jüngeren Vergangenheit, im Jahre 2015, kam es zu einem Amoklauf bei dem mehrere Menschen erschossen wurden. Einen Vergleich bezüglich Schusswaffen-Opfer findet sich hier. 

So gab es im Jahr 2014 ca. 191 Todesopfer durch Schusswaffen, wovon 162 davon Selbstmorde waren. Zum Vergleich gab es in Schweden, mit einer restriktiven Waffenpolitik, 154 Tote durch Schusswaffen und davon waren 124 Selbstmordopfer, also Menschen, die sich mit ihrer eigenen Waffen getötet haben. Die Unterschiede zwischen Schweden und Tschechien mit vergleichbarer Population sind also gering.

Erst letztes Jahr wurde in Tschechien eine große Anti-Terror Übung direkt in Prag abgehalten, während Ungarn quasi seit 2015 fast nichts anderes mehr zu tun scheint, als Militär, Polizei und Rettungsdienste auf den Katastrophenfall vorzubereiten.  Die Szenen erinnern nicht an Geiselnahmen oder Banküberfälle, sondern an islamistische Anschläge im Stile von Charlie Hebdo und Bataclan.

 

 


 


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