Home Militär Afghanistan-Einsatz Ad Infinitum – gegen den Willen des Volkes, mal wieder

Afghanistan-Einsatz Ad Infinitum – gegen den Willen des Volkes, mal wieder

Frau Ursula von der Leyen hat vor kurzem bestätigt, was ich schon vor einigen Jahren vermutet habe. Der Einsatz in Afghanistan wird sich auf unbestimmte Zeit verlängern und das obwohl Obama einst die Mission der NATO dort für beendet erklärt hatte, und die Bundesregierung in den Jahren zuvor auch die Öffentlichkeit dahingehend scheinbar zu täuschen versuchte. Man erklärte den Kampfeinsatz offiziell für beendet und rief Resolute Support ins Leben, eine Stabilisierungsmission, welche den nun angeblich angemessenen afghanischen Sicherheitskräften nur noch beratend und ausbildend zur Seite stehen sollte. Ein Irrtum?

Selbst im Kosovo ist die Bundeswehr seit fast 20 Jahren stationiert. In Afghanistan müssen wir wahrscheinlich in noch längeren Zeiträumen denken – Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen

In der deutschen Bevölkerung wird der Einsatz laut Umfragen aber mehrheitlich abgelehnt, und das nicht erst seit gestern. Ich möchte den Gedankengang hier ausbreiten, dass in einer Demokratie wie der Schweiz es unter diesen Umständen wohl längst zu einer Volksabstimmung über den Verbleib der Armee im Ausland gekommen wäre.

In der deutschen Bevölkerung herrscht die Meinung vor, dass sich der Einsatz nicht gelohnt hat. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov vertraten 60 Prozent der Teilnehmer diese Auffassung. – Faz

 

Das hat nicht zwangsläufig mit der allgemeinen Skepsis gegenüber allem Militärischen in Deutschland zu tun. Auch in Großbritannien und USA hat man kein Vertrauen mehr in die Weissagungen des Glücks und die halbherzigen Versprechungen für eine bessere Zukunft am Hindukusch.  Bis 2014 sank die Zustimmung für den Einsatz in den USA auf unter 50%. Dennoch wird er fortgesetzt, weil man scheinbar nicht akzeptieren und einsehen kann, dass sich das Engagement dort nicht gelohnt hat. Wie könnten die politischen Eliten auch vor die Angehörigen der gefallenen Soldaten und getöteten Kriegsopfer treten und sagen, dass es sich gelohnt hat, wenn die Empirie dagegen spricht? Die Sicherheitslage in und um Kabul herum degeneriert zusehends, während die NATO ihr Truppenstatut wieder erhöhen muss und es kürzlich wieder gefallene US-Soldaten zu beklagen gab.

Afghanistan wird hinter den Kulissen, kaum beachtet von der Öffentlichkeit, weiterlaufen. Ein Grab für Millionen von Kämpfern über die Jahrhunderte hinweg. Das Amüsante ist eher, dass ich sehr gut verstehe, warum so manch jemand der Meinung sein könnte, diesen Einsatz fortzuführen. Denn ich würde auch nicht gerne wahrhaben wollen, dass all die Opfer und das Geld und die Toten umsonst waren. Man wird weitermachen, weil man nicht Gesicht verlieren will.

Gestorben, wofür?

 


 


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