Home Gesellschaft Soldaten & Polizisten setzen mehrheitlich ihre Hoffnung in Le Pen und Front National

Soldaten & Polizisten setzen mehrheitlich ihre Hoffnung in Le Pen und Front National

Laut einem französischen Meinungsforschungsinstitut werden schätzungsweise 47% der französischen Polizisten und Soldaten Marine Le Pen und dem Front National ihre Stimme geben. Weit abgeschlagen folgt der altkonservative Fillon mit 29%, während Sozialist Valls und der superlinke Melenchon zusammen gerade mal auf 8,3 % der Stimmen kommen würden. Demnach setzt eine deutliche Mehrheit der Uniformierten ihr Vertrauen in den Front National. Wenig überraschend ist für uns, dass die Sozialisten, die keinen Hehl aus ihrer Verachtung gegenüber Polizei, Militär und anderen staatsschützenden Organen machen, weit abgeschlagen bei dieser Wählergruppe sind. Bedeutender ist aber, dass der Front National mit überwältigendem Abstand vorne liegt und der Konservative Fillon zumindest bei den Uniformierten keine Chance mehr hat, wenn dem Institut zu glauben ist und die Schätzung korrekt bleibt. Auf Twitter amüsieren sich Benutzer darüber, dass das Institut womöglich falsch liegt und die Zahl der Anhänger Le Pens beim Militär noch viel höher liegen müsste. Hinzu kommen natürlich jene altgedienten Männer und Frauen, die den Reservekräften angehören, oder aber ihren Militär- bzw. Polizeidienst schon lange hinter sich gelassen haben, den Idealen von Ordnung und Sicherheit aber treu geblieben sind.

Das ist es zumindest, womit der Front National Wahlkampf macht. In diesem französischen Staat, wo es in vielen Gegenden zu Tumulten zwischen Migranten, Einheimischen, Muslimen, Christen, Linken und Rechten kommt, will der FN durchgreifen. Und das mit harter Hand. Islamismus, Einwanderung, Euro-Krise. Die Massenmigration nach Europa möchte der FN stoppen und Radikalismus innerhalb der muslimischen Gemeinden möchte er stärker bekämpfen. »Nie wieder Bataclan« heißt ein Ausspruch bei den Nationalen, die sowohl aus den alten und wohlhabenden Konservativen ihre Stimmen holen, als auch aus den verarmten ehemaligen Mittelständlern. Auch wenn sich die deutschen Medien viel Mühe geben, den FN als Partei der bösen und reichen Franzosen zu malen, wirbt die Partei doch vor allem mit dem Versprechen, dass französische Staatsbürger bei der Vergabe von Arbeitsplätzen bevorzugt werden müssen. Das Wohl der Franzosen käme zuerst, in allen Belangen. Daher müssten die Grenzen gesichert, die Remigration von Illegalen eingeleitet und die Ausweisung von kriminellen Ausländern konsequent durchgeführt werden.

In Sachen Europa denkt Le Pen und ihre Partei in eine gänzlich andere Richtung. Frankreich soll die EU verlassen und sich großeuropäisch nach Russland und der Schweiz ausrichten. Man möchte eine lose Allianz der souveränen Staaten, die miteinander handeln und auch militärisch kooperieren. Gesetzgebung soll jedoch Sache der nationalen Parlamente bleiben.  Und da wäre ja noch TTIP, was vom FN kategorisch abgelehnt wird.

Aber was hat dies alles mit dem Wahlverhalten der Soldaten und Polizisten zu tun? Zunächst wenig. Dennoch liegt der Verdacht nahe, dass die grundlegende Affinität der Menschen, die sich für den Dienst am Vaterland melden und die nationale Souveränität ihres Landes wertschätzen, ein Faktor beim Urnengang ist. Wenn wir über die Soldaten sprechen, so hat der FN immer wieder deutliche Bekenntnisse zur Nation, der französischen Geschichte, ihrer Glorie und dem Selbstbild der Armee gemacht. Frankreich liebt seine Soldaten, heißt es doch. Ähnlich wie in Deutschland wird diese Einstellung jedoch nur von den Parteien rechts der Mitte geteilt, während Hollande und seine Sozialisten eine solche Verachtung innerhalb der Uniformierten genießen dürfen, dass ein französischer Uniformierter seinem Präsidenten öffentlich den Handschlag verweigern kann und dafür noch gefeiert wird. Es war auch stets ein leidiges Thema im Frankreich der letzten Jahre, dass die Armee von Mali bis nach Afghanistan gehetzt wurde, und verkrüppelte Soldaten heimkehrten, die von ihrer Regierung nicht mal mit einem tröstenden Blick gewürdigt wurden. Die Äußerung von Manuel Valls, Frankreich müsse den Terrorismus und die Islamisten einfach ertragen, wurde auf Twitter und anderen sozialen Medien hohnvoll verspottet. Terrorismus sei keine Naturkastrophe, sondern hätte Ursachen, die man bekämpfen könnte, wenn man nur wollte.

