Hurra! Wir leben in einer freien, bunten und offenen Gesellschaft!

»STAND DOWN! IN THE NAME OF LAW!« ruft ein Polizist. Im Hintergrund brennt eine Einkaufshalle lichterloh und Funken sprühen von oben herab. Polizei zu Pferde wird herangeführt und mehrere Hundertschaften von Riot-Police liefern sich in ganz England eine apokalyptische Straßenschlacht mit den Migranten und den Kindern der Migranten, die im Grunde naturalisierte britische Bürger sind. Aber sie fühlen sich nicht so, sondern empfinden sich als marginalisierte und unterdrückte Minderheit. Sie fantasieren einen Rassenkonflikt herbei, in der sich die undefinierbare farbige Masse der Armen gegen die reiche und weiße Oberschicht erhebt. Auslöser der Tottenham, Birmingham, London oder Manchester Riots, war die Tötung eines farbigen jungen Mannes durch die britische Polizei. Das wurde als Anlass und Motivation herangezogen, um ganze Stadtviertel niederzubrennen und die eigenen Nachbarn zu schikanieren und zu attackieren. 2011 ist fast schon so lange her, dass sich womöglich hier im Lande kaum noch jemand so genau an die London Riots erinnert. Selbst Feuerwehrkräfte wurden von den wütenden Mobs von hauptsächlich Farbigen angegriffen, als diese versuchten, die Brände in den Griff zu kriegen. Militärpolizei (MP) musste gerufen werden, weil die Situation völlig aus dem Ruder lief.

Man muss wohl sagen, dass die Tötung des jungen Farbigen unverhältnismäßig war und nicht hätte passieren dürfen. Ein Fehler der Beamten beim Einsatz ihrer Wirkmittel. Aber ich kann mich nicht erinnern, dass weiße Europäer in England solche Aufstände losgebrochen haben, nur weil ein weißer Mann von der Polizei erschossen wurde. Und diese Fälle gab es immer wieder und sie haben nicht dazu geführt, dass Zehntausende Einheimische auf die Straßen gingen und anfingen, alles kurz und klein zu schlagen. Ich möchte an den Fall von Jean Charles da Silva e de Menezes erinnern, der von der englischen Polizei getötet wurde, obwohl er unschuldig war. Man hielt ihn irrigerweise für einen Verdächtigen der Bombenanschläge von 2005. Ein weißer europäischstämmiger Brasilianer. Aber ein eben ein Weißer, der von der Polizei erschossen wurde. Ich kann mich nicht erinnern, dass sich die Straßen Londons plötzlich mit wütenden Europäern füllten, die nach Vergeltung brüllten und jedem Polizisten den Tod an den Hals wünschten. Das gab es nicht. Im Gegenteil wurde die Sache öffentlich diskutiert, bedauert und kritisiert. Der verantwortliche Polizist wurde bestraft, und es gab eine heftige aber zivilisierte Debatte über den Einsatz von Schusswaffen. Und was ist mit der jüngsten Geschichte? Ein weißer und behinderter Mann wird in Chicago von einer Gruppe Afroamerikaner gefoltert und rassistisch beleidigt, während sie das ganze auch noch Live auf Facebook streamen! Wenn die Rollen vertauscht gewesen wären, bin ich mir sicher, dass jetzt eine halbe Millionen Farbiger Black Lives Matter-Demonstranten auf den Straßen stehen würden. Für den weißen Mitbürger stehen jedoch keine Massen in Chicago und demonstrieren gegen Rassismus.

Es gab eine Zeit, die noch gar nicht so lang zurückliegt. Vor einigen Jahrzehnten war es beinahe unmöglich, in London einen bewaffneten Polizisten zu sehen, geschweige denn einen, der mit einer Maschinenpistole oder einem Sturmgewehr durch die Straßen läuft. Der Knüppel war die bevorzugte und einzige Bewaffnung der Londoner Beamten beim Bekämpfen der Kriminalität. Mittlerweile hat sich das geändert und überall sind schwer bewaffnete Beamte unterwegs, die wenig mit dem Freund und Helfer zu tun haben, den die Briten noch von früher kennen. Aber Bombenanschläge, Terrorangriffe und die Enthauptung von Bürgern auf offener Straße, wie beispielsweise die Ermordung von Lee Rigby zeigen doch, dass unsere europäische Gesellschaft sich verändert hat. Weihnachtsmärkte und Silvester werden durch voll gerüstete Polizei geschützt, und selbst kleine Wasserflaschen darf man in abgeschlossene Räume nicht mehr mitnehmen. Jeder Nachtclub kontrolliert verstärkt oder engagiert zusätzliche Türsteher, während die Sicherheitsindustrie ein beständiges Plus verzeichnen kann. Türsicherungen, Alarmanlagen, Pfefferspray. Das ist der Preis für offene Grenzen, in denen unkontrollierter Personenverkehr dazu führt, dass die öffentliche Sicherheit verloren gegangen ist. In den London Riots und in denen von Paris, wo sich arabische, afrikanische und allgemein muslimische Jugendliche gegen die Mehrheitsgesellschaft der christlichen bzw. atheistischen Europäer erheben, sind Vorzeichen einer gesellschaftlichen Totalentgleisung. Europa steuert auf einen sehr langen und zähen Bürgerkrieg auf Sparflamme zu, der womöglich nicht völlig eskalieren wird, jedoch die nächsten Jahrzehnte prägen darf. Es wird immer mehr »Vorfälle« geben, weil die Ursachen unbehandelt bleiben.  Wenn die Londoner Polizei ein paar Hundert neue Beamte bekommt, dann sind das nur Wasserspritzer auf ein beginnendes Inferno. Wenn die CSU nach mehr Polizisten ruft, dann verwaltet sie dabei nur das entstehende Chaos, da Grenzen ungesichert bleiben, Multikulturalismus weiter gepredigt wird und das Mantra der Viefalt wie in einem religiösen Wahn immer wiederholt wird. Mehr Offenheit, mehr Toleranz, mehr Vielfalt und Buntheit sollen unsere Probleme lösen.

Dabei ist es gerade die Grenzenlosigkeit, die unsere Konflikte befeuert. Die Grenzenlosigkeit bei der Definierung des Eigenen. Wer zu uns gehört und wer nicht, wer bleiben darf und wer nicht. Wer Bürger Europas ist und wer nicht! Und Grenzenlosigkeit bei der Toleranz: Toleranz gegenüber totalitären Denkstrukturen des politischen Islam. Toleranz gegenüber den Wühlmäusen von Links, die emsig die Stützen der Gesellschaft, nämlich Familie, Volk und Staat, zerstören wollen.

Und es ist die Grenzenlosigkeit an und für sich, weil nicht einmal das Staatsgebiet als solches noch für schützenswert gehalten wird.  Wenn dann die Politik fordert, dass wir unsere offene und freie Gesellschaft durch 24h Überwachung, massierte Polizei und militarisierte Sicherheitskräfte schützen müssen, darf man sich doch fragen, ob diese offene Gesellschaft diesen Preis wert ist. Auf Dauer ist sie sowieso nicht haltbar, da jeder Versuch, sie zu stabilisieren, unweigerlich zum Scheitern verurteilt ist. Das Boot des Multikulturalismus sinkt und seine Beschützer versuchen mit Teelöffeln das Wasser heraus zu schippen.

 

https://www.youtube.com/watch?v=9Qmks0QVI40 (London Riots)

Foto Titelbild: https://www.flickr.com/photos/bobaliciouslondon/5251504994 : Bob Bob