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Die vorhersehbare Katastrophe in Europa

Vor einigen Jahren, als ich noch in der Abizeit war, habe ich mir Wortgefechte mit Mitschülern und Lehrern geliefert. Inhalt war, dass ich sagte, in Europa könnte es zu Zuständen permanenter Unruhe durch Terrorismus kommen, wo dann ständig alle paar Tage oder Wochen ein Anschlag passiert und Polizei-Spezialeinheiten im Minutentakt in Europa potenzielle und tatsächliche Terroristen suchen bzw. festnehmen. Mittlerweile gibt es so viele tägliche Razzien in Frankreich, Belgien, Deutschland, Großbritannien und Österreich, sodass ich gar nicht mehr alle mitkriege und ich führe tatsächlich sowas wie eine Strichliste. Es geht hier im Minutentakt richtig ab, ohne das die Mehrheit der Leute das überhaupt merkt.
In Manchester riegeln sie ganze Wohnkomplexe ab und  in Frankreich, wenn das GIGN mal wieder eine Tür eintritt, ist es das nicht außergewöhnlich, sondern nur Dienstag. In Ösiland, im Januar, haben sie gleich einen halben Zug an Verdächtigen ermittelt und einige davon festgesetzt. In Belgien laufen, genau wie in Frankreich, jeden Tag mit Sturmgewehren und Schutzwesten beladene Soldaten in der U-bahn oder auf öffentlichen Plätzen herum. Da schlecken die Touristen ihre Waffeln und links daneben grüßen die belgischen Fallschirmjäger und MIlitärpolizisten. Ich habe dieses Szenario, mir schon 2011 irgendwie gut vorstellen können. Damals waren meine Vorstellungen natürlich «krank», «blödsinnig» oder man sagte mir ich würde nur Ängste schüren: bla blah.

Heute wieder: Ich rede mit einigen Leuten und versuche zu erklären, dass wir uns in einer Eskalationsspirale befinden, aus der wir nicht mehr heraus können. Die Zustände könnten sich und werden sich höchstwahrscheinlich noch zuspitzen. Wir bewegen uns in Richtung «Low-Intenstity-Conflict», so eine Art Afghanistan oder Irak «Light Version», mit beständiger Terrorbedrohung und potenzieller Degeneration der innerstaatlichen Ordnung. Aber nein! Wieder nicht. Es folgt die selbe Abwehrreaktion, wie früher auch. Ich würde übertreiben, niedere Polemik benutzen und so weiter. Aber gut, also habe ich um einen Kasten Bier gewettet und man spricht sich in ein paar Jahren wieder. Mehr als diesen Zynismus kann ich häufig diesen Leuten, von denen man ja eigentlich noch sagt, dass sie Freunde oder gute Bekannte sind, nicht entgegenbringen. Alles was heute passiert, war vorhersehbar und man hätte schon vor zehn oder zwanzig Jahren mit klügerer Migrationspolitik, Sicherheitsarchitektur und knallharter Justiz gegen diese aufkeimenden Probleme vorgehen können. Aber man hat zugelassen, dass diese giftige Pflanze blüten treibt, wächst und gedeiht und nun ist es zu spät. Was unsere Staaten nun tun ist reine Schadensbegrenzung, eine halbherzige Eindämmungstaktik, die nicht fruchten kann, weil der Damm bereits gebrochen ist. Sie setzen die Mittel ein, die schon vor Jahrzehnten hätten eingesetzt werden müssen. Heute bräuchte es viel drastischere Mittel, wenn wir der Lage wieder Herr werden wollten. Aber dazu sind nur die allerwenigsten Politiker bereit oder in der Lage.

 

 

Foto: Amirah Breen