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»Mad Dog« Mattis ist überhaupt nicht »mad«

Der Name »Mad Dog« (verrückter Hund) hängt dem US-General nach, der von Trump zum Verteidigungsminister ernannt wurde. Für manche europäische Medien ist das ein Grund, die Zitate des Generals und seine Vita so auszulegen, als handelte es sich um einen wahnsinnigen Kriegstreiber, der alles am liebsten kurz und klein schlagen würde. Als die Nachricht um die Welt ging, dass Trump die Folter zurückbringen würde, wurde jedoch von vielen Medien unterschlagen, dass Mattis seinem Präsidenten hier scharf widersprach. Er sagte, dass Folter meist keinen echten Effekt auf Verdächtige habe und er gegen Folter als Verhörmethode sei. Besser sei es, man würde die Terrorverdächtigen mit Bevorteilungen locken.

Mattis ist kein irrer »Warlord«, zu dem ihn linksgerichtete Medien während des Wahlkampfes machen wollten. Er sprach sich im Kongress dafür aus, das US-Atomwaffen-Arsenal zu Land deutlich zu reduzieren, da es ein internationales Risiko darstelle. Denn von den veralteten Waffen würde die Gefahr von Falschalarmen und Fehlstarts ausgehen. Auch betonte er, dass man die Rolle der Nuklearwaffen neu bewerten müsse, was nicht ohne Rücksprache auf internationaler Ebene geschehen könne. Alles nicht die Worte eines Mannes, der die Welt in einen atomaren Feuerball verwandeln will.



Seine Methodik gilt als effizient, schnell, brutal. Ein militärischer Intellektueller, der antike Schriften und deutsche Militärtaktiken als Hilfe heranzieht, um die Verluste bei seinen eigenen Soldaten so gering wie möglich zu halten. Mattis Devise ist es, nicht einen langen und unnötig hinausgezögerten Krieg zu führen, sondern lieber schnell zuzuschlagen und hart zu treffen, um so wenig Verluste wie möglich zu haben. Letztendlich verpflichtet er sich seinen eigenen Männern, die ihn dafür lieben. Innerhalb des US-Militärs und der Soldaten, die unter ihm dienten, ist der Mad Dog sehr beliebt. Und als er sich äußern musste, warum er sich denn das Amt als Verteidigungsminister bewarb, antwortete er, dass er sich um das Wohl des Armee sorge. Denn Zivilisten würden immer wieder ohne Fachkenntnis und Einfühlungsvermögen gewichtige Entscheidungen über das Militär treffen, was häufig zum Schaden der Organisation wäre.

Seine harte Linie gegenüber IS, dem Iran und auch seine Kritik an den Verbindungen zu den Saudis machen ihn in den Augen mancher zum »Hardliner«. Ganz so übel ist es dann doch nicht, wenn man sich die Worte einer Politikerin anhört, die sich um das Weiße Haus bewarb. »Wenn ich Präsidentin bin, werden wir den Iran angreifen«, sagte Hillary Clinton. 

Und was sagt Mattis zum Iran? Er betont, dass der Iran wesentlich zur Ausbildung anti-amerikanischer Milizen im Nahen Osten beitragen würde. Außerdem sollten die USA die Provokationen im Persischen Golf nicht einfach so hinnehmen (beispielsweise die Attacke auf US-Soldaten durch iranische Truppen). Auf gar keinen Fall möchte Mattis den Konflikt eskalieren und den Iran, so betont er, in einen Krieg verwickeln. Es ginge ihm um eine politische Isoaltion der islamischen Republik und das Aufzeigen von Grenzen. Die iranischen Militärs sollen durch die USA soweit eingeschüchtert werden, damit weitere Provokationen ausfallen und Konflikte wie im Yemen verhindert werden können, wo sich schiitische Milizen und sunnitische Truppen bekämpfen und die USA inklusive der Saudis massiv beteiligt sind. Diese Position kann man sicherlich ganz unterschiedlich betrachten und die Rolle der Amerikaner in dieser Region generell kritisch sehen. Mattis denkt hier natürlich in den Linien seiner global agierenden US-Außenpolitik, die diese Region vermutlich weiterhin als Spielplatz betrachten. Ganz so »mad« klingen diese Vorschläge des alternden Generals für mich jedoch nicht. Die Strategie von Mattis basiert auf Prinzipien der Demonstration von Stärke, die mögliche Gegner abschrecken und so Krieg verhindern soll. Ein Ausweichen der USA in dieser Region würde sicherlich die Folge haben, dass in das hinterlassene Machtvakuum Kräfte hineinstoßen, die diesen Rückzieher dann als ihre Chance betrachten.

Einen Punkt hat Mattis bekräftigt. Er sieht in Russland eine strategische Bedrohung für die NATO, die er konfrontieren möchte. Während er bereit wäre, in manchen Aspekten mit Russland zu kooperieren, betont er doch die Rolle der Föderation als Gefahr für die USA. Es bleibt also abzuwarten, wie sich Mattis Einfluss auf die Politik von Trump auswirken wird.

 


 


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