Screenshot https://www.youtube.com/watch?v=OsOcSK9lm5Mus

 

Und so wirft sich Marion Le Pen, die Nichte der Parteichefin, ins Feld und rief kürzlich alle französischen Patrioten dazu auf das französische Vaterland gegen den Islamismus zu verteidigen, und sich zum Reservedienst zu melden. Die unerschütterliche Solidarität sei mit den Männern und Frauen in Uniform, die tagtäglich ihr Leben in den muslimischen Ghettos riskieren und im Ausland einen wuchernden radikalen Islam bekämpfen. Als die Polizei sich, trotz ihres Verbotes zu demosntrieren, zum Protest entschloss, verstieß sie damit gegen die Regeln ihres Berufs. Und sie taten es trotzdem, weil die Situation einfach unerträglich für sie geworden ist. Die französischen Sozialisten in der Regierung fiel nichts besseres ein, als die Demonstranten wüst zu beschimpfen und ihre Aktionen als gesetzeswidrig zu geißeln. Die vom Innenminister herbeigerufenen Polizisten, die den Protest behindern und eingrenzen sollten, solidarisierten sich indem sie dieser Order nur lustlos nachkamen und sie größtenteils ignorierten.

Und ich frage mich überhaupt nicht, warum die Wahlprognose hier bei den Uniformierten so aussieht, wie sie aussieht. Schließlich sind es gerade diese Personengruppen, welche den Multikulturalismus und die chaotische Außenpolitik von EU und NATO ausbaden müssen. Vor einigen Wochen kam es in Frankreich zu massiven Protesten der Polizei gegen ihre Regierung. Teilweise streikten die Beamten vor den Justizgebäuden in Uniform und Zivil, sangen die Nationalhymne und verfluchten ihre Regierung. Sie forderten mehr Achtung vom Staat, mehr Gehör für ihre Sorgen und eine härtere Hand gegen die Kriminellen. Und wenn schon Polizisten den Gehorsam verweigern, lehne ich mich nicht weit heraus, wenn ich von einem Verfall der staatlichen Ordnung spreche. Die französischen Sozialisten sind die unbeliebteste Regierung der letzten Jahrzehnte. Und ein Blick auf die multiethnische französische Nation sollte deutlich machen, dass dies nicht die Erhebung weißer Rassisten, sondern die Verweigerung des französischen Citoyen (des Bürgers) aller Farben gegen eine verbrecherisch inkompetente Regierung und ihr Medienkartell ist. Die linke Regierung Frankreichs und ihre Helfer haben abgewirtschaftet. Sie haben fertig.

 

Auf, Kinder des Vaterlands,

Der Tag des Ruhmes ist gekommen!

Gegen uns ist der Tyrannei blutiges Banner erhoben.

Hört ihr auf den Feldern, diese wilden Soldaten brüllen?


 

Quellen zum Thema Polizeiprotest in Frankreich:

http://www.france24.com/en/20161026-protesting-french-police-officers-converge-national-assembly-paris

http://www.reuters.com/article/us-france-security-police-idUSKCN12M003?il=0

https://www.rt.com/news/363310-france-police-protest-violence/

http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-10/polizei-frankreich-angriffe-proteste

http://www.handelsblatt.com/politik/international/sicherheit-in-frankreich-sinnlose-befehle-fuer-die-statistik/14715946-2.html

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/polizei-in-frankreich-demonstriert-gegen-arbeitsbedingungen-14490347.html


Foto: © Marie-Lan Nguyen / Wikimedia Commons / CC-BY 2.5

 


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